Öl in Vorderachsbremse

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Filly
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Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Filly » Mo 27. Apr 2015, 17:18

Hallo,
nachdem ich die letzten 2 Jahre die Vorderachsbremse komplett neu gemacht habe einschließlich Beläge und Trommeln, war ich heute beim TÜV, kann ja nix mehr schiefgehen.
Aber ich hatte mich zufrüh gefreut. Schon wieder war die vordere Bremse stark ungleichmäßig und mir wurde die Plakette (zurecht) verweigert.
Ich habe die Bremse dann gleich geöffnet und festgestellt, daß sie verölt ist. Das erklärt schon mal die schlechten Bremswerte.
Die einzige Quelle kann ja nur der Außenplanet sein. Weil das Auto noch aufgebockt ist und somit schräg steht konnte ich nicht nachprüfen ob und wie viel Öl im Außenplanet fehlt. Was ich nicht ganz verstehe ist woher das Öl kommt. Wenn ein Simmering undicht wäre, würde das Öl ja zum Doppelkreuzgelenk hin auslaufen aber nicht in die Bremse (oder doch ??? ). Die einzige Schnittstelle innerhalb der Bremse ist zwischen Teil 1 und Teil 17 auf dem untenstehenden Bild (abgedichtet durch den O-Ring 9 ??? ). Wie kann diese Stelle undicht werden? Es ist ja keine Bewegung zwischen den Teilen. Ich gehe davon aus, daß die Teile 1977 zusammengeschraubt wurden und seit dem nicht mehr angetastet.
Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar!

Gruß
Christoph
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Markus89
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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Markus89 » Mo 27. Apr 2015, 18:19

Hallo Christoph,
vielleicht hilft dir dieses Bild beim Verständnis weiter.

Bild

Wie du sehen kannst dichten die 2 Radialdichtringe (1,2) [auf deinem Bild 5,6] die Radnabe mit samt Planetengetriebe und Radlagern nach außen bzw. zum Achsschenkel ab. Das Teil [7] auf deinem Bild ist die auswechselbare Lauffläche der Radialdichtringe.
Die Drehbewegung vom Doppelkreuzgelenk entspricht der des Sonnenrades. Das Sonnenrad (10) bringt die Planetenräder zum Rotieren um das feste Außenrad (9). Der Achsschenkel (8) und das Außenrad (9) bewegen sich nicht! Die Drehbewegung wird durch die Planetenräder im Bauteil [17] mit entsprechendem Übersetzungsverhältnis auf die Radnabe(4) übertragen.

Das Öl läuft aus den 2 Radialdichtringen direkt auf die Beläge und in die Trommel.

Gruß
Markus
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Sandkater
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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Sandkater » Mo 27. Apr 2015, 19:26

Frag mal bei Nils (Hutsepp) nach, der hatte das gleiche Problem. Irgendein Ablauf war verstopft, dazu muss alles auseinander gebaut werden um den zu reinigen.

Gruß
Peter
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Filly
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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Filly » Mo 27. Apr 2015, 19:28

Ok, danke. Auf deinem Bild sieht man es natürlich viel besser.
Jetzt weiß ich wie ich dran bin. Ich hoffe mal, daß die erst 1 Jahr alten Beläge irgendwie noch zu retten sind.

Gruß
Christoph

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Andy
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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Andy » Mo 27. Apr 2015, 19:35

Warum muss es Oel sein ?
Schon mal an einen defekten Bremzylinder gedacht !
Ich will dir ja nicht die Freude nehmen, aber wenn die Beläge veroelt sind, sind sie Schrott.


Andy

Hutsepp
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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Hutsepp » Mo 27. Apr 2015, 19:48

Servuz,

ich hatte das selbe Problem, es gibt einen Öl "Sammelring" der fall´s Öl dort austritt das Öl sammelt und nach innen durch eine Bohrung Richtung Kreuzgelenk
führt. Der Spalt zwischen Radnabe und ich sage jetzt mal "Gegenstück" ist so klein das ein reinigen des Sammelringes ohne Demontage des Planetengetriebes nicht
möglich ist . Wäre dieser Ring und die Bohrung sauber würde das Öl nicht an die Beläge kommen .
Da gab es nur eine Möglichkeit : Radnabe und Planetengetriebe runter Dichtringe erneuern, Sammelring und Bohrung reinigen.
Die andere Seite wird bei mir definitiv auch noch gemacht.

Gruss Nils

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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Powerkat » Mo 27. Apr 2015, 22:13

Wenn es in dem höheren Maße Bremsflüssigkeit wäre, müste sie ja oben im Behälter fehlen...
An sonsten sind es zu 99 % die Radnarbenwedis wie oben in der Zeichnung ja schön zu sehen....meist werden sie aus 3 Faktoren undicht: Dreck ist zwischen den Dichtlippen und hat diese regelrecht weg geschmirgelt, das Radlager hat minimal zu viel Spiel was die bereits müden und etwas verhärteten Dichtringe nicht mehr ausgleichen können...wenn die Vorderbremse mal über einen gewissen Zeitraum zu heiß gebremst wurde geht die Hitze in die Radnarbe und verbrennt das Öl und die Dichtringe werden hart....
Leider werden die Dichtringe auch gerne bei der Montage nicht genügend mit Fett gefüllt um auf Lebensdauer geschmiert zu sein,denn trockenes Gummi auf staubig trockenem Metall läuft auch nicht lang...
Bei übermäßigem Verschleiß schleifen Dichtlippe und Schmutz an der Kontaktfläche unschöne Riefen in den Laufring ,dieser ist als Verschleißteil tauschbar, er wird auf die Achse aufgeschrumft...sind die Riefen zu tief bringt auch ein Wechsel der Wedis nur kurze Abhilfe, werden schnell wieder undicht...ebenfalls muß man aufpassen das man die richtigen Dichtringe in richtiger Reihenfolge verbaut: leider bekommt man von den Herstellern (MAN und Daimler) sogar des öfteren sogar die falschen Ausführungen...richtig ist auf der Innenseite eine Dichtlippe mit Wechseldrall und auf der Außenseite eine glatte Dichtlippe mit zusätzlicher Staublippe...
zum Erneuern muß die Radnarbe kompl. runter dh : Planet raus, Radlager lösen,entfernen und Radnarbe runter, vorsicht, nun fällt schnell Dreck in das innere Radlager, also auch runter und spülen...dann alles wieder neu aufbauen, Radlager richtig einstellen...
Marcel
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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Filly » Mo 27. Apr 2015, 23:08

Schön, dann scheint der Fehler ja ziemlich sicher identifiziert. Danke.

Es ist auf jeden Fall Öl. Riecht nach Getriebeöl. Und die Bremszylinder hat Marcel erst vor 2 Jahren überholt. Denen traue ich noch ein paar Jährchen mehr zu.

Ich werde mir morgen einen Termin in der Werkstatt geben lassen. An den Radlagern mache ich nicht rum. Die linke Seite ist vor 3 Jahren von der Werkstatt komplett gemacht worden, weil Öl aus dem Achsrohr zum Doppelkreuzgelenk hin kam. Jetzt lasse ich auch noch rechts und dann ist wieder Ruhe.

Christoph

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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Powerkat » Di 28. Apr 2015, 16:05

tja, da haben wir wieder den klassiker...habe gerade erst ein Angebot von MAN gesehen das sie einem Kunden geschrieben haben: er hat ebenfalls eine Leckage an der Doppelgelenkwelle,sie dichten die Gelenkwelle innen und außen ab, Achsschenkelbolzen etc. aber an die Radnarbe gehen sie dabei nicht, da sie die ganze Einheit abnehmen...ich kann das nicht nachvollziehen, die schlimmste Arbeit ist ja eh gemacht, Fahrzeug aufgebockt, Rad runter, Öl raus, Planet geöffnet etc. wenn die Doppelgelenkwelle wegen alter,Schmutz etc. undicht wird, hat die Radnarbe das selbe Schicksal hinter sich...dann macht man doch sowas gleich mit....Aber MAN hat da wohl andere Interessen...Sie sind ja auch teilweise so dreist und berechnen am Ende einen ganzen Satz Einstellklötzchen für die Achsschenkelbolzen ,denn diese müssen am ende eingemessen werden...es gibt 12 verschiedene, Kostenpunkt rund 25,-/Stk. ...eingebaut werden aber nur 2 Stück...also 10 x 25,- x 2 Seiten macht runde 500,- zuviel berechnet !Ich dachte ich traue meinen Augen nicht als ich die Rechnung gesehen habe...und die Klötzchen die sie nicht verbaut haben, der Kunde aber bezahlt hat lagen auch nicht im Fahrzeug....juristisch könnte man also von Unterschlagung und dreister Abzocke sprechen...

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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Filly » Di 28. Apr 2015, 18:29

Nene, bitte nicht falsch verstehen.
Bei MAN repariert wurde die linke Seite. Dabei wurden alle Dichtungen erneuert, die da vorkommen. Sogar Radlager und Achsschenkelbolzen wurden erneuert, nachdem man mir bei einer "Zwischeninspektion" gezeigt hat, daß die Teile nicht mehr ruhigen Gewissens wieder verwendet werden können. Das hält nun wieder lange Zeit hoffe ich.
Aktuell sabbert die rechte Seite.

Zu der MAN Werkstatt habe ich großes Vertrauen. Ich habe aber auch schon andere erlebt. Es gibt überall Licht und Schatten.

Christoph

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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Powerkat » Mi 29. Apr 2015, 07:24

Klar, es hängt und fällt von den Menschen die da arbeiten....wie überall...

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Markus89
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Re: Öl in Vorderachsbremse

Beitrag von Markus89 » Mi 29. Apr 2015, 20:03

Markus89 hat geschrieben:Hallo Christoph,
vielleicht hilft dir dieses Bild beim Verständnis weiter.

Bild

Wie du sehen kannst dichten die 2 Radialdichtringe (1,2) [auf deinem Bild 5,6] die Radnabe mit samt Planetengetriebe und Radlagern nach außen bzw. zum Achsschenkel ab. Das Teil [7] auf deinem Bild ist die auswechselbare Lauffläche der Radialdichtringe.
Die Drehbewegung vom Doppelkreuzgelenk entspricht der des Sonnenrades. Das Sonnenrad (10) bringt die Planetenräder zum Rotieren um das feste Außenrad (9). Der Achsschenkel (8) und das Außenrad (9) bewegen sich nicht! Die Drehbewegung wird durch die Planetenräder im Bauteil [17] mit entsprechendem Übersetzungsverhältnis auf die Radnabe(4) übertragen.

Das Öl läuft aus den 2 Radialdichtringen direkt auf die Beläge und in die Trommel.

Gruß
Markus
Damit das Bild auch noch länger zur Verfügung steht, hier nochmal als Anhang und nicht als Link (sonst ist die Dropbox irgendwann voll oder das Forum ohne Bild :roll: ).

Gruß
Markus
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