Runaway Diesel - Turboschaden

Antworten
waYne
Beiträge: 532
Registriert: So 16. Mär 2014, 19:06

Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von waYne » Sa 14. Mär 2015, 01:18

Moinsen!

Ich bin durch zufall im Netz auf Videos gestoßen, in denen eine Turbodiesel durchgegangen ist z.B bei einem Turboschaden.

Sprich, der Motor läuft auf Vollgas obwohl das Gaspedal nicht getreten wird, da der Motor irgendwo Öl zieht.

Nun heisst es bei PKWs, man soll den Motor abwürgen und/oder den Ansaugtrakt verstopfen. Bei LKWs wird gerne ein CO2 Löscher in den Ansaugtrakt gedrückt.

Wie würde es in so einem Fall beim KAT funktionieren? Kann ich unter Volllast mit dem Wandler abwürgen ohne größere Schäden?

Und Auch mal an Marcel gefragt, gibt es bekannte Fälle wo so etwas bei einem KAT schonmal vorgekommen ist?

cheers

waYne

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von Sandkater » Sa 14. Mär 2015, 10:55

"irgendwo" sind die Lager des Turboladers.
Der Lader wird mit Öl versorgt und wenn es aus den ausgelaufenen Lagerschalen in den Ansaugtrakt kommt wird es mit verbrannt. Der Dieselmotor kann, wenn er mal schön warm ist, damit gut überleben.
Je nach Menge reicht es auch zum Durchgehen. Deshalb sind Fehlermeldungen, der Öldruck ist bei korrektem Ölstand zu niedrig, beim Turbo nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es kann auch der Turbo sein wo das Öl den Nebenausgang nimmt.

Abwürgen ist die einzige Möglichkeit, weil nicht der Diesel sondern das Motoröl als Brennstoff dient.

Wenn der Wagen auf der Seite gelegen hat sollte man sicher sein das kein Öl mehr im Ansaugtrakt ist, sonst kann das, neben einem Ölschlag, auch passieren.

Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

waYne
Beiträge: 532
Registriert: So 16. Mär 2014, 19:06

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von waYne » Sa 14. Mär 2015, 11:02

Sandkater hat geschrieben:
Abwürgen ist die einzige Möglichkeit, weil nicht der Diesel sondern das Motoröl als Brennstoff dient.
Soweit war ich ja auch ;)

Mir fehlt nur die Kenntnis bezüglich des Wandlers um mir selbst zu beantworten ob er Wandler dadurch Schaden nehmen kann. :ugeek:

Beim "normalen" Schalter Handbremse und Bremse treten, höchster Gang und langsam Kupplung kommen lassen, vollkommen logisch. Aber langsam Kupplung beim KAT kommen lassen, unter Vollgas?

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von Sandkater » Sa 14. Mär 2015, 11:23

ja, kann er. Weil du die gesamte Leistung im Wandler verbrätst. Irgendwann wird das Öl einfach zu warm.

Marcels Stresstest macht genau das: Motor drehen lassen, WÜK mit Tester schliessen und abwürgen. Und anschließend schnell wieder an und relativ hoch drehen lassen um die Wärme wieder raus zu bekommen.

Da beim durchgehenden Diesel die WÜK nicht von allein schließt bzw. unten wieder aufmacht musst du entscheiden:
gerade keine Gefahr und Ersatzmotor vorhanden: Gang raus, weit weg gehen und den Motor durchgehen lassen.
Bei Gefahr runter bremsen, Feststellbremse und Keile setzen und hoffen das er schneller ausgeht als das Getrieböl überhitzt.
Bis 25ltr Motoröl verbrannt sind könnte man weit fahren.

Falls man die WÜK aktiv schliessen kann hast du eine Cance beides zu retten. Ansonsten ist mindestens der Motor tot.

Ich würde mich einem durchgehenden Motor nicht nähern. Falls da sich etwas mechanisch "desintegriert" kommt es mit viel Speed angeflogen.

Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

AndreasE
Beiträge: 2012
Registriert: Do 1. Nov 2012, 21:07

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von AndreasE » Sa 14. Mär 2015, 16:00

Ich hatte mal eine gebrochene Luftleitung auf der Autobahn - und somit zu wenig Luft den Motor abzudrehen.

1) Gaspedal nach oben ziehen (für die Nullförderung, ging bei mir nicht))
2) Dieselschnellkupplungen öffnen (wenn noch vorhanden)
3) Dieselhandpumpe aufmachen damit der Motor Luft saugt.

Ich kann mir vorstellen, daß 2 und 3 eine gefühlte Ewigkeit dauern, wenn der Motor auf max Drehzahl ist.

LG,
Andy

Benutzeravatar
tdichris
Beiträge: 190
Registriert: So 6. Jan 2013, 23:00

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von tdichris » Sa 14. Mär 2015, 16:07

Es wird keine der drei Möglichkeiten funktionieren, da ja das Motoröl, das über den Turbo in den Brennraum gelangt als "Treibstoff" dient.
Einzige Möglichkeit, ist entweder abwürgen, was beim KAT m.E. nicht möglich ist, oder dem Motor die Luft nehmen, z.B. CO² Löscher in den Luftfilter, Ansaugtrakt dichtmachen.
Grüße
Christian

Benutzeravatar
Sandkater
Beiträge: 1298
Registriert: So 1. Dez 2013, 10:39

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von Sandkater » Sa 14. Mär 2015, 20:29

die Drehzahlbegrenzung funktioniert aus dem gleichen Grund nicht, die dreht ebenfalls nur die weitere Zufuhr von Diesel bei zu hoher Drehzahl ab.
Zum Vergleich ein 2,2 ltr Motor 4 Zylinder: Leerlaufdrehzahl wird mit ~5 ml/Einspritzung gefahren, Vollast mit 55-60 ml/Einspritzung.
Fürs oben Rausdrehen in den Altmetallhimmel reichen ohne Last 10ml/Einspriztung.

Je nach Menge des Motoröls reicht es für einen sanften Schub oder viel Leistung, damit ist klar: bei 20% der Vollastmenge hat ein Motor ohne Last keine Chance.

Das führt zur dritten Möglichkeit: fahren bis das Öl alle ist. Könnte auf der Autobahn gut gehen, in der Stadt eher nicht.
Der Motor überlebt den Ölmangel wahrscheinlich.

Peter
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Benutzeravatar
Markus89
Beiträge: 14
Registriert: Mi 22. Mai 2013, 18:44

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von Markus89 » Sa 14. Mär 2015, 22:29

Also ich werde mir einen CO² Löscher auf den ÖAF legen um weder den Wandler zu schroten, noch den Motor zu opfern. Ohne Sauerstoff verbrennt auch kein Motoröl und Schicht im Schacht. Ich weiß zwar nicht wie man beim Kat gut an den Ansaugtrakt kommt, aber beim ÖAF werde ich mir einen Stutzen kurz vor dem Turbolader anbringen. Der Motor soll ja möglichst viel CO² atmen ;)

Ich habe auch ein Video auf YouTube gesehen, neuer Turbolader erster Start und plötzlich Vollgas :shock: Was nun ??? … Lappen vor den Turbo und weck war er :roll: Ergebnis Turbo Schrot und Motor aus. Da kommt ein CO² Löscher deutlich günstiger und man muss ja die Fehler anderer nicht wiederholen. Seit diesem Video steht für mich fest mein ÖAF startet nach der Aufarbeitung nur noch mit einem Löscher an Board.

Gruß
Markus
ÖAF 20.320 G3

AndreasE
Beiträge: 2012
Registriert: Do 1. Nov 2012, 21:07

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von AndreasE » Sa 14. Mär 2015, 23:51

tdichris hat geschrieben:Es wird keine der drei Möglichkeiten funktionieren, da ja das Motoröl, das über den Turbo in den Brennraum gelangt als "Treibstoff" dient.
Da hast Du Recht.
In dem Fall wo Motoröl als Brennstoff zugeführt wird, läuft er munter weiter.
LG,
Andy

Benutzeravatar
Mykines
Beiträge: 162
Registriert: Mo 2. Apr 2012, 22:09

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von Mykines » So 15. Mär 2015, 06:25

Schalter, mit dem der Wandler ausgeschaltet wird?

Mykines
Mykines

(nix Greece - westlichste Insel der Färöer)

Benutzeravatar
egn
Beiträge: 1273
Registriert: Di 3. Apr 2012, 19:11

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von egn » So 15. Mär 2015, 09:17

Wie wäre es einfach einen Lappen in die Ansaugöffnung des Luftfilters zu stecken. Bei Luftmangel wird der Motor schnell ausgehen.

Ansonsten ist der Fall doch recht hypothetisch.
Gruß Emil

Benutzeravatar
Philipp
Beiträge: 210
Registriert: Mo 9. Dez 2013, 20:01

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von Philipp » So 15. Mär 2015, 10:51

Da lob ich mir den SAUGER. :D
Grüße
Philipp

Benutzeravatar
special-mechanics
Beiträge: 392
Registriert: So 16. Jun 2013, 21:42

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von special-mechanics » So 15. Mär 2015, 11:03

nu ... ich hab da ja schon bissl erfahrung drin :lol:

wandlerüberbrückungskupplung einschalten : tja , kannste machen . aber wenn du versuchst mit kupplung oder mit der WÜK,ÜK,WSK.... den motor per getriebe zu stoppen .... wird das nicht funktionieren . oder zumindest wird eines der beiden kupplungen danach kaputt sein und der motor weiterlaufen
es geht weniger um die leistung des motors sondern eher um die hohe drehzahl . da wird keine der beiden kupplungen "kuppeln"


lappen : :lol: :lol: :lol: :lol: .... na da wirste eher ein ganzes bettlaken benötigen
kannste dir ausrechnen was bei 3000 upm und 12l hubraum an luftdurchsatz ist
ich hatte mal nen alten kran , der hatte keine funktionierende glühanlage mehr . den hab ich immer flamme gestartet . lappen in diesel getränkt , in ansaugung und angezündet
der hat regelmässig den lappen INHALIERT
und das bei anlasserdrehzahl . der kam dann immer geflockt zum abgasrohr raus 8-)

in der regel ist luftzufuhr stoppen das einzig wirklich machbare
mit co2 geht das gut ... schon probiert ...

aber der erste punkt ist : getrau dir das , und entscheide schnell genug
es sind einige motoren aus feigheit der schrauber gestorben ... weil sie weggerannt sind
dabei isses erstmal nicht schlimm . beim pkw sowieso nicht . der motor dreht max 6000 , eher weniger . das ist in der regel erstmal nicht gleich todesdrehzahl

beim 3000 upm DEUTZ isses schon eher schlimm
da steigen die kolbengeschwindigkeiten schon schnell ins wirklich uncoole an . da heisst es : keine zeit verlieren
mehr als 6000 dreht der ab auch nicht :lol: :lol: :lol:
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

Benutzeravatar
egn
Beiträge: 1273
Registriert: Di 3. Apr 2012, 19:11

Re: Runaway Diesel - Turboschaden

Beitrag von egn » So 15. Mär 2015, 12:24

special-mechanics hat geschrieben: lappen : :lol: :lol: :lol: :lol: .... na da wirste eher ein ganzes bettlaken benötigen
kannste dir ausrechnen was bei 3000 upm und 12l hubraum an luftdurchsatz ist
Die Luft wird doch durch eine eigentlich im Verhältnis winzige Öffnung in den Luftfilter gesaugt. Und im Luftfilter hat sicher kein Bettlaken Platz. Und wenn man wie beim Waterboarding :lol: den Lappen noch mit Wasser getränkt hat dann droht schnell der Erstickungstot. :mrgreen:

Wer sich einfach darauf vorbereiten möchte der könnte auch einfach einen Schieber an der Öffnung platzieren. ;)
Gruß Emil

Antworten