Shelter ausbauen

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Sandkater » Fr 28. Aug 2015, 20:56

heute waren die Leseleuchten über dem Bett fällig.

Eine Hartfaserplatte ist ein bisschen dünn um die Lampeneinsätze sicher aufzunehmen. Deshalb wird auf der Rückseite eine Verstärkung aufgeleimt.
Umbau_Shelter_430.JPG
Rechts und Links kommen noch Abdeckungen drauf, mit Lampeneinsätzen sieht es dann so aus:
Umbau_Shelter_432.JPG
Verkabelung mit dem Doppelschalter:
Umbau_Shelter_435.JPG
Test mit 12V:
Umbau_Shelter_434.JPG
Im Aufbau mit Panzertape fixieren und die erste Naht setzen:
Umbau_Shelter_436.JPG
Und abstützen, die Schwerkraft wirkt deutlich stärker als erwartet:
Umbau_Shelter_437.JPG
Morgen kommen die Klebestreifen weg und es wird sauber verfugt.

Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
marcel texel
Beiträge: 661
Registriert: Di 2. Okt 2012, 18:15

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von marcel texel » Fr 28. Aug 2015, 21:30

Ich habe diese fur warm wasser, einfach super, in ein halbe stunde warmes wasser fur ein duche fur 2 personen.

http://www.vanrijwatersport.nl/index.ph ... 08&lang=nl

Mfg,
Marcel
Crime doesn't pay, does that mean my job is a crime?

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Sandkater » Do 3. Sep 2015, 21:17

Hallo Marcel

vielen Dank für den Tipp. Da ich im Moment nur 24 V zur Verfügung habe merke ich mir das für später vor.

Heute dann die Klapptür für die Dusche eingesetzt, jetzt wirkt es schon ziemlich komplett:
Umbau_Shelter_438.JPG
Und jetzt wird getestet: erst mal Willys Treffen, dann Euskirchen und eine Woche Frankreich.

Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Sandkater » Mi 30. Dez 2015, 14:41

Die Tests haben doch tatsächlich ein paar Möglichkeiten zur Optimierung ;) gezeigt .

Als erstes kam jetzt eine Verkleidung des Gastanks dran. Ein durch Zweige demolierter Gasfilter und ein paar Kratzer im Lack neben dem Tank haben mich überzeugt.

Das Blech halbrund biegen und an den Wagen grob anpassen.
Umbau_Shelter_439.JPG
Dann die Lage der Ausschnitte für Crashsensor, Prüfventil, Hauptventil und die Verschraubung des Tankschlauchs festlegen und raus arbeiten. Laut Aussage des Gasprüfers könnte der Tankschlauch nach zehn Jahren durch Sonneneinstrahlung porös werden, dann wäre es blöd nur für den Wechsel alles abbauen zu müssen. Unten wurde für die Gasleitungen und die Stromversorgung auch noch etwas ausgeklinkt. Ohne Schutzfolie sieht es richtig toll aus, fast zu schade zum lackieren.
Umbau_Shelter_440.JPG
Zweimal mit dem Industrielack rollen, dann sieht es schon ganz nett aus.
Umbau_Shelter_443.JPG
Anbauen, auch die Ausschnitte passen.
Umbau_Shelter_444.JPG
Weil das Blech etwas wackelig wirkt habe ich noch zwei Streben einzogen. Praktischerweise hat den FM2 genügend Schrauben an den richtigen Stellen, in Summe habe ich nur 2 Nietmuttern setzen müssen und oben in den Gurt M6 Gewinde gebohrt. Von der Ausbauaktion der Aluschienen sind ein paar passende Schrauben übrig geblieben. :whistle:
Umbau_Shelter_446.JPG
Nebenbei habe ich den Schlauch neu und die Gasanschlußdose nach oben verlegt.
Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Sandkater » So 10. Jan 2016, 15:27

Etwas, das auch in die Kategorie "sollte man wirklich machen" gehört: den Lüfter isolieren.

Das Alugehäuse steht innen etwas über und morgens bildet sich mit schöner Regelmäßigkeit Kondenswasser, das an der Wand runter läuft.

Mit 30er PU alles schön rundum verkleiden.
Umbau_Shelter_447.JPG
Kleiner Test an Silvester hat gezeigt: passt so.
Deshalb habe ich jetzt eine kleine Verkleidung aus der weißen Hartfaserplatte, die auch sonst zum Einsatz kam, gebaut. Incl. ausreichend großem Ausschnitt zum Öffnen des Gitters um das Filterflies tauschen zu können.
Umbau_Shelter_448.JPG
Einkleben mit weißer PU Masse und schon ist wieder ein Punkt von der 2DO Liste verschwunden. :clap:
Umbau_Shelter_450.JPG
Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
Andy
Beiträge: 591
Registriert: Mo 24. Jun 2013, 15:37

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Andy » Mo 25. Jan 2016, 18:12

ImageIch muss mich jetzt auch mal einklinken.
Habe jetzt begonnen das Dieselmonster aus unserer FM1 zu demontieren. Da es einfach nicht möglich war etwas schlaf zu bekommen wenn das Ding lief.
Ich wollte jetzt eine Truma S3002 einbauen, hab sie auch schon zu Hause liegen. Die gleiche haben wir auch im Wohnwagen. Befeuert wird sie von einer am Benzinkanisterhalter befestigten 11Kg Propan Flasche, mit LKW Halterung.
Kann ich eigentlich den originalen äußeren Abgaskamin vom Dieselmonster benutzen ??? Haben ungefähr den gleichen Querschnitt, hab es aber noch nicht nachgemessen.
Oder besser einen Dachkamin ala Wohnwagen installieren ?

Was ich jetzt noch vor hatte, ist ein oder zwei Solarpaneele auf das Dach montieren, damit ich nicht immer vor einem Treffen die Batterien extern aufladen muss. Kabine läuft auf 24V.
Und wir so etwas "autarker" sind.
Jetzt schlagt mich nicht, ich wollte dann welche bei eBay holen. Diese kosten ca. 160€ für 180W bzw. 300€ für 360W incl. Laderegler.
Welche sollte man nehmen, eher mehr oder weniger Leistung ?
Das das nicht die besten sind weiß ich auch, aber wird doch wohl für zwei dreimal im Jahr übers Wochenende reichen, oder ?
Anschließen wollte ich sie über die vordere Steckdose an der Kabine und in Schaltkasten den Laderegler zwischen schalten.

Gruß Andy.

Benutzeravatar
fun-ski
Beiträge: 1114
Registriert: Di 28. Jan 2014, 11:55

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von fun-ski » Mo 25. Jan 2016, 19:02

Hi Andy

das passt schon,ich hatte angefangen mit einem Set 150w/12v mit pwm Regler, habe aber inzwischen aufgerüstet auf 450wp mit 2 Regler 1x20Aund 10A Mppt.
bei 24v sind die Haushaltspaneele günstiger.
Würde die Paneele und Regler einzeln kaufen und den Regler größer dimensionieren, das du evtl. noch ein Paneel dazu machen kannst.
Bei der Gasheizung glaube ich brauchst du ja auch noch Frischluftzufuhr ob dies mit dem bestehenden Auspuff geht wage ich zu bezweifeln.
Ich habe bei mir eine Eberspächer Airtronik D2 Diesel-Luftstandheizung im FM2 verbaut, den Auspuff durch den Boden geführt und eine der Zwangsbelüftungen von Shelter als Brennluftzufuhr zweckentfremdet.
wer Rechtschreibfehler findet darf Sie behalten!
Gruß
Dirk

Benutzeravatar
Andy
Beiträge: 591
Registriert: Mo 24. Jun 2013, 15:37

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Andy » Mo 25. Jan 2016, 19:18

Hallo Dirk,

die Frischluft hole ich von unten. Den Boden muss ich aufsägen, damit die Heizung passt. Ist bei den "normalen" Wohnwagen auch so.
Das ist das kleinste Problem, denke ich.
Bei den Paneelen denke ich das 360W reichen werden. Es hängt ja maximal die Spülwasserpumpe und die 24V Neonröhren dran. Also nicht die Verbraucher.

Andy

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Sandkater » Mo 25. Jan 2016, 20:53

Andy hat geschrieben:Hallo Dirk,

die Frischluft hole ich von unten. Den Boden muss ich aufsägen, damit die Heizung passt. Ist bei den "normalen" Wohnwagen auch so.
Das ist das kleinste Problem, denke ich.
Bei den Paneelen denke ich das 360W reichen werden. Es hängt ja maximal die Spülwasserpumpe und die 24V Neonröhren dran. Also nicht die Verbraucher.

Andy
Das verstehe ich nicht.
Der Laderegler wird parallel auf die Batterie gehängt, wie auch dein Stromverteiler.
Deine Verbraucher ziehen ihren Strom aus der Batterie, nachgeladen wird nur was der Regler und Sonne hergibt.

Gruß
Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
fun-ski
Beiträge: 1114
Registriert: Di 28. Jan 2014, 11:55

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von fun-ski » Mo 25. Jan 2016, 21:09

Moin

so isses, deswegen habe ich jetzt mehr Fläche drauf, gerade in den kälteren Monaten brauchst du mehr Energie für Heizung usw als evtl 1 Paneel rein bringt.
Hab die Erfahrung schon gemacht das bei guter Bewölkung und Einsatz der Standheizung mehr verbraucht wurde als bis zum Abend wieder eingespeist.
Da hilft dann nur fahren und mehr Fläche.
2-3 Tage ginge das schon aber dann ist Schicht(ja ich weiß man kann es auch übertreiben )

Und auch ich werde jetzt meine Containerecken und die Hecktür nach isolieren :doh: ( Ich wurde ja darauf hingewiesen).
Dacht aber zu diesem Zeitpunkt nicht das ich mal im Winter unterwegs sein würde( MAN dieser KATvirus :angry-banghead: :angry-banghead: )
wer Rechtschreibfehler findet darf Sie behalten!
Gruß
Dirk

Benutzeravatar
marcel texel
Beiträge: 661
Registriert: Di 2. Okt 2012, 18:15

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von marcel texel » Mo 25. Jan 2016, 21:13

Hallo,

Ich habe ein 20A laderegler (bis 1000w panele auf 24V):

http://www.pro-umwelt.de/charge-control ... p-796.html

und 3 solar panele 270WP:

http://www.sun-solar.nl/index.php/produ ... -sunsolar/

In meine kabine habe ich 2x 200AH batterieen:

http://www.amperewinkel.nl/200ah-12v-ag ... panelen-36

Weiter habe ich ein 24v 230v 2000w reiner sinus wandler (fur kuhlschrank 60w, 20L Quick B3 boiler 800w, nespresso machine 1500w, backofen 1500w)

Mfg,
Marcel
Crime doesn't pay, does that mean my job is a crime?

Benutzeravatar
Andy
Beiträge: 591
Registriert: Mo 24. Jun 2013, 15:37

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Andy » Mo 25. Jan 2016, 21:16

Hallo Peter,
ich meinte bei "nicht"die Verbraucher, das es die Verbraucher sind die unheimlich viel saft benötigen.
Sondern nur die Lampen und die Pumpe.

Andre

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Sandkater » Mo 10. Apr 2017, 22:25

Seit heute sind wir auch ein bisschen stadtfein: ein Abwassertank hängt unter der Pritsche.
Immer mit Eimer unter dem Abfluß: kann man machen. Und einfach auslaufen lassen ist in der Wüste kein Problem, wenn andere in der Nähe sind ist es unter Umständen mindestens unhöflich.

Der Tank liegt auf Aluprofilen hinter dem Getriebe unter der Pritsche. 90 ltr. sollten eine Weile reichen.

so ging es los:
Umbau_Shelter_451.JPG
vorn habe ich die M6 Schrauben abgeflext und ein M8 Gewinde gebohrt. Jetzt hängt eine nette kleine Traverse unter der Pritsche und nimmt vorn die Träger auf. Durch die verschiebbaren Winkel kann man alles noch später an die genauen Platzverhältnisse anpassen.
Umbau_Shelter_452.JPG
Hinten sind die Löcher relaiv schnell gebohrt und alles verschraubt. Auch hier wieder verschiebbare Winkel, die das Leben vereinfachen.
Umbau_Shelter_453.JPG
Für das Abwasser sind 5/4" Bohrungen vorhanden, einfach mit dem Stufenbohrer öffnen und die Fittings einschrauben.
"Wenn mal wieder diese Bürohengste antreten.." Nils Kommentar hatte durchaus seine Brechtigung: das ist ein bisschen dünn für einen 3/4" Schlauch.
Umbau_Shelter_454.JPG
Also bin ich nochmals los und habe die richtigen Teile besorgt. Seht doch schon besser aus:
Umbau_Shelter_455.JPG
Einen der jetzt überflüssigen 1/2" Stutzen brauchte ich für den Anschluß der Entlüftung / Überlauf.
Umbau_Shelter_456.JPG
Fixiert wird der Tank demnächst mit Bauschaum in Tüten. Einfach ein paar Tüten in den Zwischenraum nach oben und hinten zur Traverse einlegen, Bauschaum einfüllen und ein bisschen warten. Dann sollte nichts mehr wackeln und es ist im Notfall demontierbar.
Dateianhänge
Umbau_Shelter_456.JPG
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
Camelchaser
Beiträge: 60
Registriert: Fr 20. Nov 2015, 11:36
Kontaktdaten:

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Camelchaser » Mi 12. Apr 2017, 18:37

In Germany you really know how to engineer[SMILING FACE WITH OPEN MOUTH AND SMILING EYES]

Sent from my SM-G930F using Tapatalk
[Image][Image]CAMEL CHASER
ONLY ONE LIFE, LIVE IT

Benutzeravatar
Camelchaser
Beiträge: 60
Registriert: Fr 20. Nov 2015, 11:36
Kontaktdaten:

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Camelchaser » Mi 12. Apr 2017, 18:40

Campimg container is ready, genset, opening wingdoors, kitchen, refrigerator, sink and stove, 21 box storage. Diesel and petrol refueling, big toilet and shower. All set to escort groups of 10 people.BildBild

Sent from my SM-G930F using Tapatalk
[Image][Image]CAMEL CHASER
ONLY ONE LIFE, LIVE IT

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Sandkater » Mi 12. Apr 2017, 21:57

great vehicle. May I be a little bit jealous?

Kind regards
Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
4x4-6x6
Beiträge: 1273
Registriert: Do 20. Mär 2014, 17:08

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von 4x4-6x6 » Fr 21. Apr 2017, 06:13

Hallo,
AndreasE hat geschrieben:Peter,
vielen Dank für Deinen Ausbau- und Umbaubericht.
Ist immer wieder interessant zu lesen, was jeder bei seinen Projekten so vorhat.

Ich bin noch ganz am Anfang und habe die letzten beiden Abenden damit zugebracht, einmal das ganze eingebaute Zeugs fein säuberlich rauszuholen. Das war ganz schön zeitaufwendig und ein paar Sachen sind sich nicht ganz ausgegangen, wie zum Beispiel die Heizung und ein paar Teile auf der Decke und rechten Wand. Mach ich das nächste Mal. Ist ja geradezu unglaublich, wieviele Schrauben da verbaut sind ...

Vorher:
Bild

Nachher:
Bild



Ist auf jeden Fall gleich ein ganz anderes Raumgefühl :)

LG und bitte berichte weiter von Deinem Projekt,
Andy
Man kann es auch von der anderen Seite betrachten.

Nun nähert sich mein Container dem Endausbau.

Derzeit habe ich 37 Steckdosen 230 V installiert, um das Grundbeürfnis auf 8 m² abzudecken.


...

Benutzeravatar
4x4-6x6
Beiträge: 1273
Registriert: Do 20. Mär 2014, 17:08

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von 4x4-6x6 » Di 30. Okt 2018, 01:13

Hallo,

zu dem Thema Niederspannungsinstallation die Ausführungen vom TÜV-Süd:

Neue DIN VDE 0100-410
Schutz gegen elektrischen Schlag in Niederspannungsanlagen

29. Oktober 2018

Als Grundnorm der DIN-VDE-0100er-Gruppe sind im Teil 410 die grundlegenden Anforderungen an den Schutz gegen elektrischen Schlag in elektrischen Anlagen bis 1 kV Wechselspannung und 1,5 kV Gleichspannung geregelt. Mit der neuen Ausgabe wurden zudem die Anforderungen der bereits in die Jahre gekommenen DIN VDE 0100-739 in die Sicherheitsgrundnorm »Schutz gegen elektrischen Schlag« übernommen. Das Schutzziel ist es, Menschen und Tiere vor den Gefahren des elektrischen Stromes zu schützen.

Auf einen Blick

Seit Oktober 2018 verbindlich Die neue DIN VDE 0100-410 löst die bisher gültigen Normen DIN VDE 0100-410:2007-06 und DIN VDE 0100-739:1998-06 mit der Übergangsfrist bis zum 7.7.2020 ab
Vollständige Bezeichnung: DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10, Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag

Nach §49 EnWG sind elektrische Anlagen so zu errichten, dass Personen und Nutztiere nicht durch die Gefahren des elektrischen Stromes gefährdet werden. Elektrische Anlagen gelten als sicher, wenn sie nach den zum Errichtungszeitpunkt gültigen Regeln der Technik errichtet worden sind. Dieser Zustand wird vermutet, wenn die Anlage nach den zum Errichtungszeitpunkt gültigen VDE-Bestimmungen errichtet wurde. Niederspannungsanlagen mit Nennspannungen bis 1 kV Wechselspannung und 1,5 kV Gleichspannung fallen in den Anwendungsbereich der DIN VDE 0100. Die Anforderungen an den Schutz für Personen und Nutztieren gegen elektrischen Schlag ist in der DIN VDE 0100-410 geregelt. In deren Anwendungsbereich fallen elektrische Anlagen in Wohnungsanwesen, Gewerbeanwesen, öffentliche Anwesen, Industrieanwesen, landwirtschaftliche und gartenbauliche Anwesen, Fertighäuser, Caravans, Campingplätze und ähnliche Plätze, Baustellen, Ausstellungen, Messen und andere vorübergehend errichtete Anlagen, Marinas, Beleuchtungsanlagen im Freien und ähnliche Anlagen, medizinisch genutzte Bereiche, bewegliche oder transportable elektrische Anlagen, Photovoltaikanlagen sowie Niederspannung-Stromerzeugungsanlagen.


Schutzvorkehrungen gegen elektrischen Schlag

Die Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag von Personen und Nutztiere basieren darauf, den Stromfluss und gefährliche Berührungsspannungen für Personen und Nutztiere zu verhindern oder in der Höhe und Dauer auf ein ungefährliches Maß zu begrenzen. Maßnahmen zum Schutz gegen elektrischen Schlag beinhalten Schutzvorkehrungen für den Basis- und Fehlerschutz. Beide Schutzvorkehrungen sind immer gemeinsam anzuwenden und müssen unabhängig voneinander sein. Der Basisschutz wurde früher auch als Schutz bei direktem Berühren bezeichnet. Er besteht aus einer Schutzvorkehrung gegen das Berühren aktiver Teile unter normalen Betriebsbedingungen. Der Fehlerschutz – früher auch als Schutz bei indirektem Berühren bezeichnet – stellt eine vom Basisschutz unabhängige Maßnahme dar. Sie gewährleistet einen Schutz gegen elektrischen Schlag unter den Bedingungen eines Einzelfehlers, z. B. bei Versagen des Basisschutzes. Beide Schutzvorkehrungen dürfen in elektrischen Anlagen nur in folgenden Kombinationen angewendet werden:
• Eine Schutzvorkehrung, bestehend aus Basisisolierung und zusätzlichen Isolierung bzw. einer verstärkten Isolierung, oder
• aus zwei unabhängigen Schutzvorkehrungen – bestehend aus einer Basisschutz- und einer Fehlerschutzvorkehrung.
Bei Betriebsmitteln kommt in der Regel die Schutzmaßnahme doppelte oder verstärkte Isolierung zur Anwendung, während in elek-trischen Anlagen die Schutzmaßnahme automatische Abschaltung im Fehlerfalle nach DIN VDE 0100-410 angewendet wird.
Unter bestimmten Bedingungen ist ein zusätzlicher Schutz erforderlich. Dies trifft zu, wenn aufgrund des Aufstellortes und der Bedienung durch Laien eine erhöhte Gefährdung zu erwarten ist.

Nach Errichtung elektrischer Anlagen ist mit der Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag in Übereinstimmung u. a. den normativen Anforderungen nach DIN VDE 0100-410 durch Besichtigen, Erproben und Messen zu erbringen.

Zutreffende Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag

Welche Schutzmaßnahmen anzuwenden sind, hängt in erster Linie vom Nutzer und seiner Qualifikation ab. Die Schutzmaßnahmen Schutz durch Hindernisse und Schutz durch nichtleitende Umgebung dürfen nur in Bereichen angewendet werden, zu denen ausschließlich Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen Zugang haben. Sowohl der Schutz durch erdfreien örtlichen Potentialausgleich als auch Schutz durch Schutztrennung mehrerer Verbraucher in einem Stromkreis sind nur zulässig, wenn Elektrofachkräfte oder elektrisch unterwiesene Personen die Örtlichkeiten überwachen, sodass keine unbefugten Änderungen vorgenommen werden können.

Weitere anwendungsspezifische Anforderungen sind in den Normenteilen der 700er-Gruppe für elektrische Anlagen ergänzend geregelt. Im Rahmen des Anwendungsbereiches für die oben beschriebenen elektrischen Anlagen sind nach DIN VDE 0100-410 die folgenden Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag zulässig:
• Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung
• Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung
• Schutz durch Schutztrennung für die Versorgung eines Verbrauchsmittels
• Schutz durch Kleinspannung mittels SELV oder PELV.
• Schutz durch Schutzpotentialausgleich
Der Schutzpotentialausgleich verhindert durch die Verbindung aller gleichzeitig berührbaren Körper elektrischer Betriebsmittel und fremden leitfähigen Teilen, dass durch Potentialunterschiede für Menschen und Nutzteile gefährliche Berührungsspannungen zwischen fremden leitfähigen Teilen entstehen.
Fremde leitfähige Teile sind Teile, die nicht zur elektrischen Anlage gehören, jedoch ein elektrisches Potential in das Gebäude einführen oder verschleppen können. Diese sind mit dem Schutzpotentialausgleich zu verbinden. In der neuen DIN VDE 0100-410 wurden die Anforderungen an die in den Schutzpotentialausgleich einzubeziehende Teile mit dem auf die Anforderungen zur Ausführung gemäß DIN VDE 0100-540 konkretisiert. Es sind demnach Rohrleitungen von Gas-, Wasser-, und Fernwärmesystemen, die von außen in ein Gebäude geführt werden, so nahe wie möglich an ihrer Eintrittsstelle innerhalb des Gebäudes miteinander zu verbinden. Fremde leitfähige Teile und berührbare Bewehrungen der vorhandenen Gebäudestruktur und Gebäudekonstruktion aus Beton sind ebenfalls an den Schutzpotentialausgleich anzuschließen.

Schutz durch automatische ¬Abschaltung im Fehlerfall

Die Schutzmaßnahme »Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung« ist die gängigste in TN- und TT-System angewendeten Schutzmaßnahme zum Schutz gegen elektrischen Schlag. Die Schutzmaßnahme setzt sich zusammen aus einer Basisschutzvorkehrung zum Schutz gegen direktes Berühren aktiver Teile und einer Fehlerschutzvorkehrung zum Schutz bei indirektem Berühren. Bei Körperschluss bewirkt der Fehlerstrom ¬eine automatische Abschaltung der Überstrom-Schutzeinrichtung. Die Wirksamkeit der Schutzmaßnahme hängt von einer ausreichend niederohmigen Fehlerschleife und dem Schutzpotentialausgleichssystem ab.

Die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen durch automatische Abschaltung im Fehlerfalle im TN- und TT-System ist gegeben, wenn die nach DIN VDE 0100-410 Tabelle 41.1 geforderten Abschaltzeiten im Fehlerfalle nicht überschritten werden.

Die Höhe des an der Fehlerstelle zum Fließen kommenden Fehlerstromes wird durch die Netzspannung und die Fehlerschleifenimpedanz bestimmt. Diese muss ausreichend gering sein, damit über die Schutzeinrichtung ein ausreichend hoher Strom zum Fließen kommt, der eine automatische Abschaltung innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nach DIN VDE 0100-410 Tabelle 41.1 bewirkt. Der Fehlerschutz ist im TN-System mit einer Überstrom-Schutzeinrichtung oder mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) zulässig.

Im TT-System hängt die Impedanz der Fehlerschleife hauptsächlich von der Beschaffenheit der Erde ab. Überstrom-Schutzeinrichtungen zum Fehlerschutz dürfen in TT-Systemen verwendet werden, wenn die Fehlerschleifenimpedanz entsprechend den Abschaltbedingungen so gering ist, dass der notwendige Fehlerstrom eine Abschaltung innerhalb der vorgegebenen Zeit bewirkt. Werden in TT-Systemen die Abschaltbedingungen und somit die Abschaltzeiten nicht eingehalten, sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) als Schutzvorkehrung zu verwenden. Durch den im Vergleich zum Leitungsschutzschalter geringerem Abschaltstrom dürfen beim Einsatz von RCDs die Fehlerschleifenimpedanzen wesentlich höher sein.

In der neuen DIN VDE 0100-410 wurden die maximalen Abschaltzeiten überarbeitet. Bisher galten die maximalen Abschaltzeiten nach Tabelle 41.1 für Endstromkreise mit einem Nennstrom bis 32 A. Ab sofort gelten die Abschaltzeiten auch für Endstromkreise bis einschließlich 63 A.
Weiterhin unterscheidet man zwischen fest angeschlossenen Verbrauchsmitteln und Steckdosen. Somit gelten die Abschaltzeiten sowohl für Endstromkreise bis einschließlich 63 A mit einer oder mehreren Steckdosen als auch für Endstromkreise bis einschließlich 32 A, die ausschließlich fest angeschlossene Verbrauchsmittel vorgesehen sind. Die Abschaltzeit in TN-Gleichstromsystemen im Nennspannungsbereich von 120 V bis zu 230 V wurde von 5 s auf 1 s herabgesetzt. Des Weiteren wurden Anforderung an die Schutzvorkehrung ergänzt. Diese müssen ab sofort zum Trennen geeignet sein.
Leitungsschutz-Schalter, Leistungsschalter und Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) erfüllen i. d. R. die Anforderungen. Sicherungen in Übereinstimmung der Normenreihe DIN EN 60269 erfüllen Trennanforderungen nur, wenn der Hersteller dies konkret vorgibt.

Automatische Abschaltung – geforderte Zeit nicht erreichbar?

Nicht immer können die Abschaltzeiten nach DIN VDE 0100-410 Tabelle 41.1 eingehalten werden. Dies ist z. B. der Fall bei Anlagen mit Leistungshalbleitern, bei Erzeugungseinrichtungen mit begrenztem Strom wie Mini-PV-Anlagen oder wenn die Abschaltbedingungen aufgrund einer zu hohen Fehlerschleifenimpedanz nicht erfüllt werden. In diesen Fällen kann kein ausreichend hoher Strom im Fehlerfall zum Fließen kommen. Dadurch wird die Schutzmaßnahme unwirksam.
Diese Sonderfälle werden in der neuen Ausgabe im normativen Anhang D behandelt. Ziel der Ersatzmaßnahmen ist es, die im Fehlerfall an der Fehlerstelle anliegende Spannungen innerhalb der vorgegebenen Abschaltzeiten auf unter 50 V AC oder 120 V DC zu begrenzen. Dafür eignen sich folgenden Maßnahmen:
Die Spannung an den Ausgangsklemmen der Erzeugungseinheit bzw. des Leistungshalbleiters ist innerhalb der nach Tabelle 41.1 vorgeschriebenen Abschaltzeit auf höchstens 50 V AC / 120 V DC gesunken und innerhalb 5 s erfolgt eine Abschaltung.

Durch einen zusätzlichen Schutzpotentialausgleich ist die Spannung zwischen gleichzeitig berührbaren leitfähigen Teilen auf höchstens 50 V AC / 120 V DC zu begrenzen.

Zusätzlicher Schutz für End- und Verteilerstromkreise

Steckdosen sind seit der letzten Ausgabe der DIN VDE 0100-410:2007-06 mit einem zusätzlichen Schutz durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA zu versehen. Im Außenbereich galt die Forderung für Endstromkreise mit denen tragbare Betriebsmittel mit einem Bemessungsstrom von bis zu 32 A betrieben werden.
Die Anforderung – ausgenommen dem Außenbereich – galt für Schutzkontaktsteckdosen mit Bemessungsströmen bis 20 A, die von Laien verwendet wurden. Davon ausgenommen waren Steckdosen, die durch Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesen Personen (EuP) überwacht werden oder für ein bestimmtes Betriebsmittel vorgesehen sind. In jedem Fall obliegt dem Betreiber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Festlegung der technischen und organisatorischen Maßnahmen. Darunter sind auch die Überwachung mit den einzuhaltenden Prüffristen sowie die ausschließlich vorgesehene Verwendung der Schukosteckdosen ohne RCD sichergestellt.

Mittlerweile haben sich jedoch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen für den Personen-Schutz durchgesetzt und kommen als technische Maßnahme sowohl im Gewerbe als auch im privaten Bereich für Schukosteckdosen standardmäßig zum Einsatz. In der neuen DIN VDE 0100-410 wurde die Anforderungen für Steckdosen in Endstromkreisen und für die Versorgung von ortsveränderlichen Betriebsmitteln für den Außenbereich überarbeitet. Die Anforderung, Steckdosen im Außenbereich mit einer Fehlerstromschutz-Einrichtung mit einem Bemessungsfehlerstrom von höchstens 30 mA zu versehen ist für Steckdosen in Endstromkreisen bis einschließlich 32 A ausgeweitet worden. Gleiches gilt für Endstromkreise mit fest angeschlossenen ortsveränderlichen Betriebsmitteln.
Gemäß der überarbeiteten Anmerkung können Steckdosen bis einschließlich 32 A Nennstrom davon ausgenommen werden. Hier wird auf die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verwiesen. Diese legt die Obliegenheiten hinsichtlich des sicheren Betriebes von Arbeitsmitteln fest. Hier hat im Rahmen des Arbeitsschutzes der Arbeitgeber sämtliche Gefährdungen – ausgehend von Arbeitsmitteln, darunter auch Steckdosen und ortsveränderliche, handgeführte Betriebsmittel – zu ermitteln, die Gefährdungen für die Beschäftigten zu beurteilen und daraus Maßnahmen zur Unfallvermeidung abzuleiten. Die Maßnahmen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen nach dem sogenannten Top-Prinzip festzulegen. Dieses legt die Rangfolge der zu treffenden Maßnahmen zur Unfallverhütung fest. Demnach ist eine technische Maßnahme wie der Einbau von RCDs (Nennfehlerstrom ≤  30 mA) der organisatorischen Maßnahme Überwachung durch Elektrofachkräfte und EuP vorzuziehen.

Da jedoch mittlerweile Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen im Bestand leicht nachzurüsten sind und in neuen Anlagen eine mittlerweile einfache und kostengünstige Maßnahme darstellen, ist in jedem Fall der Fehlerstrom-Schutzschalter bei Neuanlagen zurecht unausweichlich. In besonderen Bereichen, z. B. Badezimmer, Saunen oder Nassbereichen, gelten seit 1989 die Anforderungen nach DIN VDE 0100-739:1989-06. Hiernach müssen Steckdosenstromkreise bis einschließlich 32 A, die durch Laien benutzt werden, ergänzend zum Basis- und Fehlerschutz zusätzlich mit RCDs mit einem Bemessungsfehlerstrom von höchstens 30 mA ausgestattet sein. Seit Ende der Übergangsfrist ¬der derzeit noch gültigen DIN VDE 0100-410:2007-06, sind RCDs für Steckdosen im Laienbereich quasi Pflicht. Beleuchtungsstromkreise waren bisher davon ausgenommen. Die neue Ausgabe der DIN VDE 0100-410:2018-10 fordert von nun an auch für Beleuch¬tungsstromkreise in Wohnungen ebenfalls verbindlich den Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs).

Bedeutung des Fundament¬erders

Die Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag nach DIN VDE 0100-410 bauen auf einer niederohmigen Verbindung des PEN-Leiters zum Erdreich auf. Die Erdungswiderstände sind Teil der Fehlerschleife und stellen die Basis für die Wirksamkeit der Schutzmaßnahme »automatische Abschaltung im Fehlerfalle in TN-Systemen« dar. Im nationalen Anhang der DIN VDE 0100-540 ist in Deutschland für neu errichtete Gebäude ein Fundamenterder nach der nationalen Norm DIN 18014 zu errichten. Der Nachweis über dessen korrekte Errichtung und Wirksamkeit ist bereits informativ in der derzeit aktuellen Ausgabe der DIN VDE 0100-600: Erstprüfung elektrischer Anlagen enthalten. In der neuen DIN VDE 0100-410 ist die Anforderung, einen Fundamenterder nach DIN 18014 errichten, verbindlich als Teil der Schutzmaßnahmen in TN-Systemen aufgenommen worden.

Schutzmaßnahmen im IT-System

Im IT-System sind alle aktiven Teile gegen ¬Erde zu isolieren oder mit einer ausreichend hohen Impedanz gegen Erde zu verbinden. Die Körper der Betriebsmittel sind einzeln oder gruppenweise zu erden. In IT-Systemen überwacht eine Isolationsüberwachungseinrichtung die Spannungen der aktiven Leiter gegen Erde. Beim ersten Fehler gegen Erde erfolgt eine Meldung und der Stromkreis bleibt aktiv. Erst beim zweiten Fehler kommt es über die Fehlerschleife, wie im TN-System, zu einem ausreichend hohen Strom, der eine automatische Abschaltung der Schutzeinrichtung innerhalb der Abschaltzeiten nach Tabelle 41.1 herbeiführt.

In Wechselstromsystemen darf die Berührungsspannung beim ersten Fehler 50 V nicht übersteigen. Ein ausreichend kleiner RA, bestehend aus Erderwiderstand und Schutz-leiterwiderstand des jeweiligen Körpers, begrenzt die am Körper auftretende Berührungsspannung. Bisher galt die Anforderung Id · RA ≤ 50 V AC bzw. Id · RA ≤ 120 V DC. In der neuen DIN VDE 0100-410 wurde für Gleichstromsysteme die Formel der Abschaltbedingung aufgrund vernachlässigbar kleiner Fehlerströme Id gestrichen und der Abschnitt grundlegend überarbeitet. Weiterhin sind folgende Isolationsüber¬wachungsgeräte und Schutzeinrichtungen zulässig:
• Isolationsüberwachungseinrichtungen (IMD)
• Differenzstrom-Überwachungseinrichtungen (RCMs)
• Einrichtungen zur Isolationsfehlersuche (IFLS)
• Überstrom-Schutzeinrichtungen
• Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs).
Konzept für Kabel und Leitungen
Kabel und Leitungen sind ein wesentlicher Bestandteil elektrischer Anlagen. Im Anwendungsbereich der Normenreihe DIN VDE 100 kommt der Schutz durch automatische Abschaltung im Fehlerfalle als Schutzmaßnahme zur Anwendung.

Als Schutzmaßnahme für elektrische Betriebsmittel findet meistens die Schutzmaßnahme doppelte oder verstärkte Isolierung Anwendung. Kabel und Leitungen sind hinsichtlich der Schutzmaßnahme »Schutz durch automatische Abschaltung im Fehlerfall« durch die Leiterverbindungen und den spezifischen Widerstand der Leiter Teil der Schutzmaßnahme des Stromversorgungssystems.

Zudem sind Kabel und Leitungen ab dem Punkt, wo sie in ein Betriebsmittel der Schutzklasse I eingeführt sind, als Teil des Betriebsmittels zu betrachten. Sie gelten ab da als basisisolierte Leiter mit leitfähiger Umhüllung. Die zusätzliche Isolierung weicht durch Abmanteln der äußeren Isolierung dem Schutz bei indirektem Berühren durch eine leitfähige feste Verbindung des Schutzleiters mit dem Körper.

Als eigenständiges Betriebsmittel ohne Klemmverbindungen hingegen sind Kabel und Leitungen der Schutzmaßnahme durch doppelte oder verstärkte Isolierung zuzuordnen. Den Basisschutz stellen die Leiterisolierungen dar. Der Leitungsmantel bildet die zweite Isolierung.

In der neuen DIN VDE 0100-410 wurde der Abschnitt – Kabel und Leitungen – neu überarbeitet. Kabel und Leitungen sind grundsätzlich entsprechend den äußeren und elektrischen Betriebsbeanspruchungen nach DIN VDE 0100-520 und DIN VDE 0298-4 auszuwählen. Dabei ist im Verlauf die Schutzklasse II zu erhalten. Entgegen anderen elektrischen Betriebsmitteln sind Kabel und Leitungen nicht entsprechend der Schutzklasse nach IEC 60417-XXXX zu kennzeichnen. Die Verlegung von Kabel und Leitungen darf durch zwei Möglichkeiten realisiert werden:

Die Kabel und Leitungen verfügen über ¬eine Basisisolierung, die in geschlossenen oder zu öffnenden Installationskanal mit Isoliereigenschaft verlegt sind. Der Installationskanal dient als zweite Isolierung zur Basisisolierung, der Leiter und muss entsprechende Isoliereigenschaften aufweisen. Dabei entsprechen die basisisolierten ¬Leiter der Schutzklasse 0 und werden durch die Umhüllung in einem Kabelkanal zur Schutzklasse II komplettiert.
Die Kabel und Leitungen sind mit einer doppelten oder verstärkten Isolierung versehen sowie entsprechend den elektrischen, mechanischen und thermischen Beanspruchungen und Umgebungsbedingungen ausgewählt. Kabel und Leitungen mit doppelter oder verstärkter Isolierung entsprechen somit der Schutzklasse II.

Zusammenfassung

Neben der Überarbeitung und Sortierung der einzelnen Absätze wurden im wesentlichen folgende Punkte neu gefasst:
• Schutzeinrichtungen für die automatische Abschaltung im Fehlerfalle müssen zum Trennen geeignet sein.
• Für Steckdosen bis einschließlich 63 A gelten die Abschaltzeiten nach Tabelle 41.1, zuvor galt dies nur für Steckdosen bis 32 A.
• Die höchst zulässige Abschaltzeit nach ¬Tabelle 41.1 wurde angepasst. Für Gleichspannungen ab 120 V und bis einschließlich 230 V wurde diese von 5 s auf 1 s reduziert.
• Für Steckdosen in Endstromkreisen, die für die Verwendung ortsveränderlicher Betriebsmittel im Freien vorgesehen sind, wurde bis zu einem Bemessungsstrom von 20 A auf 32 A erweitert. Die Anmerkung verweist zudem klar auf Möglichkeiten der normativen Abweichungen durch eine Gefährdungsbeurteilung gemäß
BetrSichV. Damit werden die Obliegenheiten der Arbeitgeber klar herausgestellt.
• Ab sofort sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) in Wohnungen mit einem Bemessungsfehlerstrom von höchstens 30 mA auch bei Beleuchtungsstromkreisen vorzusehen.
Seit Anwendungsbeginn der derzeit noch gültigen DIN VDE 0100-410:2007-06 sind damit korrelierende normative Anforderungen zwischenzeitlich überarbeitet worden. Spätestens mit der neuen Ausgabe der DIN VDE 0100-600 für die Erstprüfung elektrischer Anlagen im Juni 2017, die Hinweise zu weiteren Prüfungen und bei der Prüfung zu beachtenden Aspekte behandelt, war eine Überarbeitung der DIN VDE 0100-410 dringend erforderlich und wurde nun geliefert.
Quellen und Referenzen
• DIN VDE 0100-410:2007-06, Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elek¬trischen Schlag
• DIN VDE 0100-410:2018-10, Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elek¬trischen Schlag
• DIN VDE 0100-600:2017-06, Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 6: Prüfungen
• DIN VDE 0100-520:2013-07 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen
• DIN VDE 0100-530:2018-06, Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 530: Auswahl und Errichtung elektrischer ¬Betriebsmittel – Schalt- und Steuergeräte
• DIN VDE 0140-1:2016-11, Schutz gegen elektrischen Schlag – Gemeinsame Anforderungen für Anlagen und Betriebsmittel
• EnWG – Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz)
• BetrSichV – Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln (Betriebssicherheitsverordnung)
Über den Autor
• M.Eng. Dipl.-Ing.(FH) Marc Fengel

Benutzeravatar
egn
Beiträge: 1273
Registriert: Di 3. Apr 2012, 19:11

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von egn » Di 30. Okt 2018, 10:34

Lasst euch bitte von dem langen Text nicht verwirren. :roll:

Es sind zwei Fälle zu betrachten:
- externe 230 V Stromversorgung von Netz
- interne Stromversorgung durch einen Wechselrichter

Für die externe Stromversorgung von Campingfahrzeugen gibt es die VDE 0100 Teil 721.

Wer keinen Zugriff darauf hat der kann leicht verständliche Anleitungen im Netz finden.

Auch vom TÜV gibt es Informationen dazu.

Möchte man einen oder mehrere 230 V Verbraucher auch unabhängig vom Netz betreiben so sind einige zusätzliche Dinge zu beachten.

Hat man einen Inverter mit einer Schukosteckdose und schließt nur ein Gerät an und kein ganzes Netz an, dann braucht man keine besonderen Vorkehrungen treffen.

Die einfachste Lösung für mehrere anzuschließende Geräte ist einen Wechselrichter mit Netzdurchschaltung und Erdungsrelais zu verwenden und einem weiteren RCD/FI nach dem Wechselrichter einzubauen.

Hat man keine Netzdurchschaltung oder kein Erdungsrelais bei Netzdurchschaltung dann wird es komplizierter und der Aufbau sollte durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Denn dann ist zu entscheiden welche Netzform verwendet werden soll und welche Sicherungsmaßnahme für den Personenschutz die richtige ist.

In allen Fällen ist es ratsam die Anlage durch eine Elektrofachkraft in Betrieb nehmen und prüfen zu lassen. Dann ist man auf der sicheren Seite.
Gruß Emil

Benutzeravatar
Lobo
Beiträge: 1427
Registriert: Mo 5. Dez 2011, 17:42

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Lobo » Di 30. Okt 2018, 17:40

4x4-6x6 hat geschrieben:
Fr 21. Apr 2017, 06:13

Derzeit habe ich 37 Steckdosen 230 V installiert, um das Grundbeürfnis auf 8 m² abzudecken.


...

das ist doch wohl eher ein Fetisch als nötig :think: , auf 70m² habe ich keine 25 und brauch nicht mal alle
Hörverlust durch Tinnitus

Bestatter
Beiträge: 6
Registriert: Mo 1. Apr 2019, 14:50

Re: Shelter ausbauen

Beitrag von Bestatter » Sa 11. Mai 2019, 20:03

hallo! ich bin achim esser ( bestatter) wohne in wattenheim( pfalz ) würde mich für deine pläne fm2/ fm3 interessieren weil ich auch ein aus- umbau vorhabe . habe ein 4x4 ehmal's tanker 6t nutzlast mit winde wollte die originalpritsche drauflassen. und shelterstützen besorgen. wenn ich mal was anderes transportiere. bin auch um jeden tipp froh um keine fehler zu machen. glückwunsch von mir deinen umbau sieht richtig gut aus was ich bis jetzt gesehen habe. aber gas? bekommt man das überall auf der welt? wollte mit diesel heizen und w wasser machen.

Antworten