Sicherung geflogen beim Fremdstarten

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Hinnack
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Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von Hinnack » So 29. Okt 2017, 21:20

Guten Abend allerseits,

ich wollte meinen KAT gerade fremdstarten. Dazu habe ich die externe Batteriebox (mit 2 NATO-Blöcken) über den "Schweinenasen"-Stecker angeschlossen. Beim Drücken des Anlassknopfes hat's die Schmelzsicherung zerlegt:

20171029_200841.jpg

Mit Starten war dann natürlich nix. Warum könnte beim Starten ein so hoher Strom geflossen sein (> 100 A), dass die Sicherung aufgegeben hat?
Das letzte Mal vor einer Woche hatte ich das Problem nicht.

Vielen Dank und schöne Grüße,
Henrik

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A N D R E A S
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Re: Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von A N D R E A S » So 29. Okt 2017, 23:46

Bei Deinem Vorgehen passieren zwei Dinge:
Die vollen Batterien laden die leeren (Starter-)Batterien auf. Dann fließt in den ersten ca. 30 Sekunden ein hoher Strom, der schon über 100A liegen kann je nach Spannungsdifferenz.
Wenn Du in dieser Zeit startest fließt auch noch der Anlasserstrom (>500A), von dem ein Teil aus den zugeschalteten Batterien kommt.

Besser ist es also in einem solchen Fall, erst einmal eine Minute zu warten und dann zu starten. Evtl. hilft auch noch ein dickeres Kabel und eine noch dickere Sicherung (dem Kabel angepaßt).
A N D R E A S

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4x4-6x6
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Re: Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von 4x4-6x6 » Mo 30. Okt 2017, 06:42

Hallo,

die lindgrünen GFK-Boxen sind ursprünglich für Funkbatterien, pp. gedacht.

Sie werden nur hin und wieder als Fremdstartstromquelle mißbraucht.

Die 100 Ampère ANL-Sicherung ist nur für den Funkbetrieb gedacht.
(Bestimmungsgemäßer Gebrauch)

Verwendet man das Set als Fremdstartstromquelle, muß die Sicherung gegen ein Kupferblech getauscht werden.
Das Blech muß einen Mindestquerschnitt von 35 mm² haben.
Ich habe Stromschienenabschnitte in 5 x12 = 60 mm² verwendet.
(Die sind natürlich auch deutlich billiger als die ANL-Sicherungen.)

Ein blockierter Anlasser im KAT kann schon mal 300 Ampère ziehen.

Das Fremdstartkabel hat im Standard 35 mm² Cu-Querschnitt, das reicht bis 8 Zylinder-Dieselmotoren hin.

Bei der Panzerhaubitze 2000 gibt es zwei Fremdstartsteckdosen.
Da braucht man dann zwei Fremdstartkabel zu je 35 mm².

Es gibt Kontakte für die 'Schweinsnasensteckdose' mit gestuften Lötanschlüssen.
da kann man dann 35 mm² oder 70 mm² einlöten.
Für Stecker gibt es nur Stifte mit 35 mm² Fassungsvermögen.


...

Hinnack
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Re: Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von Hinnack » Mo 30. Okt 2017, 09:56

Danke für die prompten Antworten. Nachdem ich jetzt gegoogelt habe, welche Leistung ein Anlasser hat, bin ich nicht mehr überrrascht, dass die Sicherung nachgegeben hat. Dafür bin ich überrascht, dass es nicht schon beim ersten Mal passiert war. :D

Hinnack
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Re: Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von Hinnack » Mo 30. Okt 2017, 10:12

4x4-6x6 hat geschrieben:
Mo 30. Okt 2017, 06:42
Verwendet man das Set als Fremdstartstromquelle, muß die Sicherung gegen ein Kupferblech getauscht werden.
Das Blech muß einen Mindestquerschnitt von 35 mm² haben.
Vielen Dank für den Tipp!

Wenn ich einen 20 mm breiten Streifen nehme (das ist die Breite der Sicherung), dann müsste das Blech also
eine Stärke von 2 mm aufweisen.
Bei Aluminium bräuchte ich dann rechnerisch eine Stärke von 3 mm aufgrund des höheren spezifischen Wider-
standes. Aluminiumblech hätte ich nämlich vielleicht gerade greifbar. Mal schauen.

Schöne Grüße,
Henrik

midlifecrisis
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Re: Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von midlifecrisis » Mo 30. Okt 2017, 10:58

Nimm es bei der kurzen Strecke nicht so genau mit dem Querschnitt. Grundsätzlich schadet mehr nicht, aber auch ein bischen weniger ist bei der Anwendung unkritisch.

Im schlimmsten Fall wird die Leitung an der Stelle etwas wärmer...

Das sel e ist vermutlich mit deiner sicherung passiert wenn sie nicht beim ersten Mal geflogen ist. An/Aus/An/Aus... ist aufgrund der Erwärmung durch die Anlaufströme der Tod für eine Schmelzsicherung - selbst wenn für den Normalbetrieb richtig dimensioniert wurde.

Hinnack
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Re: Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von Hinnack » Mo 20. Nov 2017, 16:27

Ich habe mir eine Überbrückung aus Alublech angefertigt (Alu deswegen, weil es grad verfügbar war).
Mit der funktionierte der Startvorgang einwandfrei.

Gruß,
Henrik

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4x4-6x6
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Re: Sicherung geflogen beim Fremdstarten

Beitrag von 4x4-6x6 » Do 30. Nov 2017, 03:18

Hallo,

man könnte den Strom ja auch messen.

Ich habe deswegen eine Prüfbox gebaut.

Für die kleinen Fälle des Alltags bis 500 Ampere DC reicht die hin.

Natürlich in IP 65.

Bisher ist ein Shunt 500A/60mV drin.
Es kommt aber ein Umbau auf Stromsensor, damit auch Wechselströme bis 25 kHz messbar werden.


...
Strom_2a.JPG
Strom_1a.JPG

Edit:
Man kann die Box auch verwenden, um bei Schweißmaschinen die Dinse-Stecker zu adaptieren,
oder auch aufzuspalten.

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