Zubehör für Wüstenreisen

alles, was in die obigen Bereiche nicht reinpasst
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stahlma
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Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von stahlma » So 4. Dez 2016, 21:11

Hallo zusammen,

nachdem ich den Kat jetzt mit einigem wüstentauglichen Zubehör ausstatten möchte steht die Frage im Raum: Was nehmen? Würde mich freuen, wenn wir hier ein paar Erfahrungen zusammentragen können. Die Themen die mich beschäftigen:

Sandbleche:
Habe mir meinem Unimig (~5t) gute Erfahrungen mit den Därr Alu-Sandblechen gemacht. Sind natürlich recht teuer. Allerdings frage ich mich auch, ob sie den Kat aushalten (meiner ~15t). Die Stahl-Luftlandebleche sind sicher eine Alternative, aber wo bekommt man welche, die nicht so verrottet aussehen? Was wiegen die bei 2m Länge?

Bergegurt
Bisher hatte ich immer die Woick-Bergegurte. Ich finde auch die Idee eines elastischen Bergegurts interessant, z.B. http://www.bubbarope.de/ Gibt es dazu Erfahrungen? Oder doch lieber einen normalen?

Navigation
Ein Tablet mit GPS und der Möglichkeit topographische Karten draufzuladen,wäre toll. Welche Software ist die richtige? Oder doch lieber einen Kartenplotter von z.B. Garmin?

Sandanker
Toll, wenn man eine Winde hat, aber woan befestigen? Was ist ein guter Sandanker und wo bekommt man den? Selber bauen?

Reifenflickset zum einvulkanisieren von Selbstvulkanisierstreifen. Da habe ich gute Erfahrungen gemacht, wenn man es richtig macht hält es für die Restlebensdauer des Reifens

Falls ich was vergessen habe, bitte ergänzen!

Freue mich über viele Praxiserfahrungen!

Viele Grüße

Martin

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Sandkater
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von Sandkater » So 4. Dez 2016, 22:38

Bubbarope ist / war hier im Forum aktiv. Hat seinen 8x8 nach einem bösen Gelenkbruch verkaufen müssen.

Einen elastischen Gurt bitte nur dort anschlagen, wo es ausreichend Gegenlager am Auto gibt. Die Serienanschlagpunkte vorn am KAT1 sind definitiv nicht geeignet. Hochwertige Schäkel.
Ich habe einen 12to KERR von Marlow im 4x4 liegen, gab es mal günstig bei einem MOD Aufkäufer in GB.

1 Schaufel pro Insasse, Heldentum ist Dummheit bei einem so großen Auto.
Hebekissen ist netter als Schaufeln, mit zwei 40er übereinander hat AndreasE eine Vorderachse hoch gehoben.

Luftablassgedöns und genauso wichtig ist aufpumpen. Ich habe mir für den roten Kupplungskopf einen dicken Schlauch mit Standardkupplungen gemacht, für Schlagschrauber und Reifenfüllen. Die Blinddeckel für die gelbe Kupplung nicht vergessen.

Dann das übliche:
- Spritfilter, Luftfilter, Ölfilter
- Öl fürs Getriebe (bitte keine Grundsatzdiskussion starten, aber dabei haben. In Afrika gibt es kein passendes Einbereichsöl.Mir hat es einmal den Wellendichtring am VTG zerlegt)
- mindestens 5 Ltr. 15w40 API CF-4 für den Motor, kann man unten kaufen
- Schläuche und Trichter (Motor ist ohne eine Riesensauerei und der Turbo braucht Öl) zum Einfüllen, .

Allgemein:
Beim Aussteigen (=Springen) auf der Kuppe einer Sanddüne, am besten fest sitzend, daran denken dass man in das Auto wieder rein muss. Also Dachluke offen lassen, um notfalls von hinten rein zu klettern. ;)

Viel Spaß

Peter
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stahlma
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von stahlma » Mo 5. Dez 2016, 21:31

Hallo Peter,

vielen Dank für die ausführliche Antwort und sehr hilfreiche Antwort (den Blinddeckel hätte ich vergessen ;-))!

Ein paar Fragen habe ich noch:

Zum Bubbarope: Es ist klar, daß wenn man Anlauf nimmt und dann ins Seil fährt da ziemliche Lastspitzen entstehen (auch mit einem elastischen Seil). Ich denke, da ist (wie eigentlich überall ;-)) ein gutes Augenmaß gefragt. Weißt Du was die Nennbelastbarkeit der Anschlagpunkte vorne ist? Ebenso, welche Last kann die Nato-Kupplung aufnehmen? Hat jemand da genaue Zahlen?

Danke und viele Grüße

Martin

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4x4-6x6
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von 4x4-6x6 » Di 6. Dez 2016, 02:30

Hallo,

also, was die NATO-Anhängekupplung an Last aufnehmen kann,
ist beschränkt durch die 'Stange', d.h. durch die Eindrehnut vor der Stangenmutter.

Dabei ist es übrings egal, ob K3D, K4D, 50 mm, oder 40 mm - Bolzen.

Die o.g. Anhängekupplungen reißen bei 1'056 kN statischer Zuglast ab.
(ca. 106 to.)

Den Sicherheitsbeiwert (Gamma) mag jeder selbst für sein Auto festlegen.

Der EQT (Endquerträger) hält noch mehr aus.

...

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Sandkater
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von Sandkater » Di 6. Dez 2016, 08:07

ein paar Kleinigkeiten:

- meinen KAT1 habe ich vorn umgebaut, weil die Pressteile für Bahnverladung ausgelegt sind
- die Mittelkupplung erscheint nicht schlecht, der schwache Punkt ist der Riegel. Deshalb nur mit Umbau geeignet, die Platte sollte halten.
- wie es an einem SX aussieht: keine Ahnung
- wenn ich so ein Seil einsetzen möchte muss auch das passende Zugfahrzeug anwesend sein. Wenn das da ist, habe ich auch einen Anker für die Seilwinde
- Kissen plus Sandbleche als Unterlage sind die einfachere und schonendere Lösung und taugen auch wenn man als LKW allein unterwegs ist.
- ein kinetisches Seil ist als Lösung zum Rausziehen, wenn die Räder nicht zu tief eingesunken sind eine sinnvolle Lösung. Man fährt nur langsam rein und das Seil gibt etwas nach bevor man gezogen wird, der Impuls eines Stahlseils entfällt.
- Eingesetzt ohne Hirn ist es tödlich, aber das merkt man ohne Hirn sowieso nicht. Es gibt das Video einer Breslau, bei dem man versucht einen Hummer, der vor einem quer liegenden Baumstamm hängt, mit Macht darüber hinweg zu reißen. Der Anflug des Schäkels ist beeindruckend.

Peter
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manny
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von manny » Di 6. Dez 2016, 09:12

Also einen Bergeanker haben wir alle dabei...

Wir haben das bei der BW damals gemacht, und es ging tadellos...

Einfach das Ersatzrad senkrecht, quer zur Seilrichtung verbuddeln, und dann am unteren Ende das Seil (mit entsprechender Rinne damit man es nicht nach oben rauszieht) befestigen.

Zugegebenermaßen ist das eher etwas für den Notfall, bzw. wenn man grade vier Soldaten zu Hand hat :whistle:
Wer später bremst ist länger schnell...

Mein Fuhrpark:
BMW 320D Touring E46 Bj 2003
KTM EXC 500 Six Days 2018
MAN KAT 7t Mil GLw 462
MAN KAT 5t Mil GLw (ex461)Kipper
MAN F2000 19.604FLT Bj 99

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egn
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von egn » Mi 7. Dez 2016, 08:10

Und hinterher ist das Ersatzrad wahrscheinlich Schrott. :roll:

5 t oder mit Umlenkrolle gar 10 t Zug senkrecht an der Felge - dafür ist sie nicht gemacht.

Da müssten schon wirklich alle andere Mittel ausgeschöpft sein bevor ich das meiner Alufelge an tun würde. :o
Gruß Emil

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Zentralgestirn
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von Zentralgestirn » Mi 7. Dez 2016, 09:32

egn hat geschrieben:Und hinterher ist das Ersatzrad wahrscheinlich Schrott. :roll:

5 t oder mit Umlenkrolle gar 10 t Zug senkrecht an der Felge - dafür ist sie nicht gemacht.

Da müssten schon wirklich alle andere Mittel ausgeschöpft sein bevor ich das meiner Alufelge an tun würde. :o
Wenn du so viel Zugkraft brauchst, würde ich mal sagen, war deine weitere Bergevorbereitung nicht ausreichend. Bei 5t hätte ich absolut keine Schmerzen das die das nicht hält. Wenn du dann noch 2 oder 3 dicke Kanthölzer in die Felge steckst und dan dran den Strop befestigst, sollte das alle mal gehen. Würde mich wundern wenn nicht.

Will ich aber aus dem einfach Grund nicht austesten, als das man in der Wüste ein gigantisches Loch braucht, eher einen Krater, worin man den Reifen versenken kann. Der Sand rieselt sehr stark. Ist nicht so wie in der Sandgrube ein Loch zu buddeln, eher wie am Strand in der obersten puderiegen trockenen Schicht. Das sind runde Körner, die rollen super gut. ;)

Ich nehme wieder für jeden eine Schippe mit, einen zweiten LKW, also ich reise nicht alleine und Hebekissen und evtl Sandbleche. Luft aus den Reifen ist extrem wichtig, habe mir aus div Gründen Beatlocks eingebaut. Da kann ich weit mit dem Druck runter, wenn es sein muss. Mit dem Luftdruck zu spielen ist das bequemste und schnellste.

Grüße Sebastian

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Mykines
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Re: Zubehör für Wüstenreisen

Beitrag von Mykines » Mi 7. Dez 2016, 11:25

Winde hätte mir als Einzelkämpfer seltenst geholfen, keine Anschlagpunkte. Zur Not hab ich aber noch einen 3t Greifzug und das Umlenkrollen mit. Wenn ich irgendwo stecken geblieben bin musste das Fahrzeug hoch. Also Einiges an Hölzern mithaben, 2, 3 Wagenheber, V 40 Hebekissen (hier habe ich inzwischen 4 mit), Sandbleche. Wichtig sind Ansatzpunkte am KAT wo man heben kann. Wenn man unter die Achsen kommt ist es ja quasi Spielkram. Aber irgendwo am Koffer oder Fahrerhaus wird es schwierig, wenn da nichts verstärkt ist (Stoßstange vorn, dass auch mal an der Ecke angehoben werden kann) oder Ansatzpunkt hinten.

Mykines
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(nix Greece - westlichste Insel der Färöer)

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