Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

HugoVogelsang
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Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Di 17. Okt 2017, 17:07

Hallo,

weil ich das Thema aus einer anderen Diskussion gerade auf dem Tisch habe...

Hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, den KAT-Stoßdämpfer mit Kühlkörpern zu versehen?

Mein Ansatz wäre, den unteren Teil des Dämpfers, der auch bei voll eingefedertem Fahrgestell nicht von Schutzrohr bedeckt wird, metallisch blank zu machen und eine Alu-Manschette mit Kühlblechen aufzuklemmen. Das dürfte die kühlende Oberfläche deutlich vergrößern, auch wenn die Kühlbleche natürlich an den Einbauraum angepasst werden müssen.

Hat jemand einen losen Stoßdämpfer rumliegen und kann mir sagen, wieviel Rohr unten raussteht, wenn der Dämpfer ganz zusammen gefahren ist?

Der Rohrdurchmesser wäre auch interessant, und der Durchmesser des Schutzrohres.
(Ich habe gerade keinen org. Dämpfer zur Hand. Meine Autos stehen auf KAT II Dämpfern oder sind mit Konis bestückt.)

Gäbe es Interessenten, die das testen möchten, wenn ich so ein Ding baue?

Gruss Hugo

midlifecrisis
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von midlifecrisis » Di 17. Okt 2017, 18:25

Ist in dem Fall ein Reservoir nicht sinnvoller?

HugoVogelsang
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Di 17. Okt 2017, 18:34

Auch schon diskutiert.

Ein Reservoir sorgt nur dafür, daß der Druck im Stoßdämpfer bei Erwärmung weniger stark steigt und entlastet damit die Kolbenstangendichtung. Das trägt nicht zur Kühlung bei. (Wie denn auch?)

Kühlen könnte man natürlich auch, indem man 2 Anschlüsse anbringt und dann das Öl mittels einer separaten Pumpe in einem Ölkühler kühlt. Das wäre auch ein Ansatz.......
Dann kann bei Leckage auch beliebig Öl nachfließen, und man kann das Öl erneuern, ohne die Dämpfer zu öffnen. Die Idee ist noch einen Gedanken mehr wert......

Gruss Hugo

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Powerkat
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von Powerkat » Di 17. Okt 2017, 19:12

hab hier gerade ,mal einen vermessen :
ist die alte Version von BOGE :
Außendurchmesser des unteren Rohres sind 97 mm
Nutzbare Länge mit ca. 2 mm Reserve oben und unten wären 105 mm

Marcel
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HugoVogelsang
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Di 17. Okt 2017, 20:16

Ich mal mal was auf.

Wie ist der Durchmesser des oberen Rohres? Mit etwas Abstand kann man ja die Kühlbleche nach oben verlängern.....

Gruß Hugo

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Di 17. Okt 2017, 21:08

So könnte das aussehen.

Die Fläche wäre so ca 4 Mal so groß, wie die Ursprüngliche Fläche des Stoßdämpfers.

Die Bleche muß ich aber noch an den vorhandenen Platz anpassen
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Stossdämpfer Kühlkörper.jpg

pat
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von pat » Di 17. Okt 2017, 21:21

HugoVogelsang hat geschrieben:
Di 17. Okt 2017, 21:08
So könnte das aussehen.
*schicke sache* :dance: :dance: :dance:
was für ein CAD programm benutzt du?

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von visual » Di 17. Okt 2017, 22:17

Ich würd's 2 geteilt machen.

Und ggf aus Kupfer, Dann haste den doppelten Effekt.

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Mi 18. Okt 2017, 11:08

Hallo,

Wir benutzen Inventor.

Zweigeteilt hat den Vorteil, daß man den Stoßdämpfer nicht lösen muss zum Einbauen, kostet aber entsprechend Kühlfläche.

Kupfer strahlt auch nicht besser ab als Alu (also der Wärmeübergang Kupfer zu Luft ist nicht besser als Alu zu Luft) und die bessere Wärmeleitfähigkeit ist das mehr als dreifache Gewicht und den vielfachen Preis nicht wert.

Ich muss das ganze sowieso noch an den Bauraum anpassen. Ich habe aber gerade meinen 4x4 nicht da.

Gruss Hugo

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D-Platoon
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von D-Platoon » Mi 18. Okt 2017, 11:24

Wenn ihr noch n paar % (oder eher Promille?) rausholen wollt, dann müsst ihr es noch schwarz eloxieren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan-Boltzmann-Gesetz
Aber aufgepasst: die Farbe muss für Infrarot "schwarz" darstellen.

Nun das wirkt dann wohl so lange, bis Hugo mal durch den Schlamm fährt und von der Farbe nichts mehr sichtbar ist.
Wobei... Wenn man durch ein Wasserloch fährt. Hat man dann einen KAT mit Wasserkühlung? (also an den Dämpfern).

Was aber definitiv etwas helfen sollte, ist eine sandgestrahlte (also rauhere) Oberfläche. Damit vergrößert sich die wirksame Oberfläche.

Ist zwar nicht viel, aber man kann ja schon vorab etwas optimieren - kostet in dem Fall ja nix.
Meine fahrbaren Untersätze:
  • MAN AS 718A, 18PS, Bj. 1954
  • BMW 320d touring, 150PS Bj. 2005
  • BMW R 1200 GS Adventure, 125PS, Bj. 2014
  • MAN KAT1 5t mil gl, 256PS, Bj. 1978

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Mi 18. Okt 2017, 16:24

Hallo,

Das Verschlammen gilt genau so für den Dämpfer ohne Kühlkörper. Also das Flächenverhältnis bleibt.

Wenn wir über Kühlung wegen hoher Aussentemperaturen reden, reden wir von Wüste -> kein Schlamm. (Das Sandstrahlen passiert da strändig.)

Da der Kühlkörper zu den ungefederten Massen gehört, gehe ich davon aus, daß sich kaum Schlamm halten kann. Aber die Verschlammung relativiert natürlich eine schwarze Oberfläche.....
Die Hauptkühlwirkung wird sowieso die Luftströmung sein und nicht die Abstrahlung. Dann spielt die Farbe keine Rolle.

Gruss Hugo

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von midlifecrisis » Mi 18. Okt 2017, 17:13

HugoVogelsang hat geschrieben:
Di 17. Okt 2017, 18:34

Kühlen könnte man natürlich auch, indem man 2 Anschlüsse anbringt und dann das Öl mittels einer separaten Pumpe in einem Ölkühler kühlt. Das wäre auch ein Ansatz.......
Dann kannst du in dem Frästeil anstelle der Kühlrippen gleich ein paar Kanäle bohren und mit Wasser kühlen.
Ist vermutlich weniger Aufwand und wird mehr bringen.

Für den Prototyp kannst du ja einfach Durchgangsbohrungen parallel zum Dämpfer in deine Schelle setzen und diese außen mit Schläuchen brücken.
Dafür brauchst noch nicht mal viel CNC und viele Achsen, das geht mit einer besseren Tischbohrmaschine :-)

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von Powerkat » Mi 18. Okt 2017, 21:15

Durchmesser Außenrohr ca. 110mm aber eher mit 120-130 kalkulieren , die Rohre sitzen nicht immer sauber zentrisch übereinander sonst kolidiert es bei einfedern ... größer als 160mm dürfte das ganze nicht werden für vorne ...bezügl. Federhalter, Achshalter... an der Hinterachse käme noch die Störkante der Bremswelle , die läuft genau in Höhe des Klemmbereiches in ca. 1 cm am Unteren Rohr vorbei .... aber normal haben eh nur die vorderen Dämpfer die thermischen Probleme ....

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von manny » Mi 18. Okt 2017, 23:27

Kann man da dann nicht besser das Schutzrohr opfern und ordentliche Kühlflächen anbauen?!

Zur Not kann man ja einen Faltenbalg montieren, was es eigentlich nicht braucht denke ich...
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Do 19. Okt 2017, 10:08

@Midlifecrisis: die Kanäle werden zu klein. Und ich muss ja einen kompletten Zusatzkreislauf aufbauen. Mit dem Aufwand würde ich dann gleich das Öl anzapfen und kühlen. Das hat dann den Vorteil, daß auch die Kolbenstangendichtung entlastet wird.

@Marcel: Ich hab den Blechen schon eine Einführschräge verpasst. Wenn die Schutzrohre innen schleifen können, können sie ja auch aussen ankratzen.
Der Platz ist aber schon ziemlich groß....

@Manny: wenn du das Schutzrohr kürzt, killst du die Kolbenstangendichtung in kürzester Zeit. Zum einen liegt dann die Kolbenstange blank und wird beschädigt. Zum anderen mag die Dichtung den Dreck nicht, der dann da rumfliegt.
Ein Faltenbalg hilft nicht, weil der den Dreck ggf. reinsaugt und nicht wieder loswird. Einen vollkommen geschlossenen Faltenbalg wirst du an der Stelle nicht hinkriegen. Die Rohre haben ja den Vorteil, das die Luft problemlos rein und raus kann, Dreck und Wasser aber auch problemlos rauslaufen. Wasser das da reinsteigt ist kein Problem, und Dreck kommt den Spalt nicht wirklich hoch.

Wie gesagt: Non plus Ultra sind 2 (in Worten ZWEI) Anschlüsse am Dämpfer. Dann ist die direkte Ölkühlung kein Problem. Und die Kolbenstangendichtung ist dann auch entlastet.

Gruss Hugo

RIV
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von RIV » Do 19. Okt 2017, 16:38

Hallo,

ich beschäftige mich jetzt seit mehr als 2 Jahren mit den Dämpfern am KAT bzw. der Instandsetzung und Optimierung (nebenberuflich). Inzwischen haben wir hier einiges an Erfahrung gesammelt und eine sehr gut funktionierende Lösung auf Basis der Original-Dämpfer entwickelt, z.B. war der diesjährige Breslau-Gewinner (Team Rallyenoobs) mit unseren Komponenten ausgerüstet.
Kühlung ist natürlich immer gut, der Einfluss der Temperatur auf das Dämpfungsverhalten ist jedoch geringer wie oft vermutet, mit einem sehr guten Öl ist die Dämpfung bei 100°C etwa 20% geringer als bei 20°C (wir haben einen Prüfstand gebaut mit dem wir die Kraft/Geschwindigkeit messen können). Auch haben wir z.B. bei der Breslau nie über 120°an den Dämpfern gemessen. Meiner Meinung nach sind die Dämpfer nur bei hohen Aussentemperaturen in Verbindung mit hohen Geschwindigkeiten und entsprechender Strecke thermisch überfordert. Das Schutzrohr lassen wir konstruktionsbedingt weg -bringt eine etwa 10°geringere Temperatur- und haben die Dichtungen/Abstreifer modifiziert. Offene Kolbenstangen sieht man oft bei Enduros, Crossern oder Wettbewerbsautos und bisher haben wir hier keine dramatischen Erfahrungen mit übermässigem Verschleiß gemacht.
Externe Kühlung über einen Wassermantel wurde z.B. schonmal beim Hellgeth-Mog umgesetzt, ich halte solche Systeme jedoch im Amateurbereich für sehr komplex und der Aufwand ist auch nicht zu unterschätzen (Pumpen, Kühler, einfacher Austausch bei Defekt) - hängt natürlich stark von den individuellen Möglichkeiten ab ;) .

Möchte hier jetzt aber auch keine Werbung machen, ist schließlich ein Forum. Wer mehr wissen möchte kann sich aber gerne an mich wenden.

VG

Carsten

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Do 19. Okt 2017, 16:48

Hallo Carsten,

Mich treibt bei der Temperatursenkung eher die Langzeitlebensdauer der Dichtungen um. Die wird ja einerseits durch die Temperatur beeinflußt, andererseits durch den Innendruck im Dämpfer.

Habt ihr mal gemessen, wie groß der Druckanstieg im Dämpfer ist, wenn er warm wird?

Und habt ihr einen Anhaltswert für die Wärmeleistung, die der Stoßdämpfer abführen muss/kann?

Gruss Hugo

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4x4-6x6
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von 4x4-6x6 » Do 19. Okt 2017, 17:38

Hallo,

man anders auf dem Problem herumgedacht:

Das Dichtungsmaterial 'altert' bei höherer Temperatur erheblich schneller.

Im Zweifel verdunstet der Weichmacher.

Das Problem der Kunststoffalterung haben wir an anderer Stelle mal für PVC-Kabel betrachtet.
Es zeigte sich, daß jenseits der 60 °C die Lebensdauer der Kabel extrem abnahm.
Wenn das von Interesse ist, könnte ich die Tabelle mal suchen,
und hier veröffentlichen.


...

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manny
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von manny » Do 19. Okt 2017, 18:59

HugoVogelsang hat geschrieben:
Do 19. Okt 2017, 10:08


@Manny: wenn du das Schutzrohr kürzt, killst du die Kolbenstangendichtung in kürzester Zeit. Zum einen liegt dann die Kolbenstange blank und wird beschädigt. Zum anderen mag die Dichtung den Dreck nicht, der dann da rumfliegt.

Gruss Hugo
Ich gebe dir uneingeschränkt recht Hugo, aber z.b. bei meiner Spochtenduro funktioniert das ganze problemlos, genau die bei tausenden Hydraulikbaggern am Schaufelzylinder...
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RIV
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von RIV » Do 19. Okt 2017, 21:46

Hallo Hugo,

die Temperaturen sind für die Dichtungen unkritisch, hier wird in der Regel FKM ("Viton") verwendet (zumindest bei denen die wir uns näher angeschaut hatten) und da sind gute Qualitäten mindestens bis 150°C dauerhaft einsetzbar und auch die Alterung/Setzungsverhalten ist hier eher gering, 10 Jahre sollten diesbezüglich kein Problem sein (Lebensdauer auf Basis der Anforderungen in der Industrie-Hydraulik). Den Druckanstieg durch die Erwärmung haben wir nicht gemessen, ich kann mir aber nicht vorstellen dass dies kritisch wird. Bei den oft verbauten Dichtungen mit den Federn (ähnlich Radialwellendichtringen) sollten Drücke bis mindestens 50 bar problemlos möglich sein. Wir sind bei unseren Umbauten aber auf ein anderes Konzept mit externem Ausgleichsbehälter umgestiegen da ich die originale 2-Rohr-Ausführung für "sportliches" Fahren für nicht geeignet halte.

Die Wärmeleistung lässt sich nicht wirklich abschätzen, es gibt hier einfach zuviele Variablen. Wenn ein Dämpfer auf dem Prüstand mit hoher Geschwindigkeit läuft wird er nach kurzer Zeit (< 1 min.) so heiss dass er sich nicht mehr anfassen lässt, nur um mal eine Vorstellung zu haben. Den Prüfstand treibt ein 18 kW Hydraulik-Aggregat an, damit ist überschlägig in etwa eine Dämpferkraft von 20 kN bei 0,5m/s zu erreichen und die Energie wird fast vollständig im Dämpfer in Wärme umgesetzt. Das hat natürlich mit dem realen Fahrbetrieb nicht wirklich viel zu tun, aber je nach Strecke und Geschwindigkeit muss hier auch einiges an Energie vernichtet werden....

Generell sind Dämpfer Verschleißteile, neben den Dichtungen sind auch das Öl und die inneren Bauteile (Führungen etc.) früher oder später "durch". Wenn Dämpfer sehr schnell ausfallen liegt das meiner Erfahrung nach meistens an thermischer Überlastung (irgendwann ist auch beim Öl und bei den Elastomerdichtungen die Grenze erreicht) oder Festkörper im System (Dreck von außen oder starker Abrieb - wir hatten auch schon gebrochene Kolbenringe). Eine verbesserte Kühlung macht meines Erachtens nur Sinn wenn die Dämpfer regelmäßig über 100° im Betrieb haben (die inneren Temperaturen sind dann sicher noch einiges höher) und auch der Einsatz keinen Anlass für eine hohe Abnutzung gibt, eine Breslau fällt da z.B. nicht drunter :D .

VG

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von Dieselpower » Do 19. Okt 2017, 23:21

manny hat geschrieben:
Do 19. Okt 2017, 18:59
HugoVogelsang hat geschrieben:
Do 19. Okt 2017, 10:08


@Manny: wenn du das Schutzrohr kürzt, killst du die Kolbenstangendichtung in kürzester Zeit. Zum einen liegt dann die Kolbenstange blank und wird beschädigt. Zum anderen mag die Dichtung den Dreck nicht, der dann da rumfliegt.

Gruss Hugo
Ich gebe dir uneingeschränkt recht Hugo, aber z.b. bei meiner Spochtenduro funktioniert das ganze problemlos, genau die bei tausenden Hydraulikbaggern am Schaufelzylinder...
Aufgrund das ich eine Sport Enduro ala KTM fahre muss ich dir recht geben nur zu dem Problemlos wollte ich erwähnt haben das sie sehr wohl Probleme
und nicht wenige haben.
Zum ersten der Grundaufbau ist ähnlich nur haben diese Up Side Down Federbeine zum ersten Extra Schmutzabsteifer um die Wellendichtungen zu schonen. dann werden die Dichtung minimum einmal im Jahr erneuert bei Wettbewerbseinsatz öfter. Was nunmal bei den KAT Dämpfern wohl nicht so einfach ist. zudem haben die Federbeine oft Steinschläge in den Kolbenstangen dann sin die hin. Deswegen gibt es im Rallyeeinsatz dafür Verhüterli´s aus Neopren.
und bei dem hintern Federbeinen gilt fast das gleiche

gruß Mirko

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von manny » Do 19. Okt 2017, 23:52

Na klar, die vordere Gabel hat noch ordentliche Staubabstreifringe drin, aber dafür hängt das Tauchrohr auch regelmäßig in der Pampe...

Meiner Erfahrung nach kriegt es eigentlich fast nur Probleme wenn der Dreck über nach am Tauchrohr über nach richtig schön hart wird und es dann am nächsten Endurotag erstmal an die Fahrwerksreserven geht :whistle:

Hinten hab ich noch nie von Problemen gehört...

Vorne sind ja auch ganz ordentliche Kolbenstangen drin... -Ich hab ne 48er Gabel, ich vermute mal bei KAT sind die Kolbenstangen kleiner...
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Sa 21. Okt 2017, 22:26

Hallo,

Ich hab jetzt noch keinen KAT 1 Stoßdämpfer aufgeschnitten, nur einen KAT II Dämpfer.

Das Problem bei einem Stoßdämpfer im vergleich zu einem Hydraulikzylinder sind die hohen Kolbenstangengeschwindigkeiten. Wenn dazu hohe Anpresskräfte kommen, und die Flächenpressung in der Dichtung muß ja größer sein, als der abzudichtenden Druck, wird die Reibleistung sehr schnell sehr hoch, und kann damit sehr schnell zu Spitzentemperaturen in den Elastomeren führen.

Die KAT II Dämpfer haben deswegen an den Stellen, an denen hohe Drücke und hohe Geschwindigkeiten auftreten, keine Elastomedichtungen sondern Kolbenringe. Die Kolbenstangendichtung nach draußen hat beim KAT II nur den Hydraulik-Rücklaufdruck gegen die Atmosphäre abzudichten, egal bei welcher Temperatur im Dämpfer.

Und, für eine KAT-Fahrer ist ein Stoßdämpfer kein Verschleißteil. Und 10 Jahre Lebensdauer sind auch nicht eben viel, wenn das Auto seid 30 Jahren die gleichen Dämpfer hat, und man damit in die Wüste fahren will. Es geht mir also nicht primär um mehr Performance bei Rallyes, sondern um Funktionssicherheit und lange Standzeit.

Da wäre dann wieder der doppelte Ölanschluss das Nonplusultra, denn die Lösung reduziert den Druck an der äußeren Kolbenstangendichtung auf ein Minimum und ermöglicht es, Ölverluste auszugleichen. Und wenn man laufend Öl nachfüllen kann, funktioniert der Dämpfer fast ewig, denn die Kolbenringe haben kaum Verschleiß und Federn und Drosseln gehen nicht kaputt, wenn sie keine Materialfehler haben.
Und das malträtierte Öl kann man auch dauernd ersetzen, zumal die umlaufende Ölmenge sowieso erheblich größer ist, als eine einfache Dämpferfüllung.

(Die KAT II Dämpfer haben alle diese Vorteile, aber ohne die Möglichkeit, im laufenden Betrieb Öl durchzuspülen und damit zu kühlen. Das kann ich nur im Stand.)

Aber zurück zum Kühlkörper....
@RIV
Habt ihr die Möglichkeit mal den Innendruckt in Abhängigkeit der Temperatur aufzunehmen?

@Manny
Die Kolbenstangen sind erheblich dünner als 48 mm, irgendwas um die 25 mm. Ausserdem muß ein Katdämpfer erheblich mehr Kilometer und auch Stunden machen, als ein Endurodämpfer. Daneben dürfte die Dämpferleistung (also KW / Dämpfervolumen) wesentlich größer sein.

Gruss Hugo

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von RIV » So 22. Okt 2017, 12:16

Moin Hugo,

wir können den Innendruck im Ausgleichsbereich bei der nächsten Umbauaktion gern mal messen wenn es dir hilft, Anschlüsse schweißen wir eh dran, dann könnten wir den Dämpfer nochmal zusammenstecken und die ursprüngliche Ölmenge wieder einfüllen. Die Temperatur hat auf den Druck quasi keinen Einfluß, lässt sich über die Gasgleichung abschätzen (ca. 0,3 bar mehr zw. 20° und 100°C). Die Druckerhöhung außerhalb des Arbeitsraumes entsteht durch die Volumenkompensation der Kolbenstange und ist daher abhängig von der Füllmenge respektive dem Luftvolumen im Dämpfer. Da wir normalerweise nur gebrauchte Dämpfer ohne ausreichende Funktion aufarbeiten können wir halt nicht wissen ob die Ölmenge noch der Originalmenge entspricht.

Bezüglich Dämpfer=Verschleißteile: Mir wurde von einem langjährigen Instandhalter bei der BW, der in seiner aktiven Zeit auch die KAT betreut hat, gesagt, dass die Dämpfer bei Beanstandungen am Fahrverhalten grundsätzlich getauscht wurden und das kam wohl auch nicht so selten vor. Das kann und soll jeder so sehen wie er will, ich habe da keinen Überzeugungsanspruch :D .

Wegen der Dichtungen: Dichtungslösungen für die Fluidtechnik sind mein eigentlicher Hauptberuf, kenne mich also etwas damit aus ;) . Die Anforderungen sind aus heutiger Sicht durchaus beherschbar und die vor 40 Jahren konzipierten Lösungen auch nicht mehr ganz Stand der Technik. Da wir aber viel Aufwand in das Thema Funktion/Verschleiß/Optimierung gesteckt und auch einiges an Lehrgeld bezahlt haben werd ich hier nicht näher darauf eingehen, das möge man mir nachsehen 8-) , gerne aber als PN oder im Gespräch.

Will hier auch niemandem seine Ideen ausreden oder sowas, finde es ja selbst immer spannend wenn abseits vom Mainstream gedacht wird und bin natürlich auf die Ergebnisse gespannt.

VG

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von HugoVogelsang » Mo 23. Okt 2017, 14:13

Hallo Carsten,

das sind ja mal Aussagen. Danke.
Damit ist ein Kühlköper in der Tat nicht mehr interessant.

Wenn ihr Anschlüsse aufschweißt, zerlegt ihr dann den Dämpfer komplett?
Beim Schweißen würde ich ja keine Probleme sehen, aber das Bohren des Lochs würde mir (wegen der Späne) Kopfschmerzen machen....

Zum Thema Verschleißteile.... Das ist halt der Unterschied zwischen Behörde und Privatmann.....

Gruß Hugo

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