WSK 400 für 500 PS gut?!

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A N D R E A S
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WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von A N D R E A S » Do 14. Mär 2013, 19:13

Auf einer Seite habe ich die Info gefunden, daß die WSK 400 an einem Iveco-Motor mit 500 PS / 2200 Nm angeschlossen ist - hätte ich nicht gedacht.

Kann einer die Leistungsfähigkeit bestätigen?

A N D R E A S
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manny
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von manny » Do 14. Mär 2013, 20:17

Nun ja, der muß ja nicht an nem Sechsgang Getriebe hängen....
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A N D R E A S
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von A N D R E A S » Fr 15. Mär 2013, 11:41

Aber das Drehmoment (und die Leistung) ist schon etwas höher als gewöhnlich, egal an welchem Getriebe mit wievielen Gängen auch immer.
Deshalb wahrscheinlich auch der Extra-Kühler für das Wandleröl.
A N D R E A S

HugoVogelsang
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von HugoVogelsang » Fr 15. Mär 2013, 17:50

Hallo,

Ich habe 600 PS an der WSK 400 hängen. Thermisch ist das mit dem richtigen Kühler kein Problem.
Beim Drehmoment gibt bei mir die nachteschaltete Trennkupplung auf, weswegen ich aktuell bei offenem Wandler die Einspritzmenge begrenze.
ZF hat allerdings unterschiedliche Kennlinien für die WSK. Kann also sein, dass das Wandlungsverhältnis reduziert ist.

Die Überbrückungskupplung spielt je nach Eingangsdrehmoment auch noch eine Rolle.

Gruß Hugo

tooFATtoDRIVE
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von tooFATtoDRIVE » So 14. Apr 2019, 13:52

HugoVogelsang hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2013, 17:50
Hallo,

Ich habe 600 PS an der WSK 400 hängen. Thermisch ist das mit dem richtigen Kühler kein Problem.
Beim Drehmoment gibt bei mir die nachteschaltete Trennkupplung auf, weswegen ich aktuell bei offenem Wandler die Einspritzmenge begrenze.
ZF hat allerdings unterschiedliche Kennlinien für die WSK. Kann also sein, dass das Wandlungsverhältnis reduziert ist.

Die Überbrückungskupplung spielt je nach Eingangsdrehmoment auch noch eine Rolle.

Gruß Hugo
Hugo,

Sorry to unearth this old thread but I did not want to open another one.

I have few questions for you if you do not mind:
1. What sort of torque in NM do you have at 600PS?
2. Could you talk more about the appropriate cooling you mentioned in your message above?

Many thanks,

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special-mechanics
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von special-mechanics » So 14. Apr 2019, 16:04

solange der Wandler und vorallem die WSK ordentlich betrieben wird hält der 400er 2400NM aus
die Kupplung dahinter ...ist da eher ein ausfallargument
aber dafür gibt es ja bessere kupplungs-sets
zumindest habe ich einen Kunde der hat 2400Nm an einer 400er mit Sintermetallkupplung ... das geht schon ne weile
ich glaub dem Wandler selber ist das egal wenn er thermisch nicht abgekocht wird

ich denke wirklich das die meisten Wandler abgekocht werden
dafür sind in erster linie der Fahrer und hydrauliche Komponenten (Regeltechnik) als Fehler auszumachen
nicht wenige mir bekannte KAT haben Leistungsteigerung und keine davon Probleme

ich glaube der Wandler selber muss nicht besser gekühlt werden als er schon wird . das grundproblem ist eher das er viel zu oft benutzt wird wo man ihn nicht braucht
ist der wandler extern ( also nicht im getriebeöl) ist das ja was anderes als wenn er wie beim 4x4 zb direkt mit getriebeöl läuft
da ist die hitzeentwicklung besser zu händeln als wenn das getriebe selbst da temperatur zusteuert
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von egn » Mo 15. Apr 2019, 09:16

Es gibt unterschiedliche Varianten der WSK 400 die unterschiedliches Drehmoment unterstützen.

WSK400.JPG
WSK400-2.JPG
Gruß Emil

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special-mechanics
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von special-mechanics » Mo 15. Apr 2019, 13:18

ne.. ich denke die Liste zeigt doch eher wieviel die Getriebe abkönnen. oder?
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von egn » Mo 15. Apr 2019, 13:21

In der 2. Tabelle steht was von Eingangsdrehmoment und -leistung
Gruß Emil

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special-mechanics
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von special-mechanics » Mo 15. Apr 2019, 13:39

naja... das deckt sich mit den 2300 in der ersten Tabelle als max. out
und jeweils das Getriebe was dann "nur" das kann was da steht...
also kann nur das 16S220 die maximale wandlereingangsleistung von 1200nm ab
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von egn » Mo 15. Apr 2019, 13:47

Wie man sieht gibt es eine WSK360, WSK400 und WSK440.

Wenn einen WSK jedes beliebige Drehmoment am Eingang aushalten würde, und die Belastung nur durch das angebaute Schaltgetriebe begrenzt würde, warum braucht es dann 3 verschiedene Varianten davon?
Gruß Emil

midlifecrisis
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von midlifecrisis » Mo 15. Apr 2019, 14:06

Das sind dann aber keine Varianten der WSK 400.

Das ist einer WSK360 (Die ist doch im 4x4 drin), eine WSK400 (6x6 und 8x8) und eine WSK440 (Die hat Hugo doch in dem 8x8 wo er den Motor auf die falsche Seite gebaut hat).

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special-mechanics
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von special-mechanics » Mo 15. Apr 2019, 14:10

370....

nein so meinte ich das nicht
die 400 kann laut der Liste 1200 Eingang ab
das sind bei Stall 2400 Ausgang
das Getriebe dahinter kann aber nur xx Nm was die letzte Nummer in der Bezeichnung zeigt.
die 370er kann nur 830 Eingang... also 1600 Ausgang usw.
natürlich würde ich jedem mit mehr als 500ps zur 440 raten.
wenn da die 400er bissl schon eins weg bekommen hat ist sofort aus die Maus... ich kenn da einen fall.. da hat der Wandler keine chance gehabt (also die WSK da drin)
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

HugoVogelsang
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von HugoVogelsang » Mo 15. Apr 2019, 16:58

Hello tooFATtoDRIVE

I reduced the 2000 Nm of the motor by a gearbox down to about 1600 Nm befor I come to the WSK.
It's not a KAT 1 drivetrain, but a KAT II with a ZF 150 GPA. It't a 4x2 gears gearbox with a nominal torque of 1500 Nm.

And definetly, in this setup I managed to destroy the second clutch in a test (8th gear, full break, open converter, full throttle) within a few minutes. And that was a new one, and already equipped with stronger springs.

regards
Hugo

HugoVogelsang
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von HugoVogelsang » Mi 31. Jul 2019, 22:15

Hallo,

Ich habe die letzten drei Tage zu Wandlerkennlinien etc. gegoogelt, weil ich überlege meinen Antriebsstrang umzubauen (auf ein 16 Gang Getriebe.)

Mein Fazit ist, die übertragbare Leistung ist eigentlich nur vom maximal übertragbaren Drehmoment der Überbrückungskupplung abhängig.

Das Wandlerausgangsmoment scheint irgendwann nicht mehr zu steigen. Irgendwann werden (bei festgebremster Turbine) die Strömungsverlsute im Wandler so hoch, daß keine Steigerung mehr eintritt. Leider wird dieser Punkt in keiner Kennlinie angegeben.
In diesem Punkt ist der Wirkungsgard eines Wandlers gleich Null. D.h. die gesamte eingebrachte Motorleistung wird in Wärme umgewandelt. Das darf man bei noch so guter Wandlerkühlung nicht lange machen.

By the way, in einer Doktorarbeit fand ich den sinngemäßen Satz 'Höhere Viskosität des Öls steigert nur die Verluste im Wandler und vermindert den Wirkungsgrad' (Und das in jedem Betriebspunkt, auch überbrückt... Dann sind es die Verluste des Ölkreislaufes.)

Wenn die Turbine dann anfängt zu drehen, verringert sich das Ausgangsmoment des Wandlers bis es schließlich auf das Motormoment abfällt. Dann sollte die Kupplung schließen. (Richtige Gangwahl vorausgesetzt.)
Das Getriebe ist offensichtlich in der Lage, das statische Moment des Wandlers auszuhalten. D.h. Wellen und Verzahnungskomponenten haben genügend Reserven gegen Gewaltbruch und das angegebene Nennmoment bezieht sich auf ein dauerhaft angelegtes Moment.

Die Kombination offener Wandler mit zu großem Gang am Berg führt vermutlich zu termischen Problemen im Wandler, ehe es Festigkeitsprobleme im Getriebe gibt. Sollte man also nicht machen. (Wenn ich Buckelstrecken auf der Rallye mit offenem Wandler fahre, dann mache ich das nicht mit Vollast oder dauerhaft großen Differenzdrehzahlen zwischen Pumpe und Turbine. Ich habe ürigens nur einen 400er Wandler, aber eben das Eingangsdrehmoment angepasst)

Ich habe Kombinationen gefunden, da hängt eine 440 WSK vor einem 4S150 Getriebe.
Andererseits sagt die TDV für die aktuelle Faun SLT ausführung, daß dort ein BF12L513C mit 525 PS (1925 Nm) mit einer WSK 400 und einem 16S190A kombiniert ist. Die Festbremswandlung ist allerdings auch nur mit 1.85 angegeben, was daran liegen kann, daß der Motor den Wandler über den Punkt des maximalen Drehmomentes zieht, oder der Wandler andere Schaufeln hat. (Hat jemand die original-Kennlinie, die Original-Daten 'unserer' Wandler?)
Ausschlaggebend ist hier wohl, daß das Getriebeeingangsdrehmoment von 1900 Nm auffällig auf das Motornennmoment mit 1925 Nm abgestimmt ist. Der Wandlerbetrieb ist nicht der begrenzende Faktor. Und das wird eine originale ZF Auslegung sein.

Fazit:
-> ein offener Wandler ist nicht dafür gedacht, die volle Motorleistung zu übertagen. Zumindest muss er das nicht. Er soll ein verschleißfreies Anfahren ermöglichen, und das setzt eine richtige Gangwahl voraus. Dann kann die Motorleistung auch erheblich höher sein, als die theoretisch übertragbare Leistung des Wandlers.

-> beim überbrückten Wandler muss die Überbrückungskupplung das Motormoment übertagen können. Leider ist das nirgendwo angegeben, und schlecht zu messen ist es auch.
Andererseits kann es durch eine Erhöhung des Schließdruckes aber gepimpt werden, oder man überwacht ein Durchrutschen der Überbrückungskupplung mit der ModWSK (und nimmt dann Gas weg). (Eine Erhöhung des Schließdruckes erhöht im gleichen Maße dauerhaft die Verlustleistung durch den Ölkreislauf. Macht das also nicht ohne Not.)
Die Trockenkupplung zum Schalten muss natürlich auch halten.

-> das Getriebe muss an das Nennmoment des Motors angepasst sein. Sonst gibt es auf Dauer Bruch.

Eigentlich sollte ein 440er Wandler eine kräftigere Überbrückungskupplung haben, weil ein größerer Kupplungsdurchmesser möglich ist. Dazu habe ich aber nichts gefunden, noch nicht einmal ein Schnittbild zur WSK 440. Da muss immer die 400er herhalten.
Theoretisch steigt das übertragbare Drehmoment eines Wandlers mit Durchmesser hoch 5. Das wäre ein Faktor von 1.6, dem Bild in dem Beitrag weiter oben ist aber nur ein Faktor von 1.25 zu entnehmen. (Andererseits sind da auch noch mkg angegeben, das muss also nicht den aktuellen 'neuen' Wandlern entsprechen.)

Das sogenante Festbrems- oder Stall-Moment ist übrigens keine Kennzahl des Wandlers sonder immer ein Wert der Kombination Motor mit Wandler. Denn die Festbremsdrehzahl ist die Drehzahl, an dem bei festgebremster Turbine das Motormoment dem Pumpenmoment des Wandlers entspricht. Ein großer Motor schafft mehr, eine Kleiner weniger. Die Kunst ist es, den Wandler so auszulegen, daß sich beide Kennlinien beim max. Motormoment kreuzen.
Für die Anfahrfunktion ist es allerdings nur wichtig, daß das Ausgangsmoment des Wandlers größenordnungmäßig das Nennmoment des Motors erreicht. Das reicht völlig, wenn man genügend Gänge zur Verfügung hat und nicht im niedrigsten Gang noch den Wandler braucht, um eine Steigung hoch zu kommen. (Ganz böse, siehe oben.)

Ich wüßte ja gerne die Drehzahl, ab der das Festbremsmoment nicht mehr steigt. Den sagt nur keiner.

Das war jetzt das Wort zum Wandler.
Gruß Hugo

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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von A N D R E A S » Do 1. Aug 2019, 09:54

Danke Hugo für deine Erläuterungen!
Vielleicht kann dir die Machinenbau-Fakultät einer Uni oder Hochschule (Aachen, Karlsruhe, München) bei deinen weiteren Überlegungen helfen.
A N D R E A S

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manny
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von manny » Do 1. Aug 2019, 10:16

...oder umgekehrt :D
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HugoVogelsang
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von HugoVogelsang » Do 1. Aug 2019, 13:05

Hallo,

Es gibt, wie gesagt, eine Doktorarbeit dazu. Die beschäftigt sich allerdings mit der Optimierung der numerischen Simulation von Wandlern. Die echte Entwicklungs- und Forschungsarbeit wird in den Firmen gemacht, und die geben es verständlicher Weise nicht raus.

Ich könnte jetzt den Doktorranten anhauen, ob ich seine Modelle kriege, um mir das simuliert mal anzusehen. Wir haben das selbe Programm im Haus. Aber dann hat man eine Geometrie von einem PKW-Wandler.
Er hat diesen Wandler übrigens genommen, weil es wohl der Einzige ist, zu dem eine Firma mal Messwerte und Kurven veröffentlicht hat. Damit konnte er zeigen, daß es im Prinzip funktioniert, aber von der Erstellung allgemeingültiger Modelle scheinen sie noch ein wenig entfernt zu sein.
Immerhin scheint mit den Forschugsergebnissen ein Wandlerhersteller mit den ihm bekannten Geometriedaten und Leistungskurven seine eigenen Wandler untersuchen und optimieren zu können.

Geheimhaltung von Firmenknowhow steht also ganz oben.....

Das, was ich will, kommt ja auch nur bei Bastlern vor. Bei ernsthaften Projekten wird der Wandler natürlich auf den Motor ausgelegt, und dafür haben sie ihre Kennfelder.

Meine grundsätzlich Erkenntis ist eben, daß die Überbrückungskupplung und die Trennkupplung halten muss. Und dann muss die richtige Gangwahl her.
(Ich habe auch noch einen original Marder Wandler liegen..... der passt auf jeden Fall zum Motor.)

Gruss Hugo

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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von Powerkat » Do 1. Aug 2019, 14:42

Moin-
Also die Kennlinie des Kat 1 standart wandlers ist 25 ,sowohl beim 370 als auch beim 400
deiner aus den Kat 2 und die aus den A1 haben 45....
bei den WüK arbeiten sie mit verschiedenen Lamellenanzahlen und verschiedenen Anpressdruck ...
Bei den üblichen geschraubten Wandlern kann man das bei der inst.setz. schön sehen ,da passen sie sich damit schön an die Kombination Motor-Getriebe-Masse(Fahrzeug) an und verbauen dann div. Kombinationen ,teils als Lückenfüller auch "Leerlamellen"...
Wir hatten mal in einer Liebherr Krankombination die Problematik das die Kupplung mal zu scharf war und dauern die Turbinenwelle geknackt hat, dann wurde verändert und weicher gemacht was einen zu hohen Verschleiß der Beläge zur folge hatte ...

bezügl. dem steigern des Schließdruckes :
klar, der erhöhte Schließdruck hat ein erhöhen des Druckes des hydraulischen Kreises zur Folge, wir reden von ca. 2 Bar !
um wieviel KW Leistungsverlust reden wir hier ,wenn der Öffnungsdruck des DbV um 2 Bar höher ist ? also bei div. Probeläufen wo ich die wandler mit einer Getriebebohrmaschine antreibe und den Schließdruck etc. Verändere zuckt die Bohrmaschine kein bischen im Gegensatz zum generellen überwinden der Gesamtwiederstände um ihn ins rotieren zu bringen ....

Marcel
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HugoVogelsang
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von HugoVogelsang » Do 1. Aug 2019, 17:32

Hallo,

Überschlagsmäßig: 20 L/min x 2 Bar sind ca 70 Watt, mit Antriebsverlusten mal angenommen 80 Watt.
Bei 2000 Umdrehungen sind das 160 Watt.
Das ist 1 Liter Sprit in 20 Stunden. Zugegeben nicht die Welt, aber im PKW würde das jetzt Optimierer auf den Plan rufen. (Ich hatte auch mehr als 20 Liter/min im Kopf)

Bei den Kennfeldern hatte ich einen Knoten im Gehirn, der ist jetzt geplatzt....
/25 heißt, 250 Nm Pumpenmoment bei 1000 Umdrehungen.
Die Pumpendrehmoment steigt quadratisch mit der Drehzahl (theoretisch), d.h. 1000 NM bei 2000 Umdrehungen.
Wenn der Motor nur 900 hat, schafft er es nur bis ca 1900 Umdrehungen. (Festbremsdrehzahl)
Mal Anfahrwandlung 2.8 gibt dann 2500 Nm Abtriebsmoment.... (und das auf ein armes Getriebe mit nur 900 Nm Eingangsdrehmoment....)

Ok, bei der 45er Kennlinie sind das dann 450 Nm bei 1000/min. Der 513 hat 1300 Nm und müßte damit auf 1700 Umdrehungen kommen. Allerdings hat er sein Drehmomentmaximum früher und erreicht sie wohl nicht ganz. (Festgebremst, habe ich aktuell nicht ausprobiert oder nachgelesen.)
Bei einer Anfahrwandlung von 2.5 gibt das dann ca. 3200 Nm als Festbremsmoment für die Turbine. (Und das auf ein Getriebe mit 1600 Nm Eingangsdrehmoment.... Original ZF Auslegung.)
Ich glaube allerdings NICHT, daß die Anfahrwandlung von der Pumpendrehzahl unabhängig ist. Aber das steht nirgendwo.

Mein Problem ist jetzt, daß der Wandler 1800 Nm bei 2000/min 'schluckt'. Mein Motor hat aber direkt 2060 Nm. Der zieht ihn also vermutlich auch noch da drüber weg, wenn ich ihn direkt anflansche.
Aktuell ist er aber mit ca. 1:1.2 ins Schnelle übersetzt. So ganz grob erinnert habe ich eine Festbremsdrehzahl (Motor) von ca 1600/min (mit gebremstem Schaum, d.h. keine volle Einspritzmenge, kaum Ladedruck.) Am Wandler wären das theoretisch 1900/min, und damit theoretisch 1600 Nm Pumpenmoment, was wiederum 1920 Nm Motormoment bedeuten würde. Im Datenblatt vom MTU stehen zwar 2060Nm bei 1600/min, aber dann hat er auch die volle Einspritzmenge (und qualmt). Die liegt bei mir erst an, wenn ich auch vollen Ladedruck habe, und der kommt nicht vor 1800-1900/min.
(Oder bei Kickdown.... Hat mich mal eine Kupplung gekostet. Jetzt habe ich eine Schaltung, die Kickdown (bei mir ist das das Simulieren von Ladedruck durch Druckluft-> volle Einspritzmenge, sofort) bei offenem Wander verhindert. Die Wandlersteuerung steht bei mir permanent in Kickdown-Stellung, weil meine Getriebeeingangsdrehzahlen so hoch sind.)
Eigentlich ist der Motor mit überbrücktem Wandler bei 1600/min so mau, daß man runterschalten möchte. Oder Gas geben, damit man aus dem (Turbo-)Loch kommt.

Was soll das ganze? Das zeigt, daß das Pumpendrehmoment des Wandlers im Bereich hoher Drehzahlen nicht mehr quadratisch mit der Drehzahl steigt, weil die Strömungsverluste im Wandler zu groß sind. Das Öl kommt einfach nicht mehr mit. Quasi eine Selbstschutzfunktion des Wandlers. Führt aber zu sehr heißem Öl.

Vermutlich ist dieser Effekt der Grund, weshalb die WSK 400 in der Tabelle mit 2300 Nm max. Moment angegeben ist. (Ohne Angabe einer Drehzahl.) Mehr geht da schlichtweg nicht.

Was heißt das für die Bastler unter uns:
Wenn die WSK richtig benutzt wird, d.h. zum Anfahren oder in Bereichen, wo sie dauerhaft ausreichend gekühlt werden kann, dann ist es ihr egal, wieviel KW davor sind.
Wichtig ist, daß die Überbrückungskupplung das Motormoment aushält, wie auch das Getriebe.
Und.... wie meine im Festbremsversuch zerstörte Kupplung zeigt, daß man im Gelände keine Festbremsversuche macht. Wenn die Räder also nicht drehen wollen, ist es besser, den Motor nicht über 1500 bis 1600/min hinaus zu drehen, auch wenn er das könnte.
Lieber eins runterschalten und nochmal probieren. Die 1A1 haben eine Spreizung von 1:14. Da reicht der erste echt weit runter. Wenn sich dann noch nichts dreht, sind irgendwann auch die Achsen in Gefahr (wenn der Motor mehr kann).
(Knackpunkt ist die Durchtriebswelle der vorderen Hinterachse bei offenem Zentraldifferential, wegen der Drehmomentverteilung. Oder die Durchtriebswelle der 2. Vorderache, wenn das Zentraldifferential gesperrt ist, weil die das Antriebsmoment beider Vorderachsen übertragen muss.)

Was das ganze auch zeigt ist, daß die Getriebe statisch eine ganze Menge mehr aushalten, als angegeben ist. Wer allerdings sein Getriebe dauerhaft mit zu großem Drehmoment antreibt, riskiert Lebensdauer. Klar, wir wollen alle keine Millionen km fahren, aber die Lebensdauer von Lagern nimmt z.B. mit hoch 3.3 ab, wenn die Last steigt. Und die Zahnflanken mögen das auch nicht, auch wenn der Zahnfuss hält.
Vermutlich will keiner sein Getriebe in der Wüste verrecken sehen.

Was die Eingangsfrage angeht: Ja, die WSK 400 ist für 500 PS gut.
Der Rest muss es aber auch aushalten.

Gruss Hugo.

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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von Powerkat » Do 1. Aug 2019, 17:53

ja, da gehe ich einig mit Dir

Marcel
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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von special-mechanics » Fr 2. Aug 2019, 12:40

Powerkat hat geschrieben:
Do 1. Aug 2019, 17:53
ja, da gehe ich einig mit Dir

Marcel
Nur ein Satz? Oh.... :shock: :lol:
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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Re: WSK 400 für 500 PS gut?!

Beitrag von Mehrachsensindbesser » Di 20. Aug 2019, 20:44

jep Andreas, 2100 NM und 460 PS kann die WSK 400 in Verbindung mit einem S6-90.
Grüße Holger
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