Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

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Saarkat
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Saarkat » Di 24. Jun 2014, 08:39

@ Emil

Das ist ja auch in Ordnung so.

O 176 steht mittlerweile nicht mehr in den Schmierstofflisten der BW. Da gibts ne Nachfolgenummer, die ich aber gerade nicht zu Hand habe.

Das Problem ist, dass die TDV nicht konform mit den Schmierstofflisten aktualisiert wird, wobei ich mal offen lasse, ob die Änderungen in den Schmierstofflisten in Sachen KAT so in Ordnung gehen. Ich habe hier das dumpfe Gefühl, dass sich die Schmierstofflisten immer mehr auf die neueren Fahrzeuggenerationen beziehen und allmählich die alten Fahrzeuge, bzw die hierfür benötigten Schmierstoffe aus den Listen verschwinden oder ganz banal auch für diese Baujahre gut geheißen werden. Obs gut ist...........?

Kurios finde ich einfach, dass im Bereich Motorenöl das 15 W 40 (O 236) als Notbehelf deklariert wird und laut Schmierstoffliste das O 1178 für Getriebe und Motor geht. Selbst als Öllaie würde ich jetzt mal sagen, dass ein 5 W 30 für diese Motoren meines Erachtens nach die falsche Suppe ist, weil zu dünn oder wie sagt man dazu.
Gruß

Christoph


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holland
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von holland » Di 24. Jun 2014, 09:02

Morgen
Ich werde hier nur mal meine Erfahrungen der letzten Jahre schreiben. Das soll keine Empfehlung oder Bewertung der vorausgegangenen Beiträge sein aber vielleicht hilft es ja.
Unumstritten ist ja das die Getriebe mit Öl SAE 10 – SAE 30 befüllt werden sollen. Aufgrund der Diskussion bin ich nicht mehr sicher gewesen ob meine Öl Entscheidung richtig gewesen ist.
Ich fahre seit 5 Jahren SAE20 also die dritte Ölfüllung (immer gleiche Marke) auf zwei Autos. Wer weiß vielleicht passiert noch was. Ich will es mal nicht hoffen. Habe dann gestern wie vor Jahren auch schon, noch mal mit ZF Friederichshafen Kontakt gehabt.
Für die WSK 400 Generation galt wie man weiß die TE-ML 10 diese ist aufgegangen in TE-ML 02. Hier gilt für die Getriebe Kombination der Hinweis auf Seite 14.
Unbenannt.jpg


Desweitern habe ich Öl mit der Freigabe TE-ML 02H über meinen Öl Spetzie suchen lassen. Das gleiche Ergebnis wie vor Jahren.
Wir finden nur
TITAN UNIVERSAL HD SAE 30 ZF
High Performance Einbereichs-Motorenöl speziell für die Erstbefüllung von ZF Schaltgetrieben.
Spezifikationen
Freigaben
ZF TE-ML 02H, 04B
FUCHS Empfehlungen
ACEA E2
API CF
MAN 270
MB-FREIGABE 228.0
MTU DDC TYP 1

Dieses Öl kann er nun nach langen hin und her bekommen. (Es ist angeblich nicht für den freien Handel bestimmt)

3,50€/l +
Abnahme nicht unter 200l.

Mir sagt sae30für unsere Bedingungen nicht zu. Aber wenn da jemand Interesse hat.
Da ich wider mit einem Ölwechsel dran währe überlege auf ATF umzusteigen es sei denn es kommen noch weitere Öle mit der 02H Spetz zu Tage.

Gruß Sascha

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egn
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von egn » Di 24. Jun 2014, 09:05

Saarkat hat geschrieben: Das Problem ist, dass die TDV nicht konform mit den Schmierstofflisten aktualisiert wird, wobei ich mal offen lasse, ob die Änderungen in den Schmierstofflisten in Sachen KAT so in Ordnung gehen. Ich habe hier das dumpfe Gefühl, dass sich die Schmierstofflisten immer mehr auf die neueren Fahrzeuggenerationen beziehen und allmählich die alten Fahrzeuge, bzw die hierfür benötigten Schmierstoffe aus den Listen verschwinden oder ganz banal auch für diese Baujahre gut geheißen werden. Obs gut ist...........?
Genau das ist der Punkt den ich machen wollte. Was interessieren aktuelle Schmierstofflisten mit ganz anderen Ölen wenn in der ursprünglichen TDv ganz andere Öle drin standen. Ich gehe nicht davon aus, dass es für die neuen Öle irgendwelche Freigaben gibt. Ich war sowohl mit der Entwicklungsabteilung von Deutz als auch mit ZF in Kontakt und die waren bisher immer sehr zurückhaltend bezüglich der Empfehlung neuer Öle, da es einfach keine entsprechenden Prüfstandversuche und Langzeiterfahrungen gab und gibt.

Deshalb kann für mich nur die einzige Konsequenz sein die Öle zu nehmen die auch ursprünglich für die Komponenten freigegeben wurden, auch wenn diese in aktuellen Schmieröllisten der BW durch andere ersetzt wurden.
Gruß Emil

AndreasE
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von AndreasE » Mi 25. Jun 2014, 10:40

Einfach nur aus Interesse gefragt, da ich mich ja kurzfristig mit viel Öl eindecken musste.

Was zahlt ihr so im Schnitt für eure Öle, wenn ihr sie selbst im Rahmen eurer KAT Pflege besorgt ?
Da Zeit so wichtig war, habe ich verfügbare 20 lt Kanister genommen. In dieser Gebindegrösse kostete inkl. aller Abgaben
15W40 pro lt 2.8 Euro
SAE 10 pro lt 3.1 Euro
80W90 pro lt 3.5 Euro
HLP 46 pro lt 3.1 Euro

Ich brauche keine Details und Lieferantenaddressen, würde nur gerne ein Gefühl bekommen, wie weit weg ich von Eurem Durchschnitt bin, da ich ja mit Öl nur im Rahmen meines Hobbies zu tun habe.

Andererseits ist mir bei den Mengen schon die Idee gekommen, einen meiner Hochleistungsrechner komplett in ein Ölbad zu tauchen (Stichwort: Immersion Cooling) . Kennt jemand zufällig die elektrische Leitfähigkeit von SAE 10 ? Kann sie in den technischen Angaben der Hersteller nicht finden :D

lg,
Andy

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Saarkat
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Saarkat » Mi 25. Jun 2014, 12:33

Alle Öle als Abnahme in 20 ltr. Kannen.

15W40 a 3,25 €/ltr
ATF Dexron 2 E a 11,48 €/ltr
HLP 46 a 2,56 €/ltr
80W90 a 3,81 €/ltr
Gruß

Christoph


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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Zentralgestirn » Mi 25. Jun 2014, 13:00

SAE 15W40 2€/l in 5l Kannistern Im angebot 1,80€/l mit genau der geforderten Qualität für den Deutz.

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simon
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von simon » Mi 25. Jun 2014, 20:56

Habe jetzt keinen Zugriff auf meine Unterlagen, aber ich habe für 40L 15W40, 40L 20W20 und 25L 80W90 GL5 für jedes Öl ungefähr 100 Euro gezahlt.
Also ca. 2,50 /L für 15W40 und 20W20 und 4,00 /L für 80W90 GL5

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Sandkater
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Sandkater » Fr 27. Jun 2014, 19:33

AndreasE hat geschrieben: Andererseits ist mir bei den Mengen schon die Idee gekommen, einen meiner Hochleistungsrechner komplett in ein Ölbad zu tauchen (Stichwort: Immersion Cooling) . Kennt jemand zufällig die elektrische Leitfähigkeit von SAE 10 ? Kann sie in den technischen Angaben der Hersteller nicht finden :D

lg,
Andy
dann nimm Trafoöl. Ziemlich dünn und genauso giftig.

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Speed5
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Speed5 » Fr 27. Jun 2014, 21:53

das im Trafoöl dioxine enthalten sind, stinmt heute so nicht mehr!

Früher war das so, ist aber schon lange nicht mehr so!

Gruß Michael
Der Tod hing die Sense an den Nagel und stieg auf den Mähdrescher, denn es war Krieg.

Ich liebe es, wenn der Wahnsinn die Kontrolle übernimmt und lachend an der Vernunft vorbei rauscht. Huuuiiiiiiiiiiiiii


http://www.dickschiff-treffen.de/

AndreasE
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von AndreasE » Sa 28. Jun 2014, 12:39

Da ich mich gerade durch meine beiden neuen KFZ Bücher durchlese:

Die SAE Klassen für Motoröl gehen bekannterweise von 0 bis 50 - soweit alles klar.
Was für mich eine neue Info war, das die SAE Angaben für Getriebeöle unabhängig von den Viskositätseigenschaften von Motoröl klassifiziert werden.
SAE 80 Getriebeöl entspricht SAE 20 Motoröl von der Viskosität. Natürlich mit anderen Additiven.

Wieder was gelernt,
Andy

Jan.J
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Jan.J » Mi 21. Jan 2015, 00:25

kat1.pdf
(252.48 KiB) 161-mal heruntergeladen
Guten Tag
Habe was im netz gefunden.... O-1178 ist die neue Bezeichnung für O-176

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holland
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von holland » Mi 21. Jan 2015, 10:03

Morgen

Die Liste habe ich auch in den Unterlagen.
Ich wollte eigentlich nichts mehr zum Thema beitragen. Da ich mich aber letztes Jahr wieder mit der Thematik beschäftigt habe, werde ich euch das mal ganz ohne Wertung weitergeben.

Ich habe Letztes Jahr ausgiebige Ölstudien im Mineralölwerk Korbach in Hessen betreiben dürfen.
Nach einem Telefonat einer Einladung folgend wurde ein Tag investiert, und Interessante lange Gespräche / Telefonate mit ZF Friedrichshafen, bzw. einer bekannten BW Inst. geführt.
Der in Korbach zuständige Ing. war mit der Problematik der Wandlerkupplung (Wie Füllstoffe Latex in der Kupplung oder Grafit / Titanbelägen mit Buntmetalle) sehr bewandert.
Es wurden einige aussagekräftige Versuche mit additiven bzw. Grund-Öl auf das verhalten der Zusatzstoffe in den Kupplungen durchgeführt (teilweise im Vorfeld vorbereitet). Die Auswirkungen sind erstaunlich.
Die allgemeine Erkenntnis ist die, dass nur wenige der Vertriebsmitarbeiter sich auskennen.
Da gibt es dann so Aussagen wie „ZF Wandler wie beim Fend“ Ja richtig aber die WÜK fehlt, und die macht dann Stress sollte es chemisch Probleme geben.

Wenn man bei den alten Ölvorgaben bleibt sollte man keine Probleme bekommen (Aussage aus Hessen).

Für alle die die Experimentieren wollen hier die Aussage vom Fachmann:
Nach 15 Schaltungen bei Betriebswarmen Getriebeöl haben sich die Additive im Getriebe verteilt.
Wenn nach 1500Km keine Anzeichen zu spüren sind, sollte auch nichts passieren.

Ich währe aber vorsichtig mit der Liste. Die Umgruppierung hat mehr versorgungstechnische Gründe.
Technisch gesehen würde ich mal kein 5W30 nehmen solange anderes Öl vorhanden ist. (Aber meine Meinung)

Gruß Sascha

Jan.J
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Jan.J » Mi 21. Jan 2015, 18:55

Guten Tag
So hab noch was neues gefunden
Dateianhänge
O-1178.PNG

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Saarkat
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Saarkat » Mi 21. Jan 2015, 19:07

Moin Jan,

Hier findet man nahezu brandaktuelle Listen in Sachen "Schmierstoffe der Bundeswehr".

Aber wie Sascha schon sagt. Nicht alles was glänzt ist Gold und nicht alles was neu ist, ist für die alten Motoren/Getriebe gut. Sicherheitshalber den Fachmann fragen, könnte auf Dauer ne Ecke Kosten sparen helfen. ;-)
Gruß

Christoph


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HugoVogelsang
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von HugoVogelsang » Do 22. Jan 2015, 00:53

Hallo,

Ich frage mich ernsthaft, warum, warum, warum verdammt noch einmal will irgendjemand dickeres Öl in sein Getriebe packen, als vorgeschrieben ist?

Was macht dickeres Öl denn?
Es läßt sich schwerer aus engen Spalten verdrängen.

Das heißt, die Überbrückungskupplung schließt langsamer und rutscht länger.
Die Synchronringe brauchen länger, bis sie beim Schalten das lästige Öl aus dem Konus verdrängt haben.
Die Lager haben mehr Last damit, das Öl beim rollen zur Seite zu schieben.
Die Zahnräder haben mehr Mühe, das Öl aus dem Zahneingriff zu verdrängen.
Die Ölpumpe muß mehr arbeiten, weil das dickere Öl größere Strömungsverluste erzeugt.
Im Wandler läuft das Öl schwerer und sorgt damit dafür, das weniger Impuls von einer auf die andere Schaufel übertragen wird.
Und das alles bewirkt höhere Temperatur. (Ok, damit wird das zu dicke Öl dann vielleicht wieder dünnflüssig genug, aber das war ja nicht Zweck der Übung.)
Wer dickes Öl in sein Getriebe packt, sollte sich also über hohe Temperaturen nicht wundern.

Öl mit höherer Viskosität wird nur dort gebraucht, wo Gleitlager im Spiel sind. Zum Beispiel im Motor, oder dort, wo die Zahnräder im Getriebe noch auf Gleitbüchsen gelagert sind, z.b. Unimog 404S.
Jeder, aber auch wirklich JEDER wälzkontakt braucht Öl nur zum Kühlen.
Es glaubt doch nicht wirklich jemand, das ein Öl, gleich welcher Dicke, im Zahneingriff einen Schmierdruck, von sagen wir mal 400 N/mm² aufbauen kann. (Das sind übrigens 4000 bar.)
Und auch im Wälzlager schafft es das Öl nicht, einen Hydrodynamischen Schmierfilm zwischen Wälzkörper und Laufbahn aufzubauen (von sehr, sehr niedrig belasteten Lagern mal abgesehen.)
Und das bisschen Käfigschmierung, das die Lager brauchen, schafft sogar Diesel, wenn es darauf ankäme.

Die Leute, die glauben, der Wandler würde mit dickerem Öl mehr Drehmoment übertragen, sind auf dem Holzweg. In keiner Gleichung, die es für Drehmomentwandler gibt, spielt die Viskosität eine Rolle, es sei denn, für die Verlustberechnung. (Googelt bitte selber.)
Im Gegenteil, ein Wandler würde mit Wasser mehr Drehmoment übertragen, weil Wasser zum einen dünner ist, im wesentlichen aber weil es schwerer ist. Es würde auch Wärme besser abführen. Leider schmiert Wasser so überhaupt nicht und neigt ab 100 Grad zum Verdampfen, von mangelndem Korrosionsschutz ganz abgesehen.

Getriebeöl für den Kat also so dünn, wie FZ es irgendwie zuläßt.

Temperaturstabilität ist ein Punkt, ja. Aber das hat nichts mit höherer Viskosität zu tun. (Eher im Gegenteil, da höhere Viskosität größere Verluste und damit höhere Temperatur bedeutet.)
Ich fahre im Marderkat und im Berger ATF (war schon drin) und ich werde beim nächsten Ölwechsel den 4x4 auch auf ATF umstellen.

Und, ganz ehrlich, ich würde auch ATF in die Achsen packen, wenn es in den Planentengetrieben nicht doch ein paar ausgedehnte Gleitflächen gäbe.

Gruß Hugo

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von AndreasE » Do 22. Jan 2015, 01:25

WIeder einmal auch ein Beitrag, warum ich gerne in diesem Forum bin. Danke für die Ausführungen Hugo :-)
Liebe Grüße,
Andy

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pshtw
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von pshtw » Do 22. Jan 2015, 07:40

"DAUMEN-HOCH-BUTTON"
7.AllradBlütenspannerTreffen 3. bis 5. Mai 2019 !!!

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tdichris
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von tdichris » Do 22. Jan 2015, 09:46

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung !!

Jetzt ist es für mich auch klar, warum dünneres Öl besser ist.
Dann werd ich auch mal auf ATF umölen.
Grüße
Christian

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egn
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von egn » Do 22. Jan 2015, 10:02

Welchen Vorteil soll denn ATF statt dem von ZF freigegebenen Ölen im normalen Betrieb bringen?

Die ZF Entwicklungsabteilung hat mir jedenfalls explizit von der Verwendung von ATF Öl in der Kombination Wandler/Getriebe mit gemeinsamen Ölkreislauf abgeraten. Und ATF ist auch nicht gleich ATF.

Ich jedenfalls riskiere ohne eine gravierenden Grund nicht unnötig dass an Wandler/Getriebe irgendwelche Schäden entstehen. Ich hatte schon mal eine Wandlerreparatur die mir "glücklicherweise" nur etwa 6000 Euro gekostet hat.

Ich möchte auch nochmal auf den alten Thread hinweisen.
Zuletzt geändert von egn am Do 22. Jan 2015, 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Emil

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holland
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von holland » Do 22. Jan 2015, 10:09

ATF habe ich auch schon überlegt. Das währe die einzige vernünftige Lösung.
Ich denke das Hauptproblem ist doch mehr der Spagat zwischen den hohen Temperaturen im Wandler, und den Kräften im Getriebe. Wenn man die beiden Anforderungen in Bezug auf die dafür erforderlichen Kohlenstoffverbindungen der Öle sieht, kann alles nur ein Kompromiss sein. Und den gilt es doch zu händeln.

HugoVogelsang
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von HugoVogelsang » Sa 24. Jan 2015, 00:49

Zu ATF,

Im Kat II ist ab Werk ATF drin, und ich glaube nicht, daß die Amis das ohne Freigabe von MAN und ZF gemacht haben.

Daneben ist ATF natürlich genau für den Wandlerbetrieb in Verbindung mit dem Schmieren von Zahnrädern, Lagern und Lamellenkupplungen entwickelt worden. Automatikgetriebeöl halt. Mit der besonderen Betonung auf der Eignung für Drehmomentwandler und Lamellenkupplungen.
Ich fahre von der Qualität her Dexron IID. Von der Freigabe her, entspricht es der Werksnorm für Öle, die für ZF Getriebe und WSKs zugelassen hin.

Ich benutze explizit Öle, die mit Mineralöl mischbar sind. Das spart das aufwendige Reinigen beim Umölen und macht keine Probleme, wenn man mal ein anderes Öl zum Nachfüllen nehmen muss.

Ausserdem will ich ja niemanden dazu überreden, von der Bundeswehrvorgabe 10W abzuweichen. Nur dickeres Öl zu nehmen, macht absolut keinen Sinn.

By the way, ich fahre ATF auch in der Lenkhilfe und in der Hydraulik. Halt ein Öl für alles. Und der Marderkat ist kein Fahrzeug, bei dem die Komponenten nur so im Leerlauf dahinrotieren. Selbst in meinem Umlenkgetriebe ist ATF drin, und da ist erstens einiges an Drehmoment zu bewältigen und zweitens sind auch noch unverhältnismäßig hohe Umfangsgeschwindigkeiten im Spiel. Trotzdem bleibt das Getriebe erfreulich kühl, und die Zahnflanken zeigen weder Hitzeschäden noch Fressspuren.
In Hochgeschwindigkeitsgetrieben mit Öleinspritzschmierung wird das Öl zum KÜHLEN der Zahnräder übrigens NACH dem Zahneingriff eingespritzt, damit es bis zum nächsten Zahneingriff wieder abgeschleudert werden kann und keine Panschverluste erzeugt. Auch da wird das Öl nicht zum Schmieren gebraucht.


@Holland: Wegen der niedrigeren Viskosität nimmt die Temperatur ja ab. Hohe Viskosität macht hohe Verluste mit hohen Temperaturen.
Und längere Kohlenwasserstoffketten haben nicht per se eine höhere Druckfestigkeit, als kurze.
Und keine Viskosität der Welt schafft es, in einem Zahneingriff einen dynamischen Schmierdruck von tausenden von Bar aufzubauen.


Gruß Hugo.

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Saarkat
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Saarkat » Sa 24. Jan 2015, 10:23

Moin @ all,

ich bin kein Ölexperte und kenne auch nicht den Unterschied in Sachen Getriebe zwischen KAT I und KAT II. Ich weiß nur, dass die Empfehlung von Marcel, wenn man beim KAT 1 umölen möchte, auf Dexron 2E lautet, wobei die Betonung ausdrücklich auf 2E lag. Warum? Keine Ahnung, wie gesagt, ich bin kein Fachmann auf diesem Gebiet. Wenn ich mich recht erinnere, ist die Palette im Bereich 2D auch etwas größer als bei 2E. Um Dexron 2 E zu finden, muss man schon etwas suchen, das hat nicht jeder Hersteller im Programm.
Ich habe bis aufs ATF alle meine Öle von Meguin, weils quasi vor der Haustür liegt. Das ATF habe ich dann von Fuchs bezogen.
Es gibt auch ATF III Öle mit Dexron 2E Freigabe/Spezifikation. Die kosten weniger als die Hälfte des ATF II Dexron 2E, sind aber meines Wissens nach nicht geeignet für die KAT 1 Getriebe. Ich würde mal meinen, dass hier ausgehend vom Preisunterschied auch der Qualitätsunterschied zu begründen ist.

Wie gesagt, ich bin kein Ölexperte und hab mich da gemäß den Gelben Seiten "Sie hätten jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt" voll und ganz auf die fachkundige und professionelle Beratung/Auskunft von Marcel verlassen.
Gruß

Christoph


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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von egn » Sa 24. Jan 2015, 11:51

HugoVogelsang hat geschrieben: Im Kat II ist ab Werk ATF drin, und ich glaube nicht, daß die Amis das ohne Freigabe von MAN und ZF gemacht haben.
Haben die KATII das gleiche Getriebe wie der KAT1? Nein!

Es bleibt die offizielle Aussage von ZF, dass von der Verwendung von ATF für die WSK/Getriebekombination des KAT1 ab geraten wird. Nicht mal ihre eigenes ATF Öl wollten sie mir empfehlen. Natürlich liegt es zum Teil auch daran, dass diese Getriebekombination nie mit modernen Ölen getestet wurde. Auch wenn ATF von der technischen Spezifikation gut passt, bleibt es ein Experiment.

Ich bin auch kein Maschinenbauer und Getriebespezialist. Aber ich weiß, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen manuellen und Automatikgetrieben hinsichtlich des Aufbaus besteht, das auch in unterschiedlichen Belastungen der Zahnflanken resultiert.

Dein Marderkat ist auch hier keine Referenz. Die paar km die Du damit gefahren bist haben nur eine geringe Aussagekraft hinsichtlich der Dauerhaltbarkeit. Bei meinen Fahrzeug und bei Anderen geht es dagegen um mehrere 100.000 km unter allen Temperaturbedingungen. Interessanter sind da eher die Erfahrungen von Marcell und von JStefan.

Was mir unverständlich bleibt warum gerade das von ZF empfohlene Ecofluid M als ungeeignet betrachtet wird. An der Viskosität kann es nicht liegen,denn diese ist vergleichbar mit dem von ZF auch frei gegebenen 20W.

Code: Alles auswählen

Liste geordnet nach Viskosität bei 100° C
Öl                       40° C mm2/s  100° C mm2/s
ATF 1900  MB 236.15          18           4,4
ATF 1600  MB 236.14          30           6,5
10W                          40           6,5
Doppel-Kupplung 8100         33           6,9
ATF Dextron IIE              35           7,4
ATF Dextron IID              40           8,0
20W                          68           8,8
ZF Ecofluid M                54           9,3
0W-30                        53           9,6
ZF Ecofluid A+               61           10,1
5W-30                        70           12,0
30W                         108           12,0
15W-40                      108           14,4
10W-40                       97           14,5
80W-90                      141           15,0
75W-90                      101           15,1
75W-140                     180           14,5
Wenn das Getriebeöl mal warm ist, dann hat es bei unseren Bedingungen so um die 60° C. Nutzt man dann den Wandler intensiver dann wird die Temperatur sehr schnell auf über 100° C steigen.

Meiner Meinung nach müsste es doch für den Wandler viel besser sein, wenn die Viskosität sich nicht so stark bei Temperaturanstieg ändern würde, damit die Performance des Wandlers sich nicht so stark ändert. Die ATF Öle nach MB236.xx Spezifikation scheinen dies zu realisieren. Die niedrigere Viskosität dürfte ein erheblich besseres Verhalten bei kalten Temperaturen bewirken. Natürlich spielt bei der Wahl nicht nur die Viskosität eine Rolle sondern auch andere Parameter wie Flammpunkt, Scherfestigkeit und vor allem die Additive.
Gruß Emil

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Sandkater
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Sandkater » Sa 24. Jan 2015, 13:06

Guten Tag

ich vefolge diesen und den anderen Getriebeölthread mit einigem Interesse.
Seit mir im Urlaub in Tunesien der Wellendichtring des VTG undicht wurde und es unmöglich war, dort irgendein passendes Öl zu bekommen (wahrscheinlich wäre ich mit beliebig viel Zeit fündig geworden), schenke ich dem Vorgang schon ein bisschen Beachtung und habe einen Kanister mit dem Rest des Nachfüllöls an Bord. SAE20 von Marcel aus dem feuerroten Notfallmobil.

Hier wird heftig diskutiert, manchmal mit der Einschränkung "ich bin kein Experte, habe nur wenig Ahnung, weiss nicht so genau" und dann werden Pflöcke eingerammt.

wenn ich meinen Eindruck zusammen fasse:
Eigentlich ist es ganz einfach: BW Vorschriften von damals für das Auto gibt es, die Öle auch (wenn auch nicht an jeder Ecke) und damit sollte es eigentlich keine Probleme geben. Wer diese Öle einfüllt kommt sicher von A nach B ohne das der Wandler inkl. Überbrückung getötet wird.
Dazu gibt es Erfahrungen mit ATF 2E von Hugo und Marcel. Der eine hat seit mehr als 10 Jahren die Ölsorte ohne Wechsel im eigenen Fahrzeug und bisher keine Probleme. Der andere fährt Rallye, ist zufrieden und hat die passende Begründung als Maschinenbauer mit geliefert.

Also gibt es zwei mögliche Vorgehensweisen, beide erprobt und damit sollten wir doch klar kommen.
Wer etwas anderes reinschütten will: viel Spass.

Warum also gibt es Dikussionen ob dies oder jenes Öl auch geeignet wäre? Wir sind mit alten Autos unbekannter Vorgeschichte unterwegs, daher werde ich die Fehlerquellen auf jeden Fall ausschliessen die man sicher benennen kann. Zur Schonung meines Geldbeutels und auch meines Lebens, wenn ich im Nirgendwo stehen bleiben würde.

Der Wellendichtring und die Gelenkwelle haben mir gezeigt:
Erfahrungen mit funktionierenden Lösungen, die andere schon gemacht haben, brauche ich nicht nochmals verifizieren oder nach Alternativen suchen. Es bringt mir keine neuen Erkenntnisse, sondern schafft im Gegenteil weitere Risiken.

Peter
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von holland » Sa 24. Jan 2015, 13:37

Sandkater hat geschrieben:wenn ich meinen Eindruck zusammen fasse:
Eigentlich ist es ganz einfach: BW Vorschriften von damals für das Auto gibt es, die Öle auch (wenn auch nicht an jeder Ecke) und damit sollte es eigentlich keine Probleme geben. Wer diese Öle einfüllt kommt sicher von A nach B ohne das der Wandler inkl. Überbrückung getötet wird.
Dazu gibt es Erfahrungen mit ATF 2E von Hugo und Marcel. Der eine hat seit mehr als 10 Jahren die Ölsorte ohne Wechsel im eigenen Fahrzeug und bisher keine Probleme. Der andere fährt Rallye, ist zufrieden und hat die passende Begründung als Maschinenbauer mit geliefert.
So ist es

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