Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

rr83
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Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von rr83 » Di 17. Jun 2014, 20:05

Hallo zusammen,

möchte demnächst mal das Getriebeöl an meinem 4x4 wechseln. hatt jemand einen auszug aus der tdv dazu?

Weitere Frage: was für eine Öl Spezifikation gehört rein? hab jetzt einen wust von Nato bezeichnungen durchforstet und über zig sonderöle gelesen die besser sein sollen als die original vorgeschriebenen... was mich alles ein wenig verwirrt.

Mein kat läuft mit mäßiger last (eigentlich meistens unbeladen) in der Rheinländischen Klimazone Winter wie Sommer. Auf großartig Umölen möchte ich auch nicht, von daher wie kann man erkennen welches Öl drin ist? Letzte Füllung wurde beim Bund gemacht.

Gibt es nicht was dass ich für meine anwendung ohne bedenken nehmen kann?

schon mal vielen dank!

gruß eric

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Powerkat
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Powerkat » Di 17. Jun 2014, 20:23

Einbereichsmotorenöl SAE 20 , fertig....
Wechselmenge ca.30ltr.

kein SAE 20W20 , HLP20 etc. Gründe kann man ja in vorherigen Diskusionen nachlesen...
Getriebeöleinfüllung.JPG
Getriebeölkontrolle.JPG
Ablassen an :
-Wandlergehäuse
-Wandlersteuerblock SW 17
-Schaltgetriebe
-Verteilergetriebe
Öl Ablass.JPG
Marcel
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Kaschinski
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Kaschinski » Di 17. Jun 2014, 21:14

Die Spezifikation 20 w hat mich einige Nerven gekostet.

Weil Marcel ausdrücklich davon sprach, daß es sich nicht um 20w20 handeln solle, habe ich meine Mineralölhändler mit dieser Anforderung und dem Hinweis auf die ZF Spezifikation aufgescheucht.
Um es kurz zu machen : jeder Anbieter hat 20w20 angeboten, da gäbs nix anderes, das sei freigegeben, das erfülle die ZF Spezifikation. Blub-blub.
Man blieb sogar dabei, als ich drohte bei einem eventuellen Getriebedefekt mit der Schrotflinte vorzusprechen.

Also 20w20 rein da . Funktioniert bislang problemlos, WÜK rutscht nicht.

Ich suche allerdings immer noch nach einem Experten, der mir den Unterschied zwischen 20w und 20w20 erklären kann.

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von woelf59 » Di 17. Jun 2014, 21:39

Hallo,

ich führe momentan auch den Getriebeölwechsel durch. Habe jetzt von der Fa. Öl-Engel das Einbereichs-Motorenöl Divinol Spezial 2000 HD SAE 20 liefern lassen. Gibt es auch als SAE 10 und SAE 30.

Gruß W. Füßer

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yellowbrick
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von yellowbrick » Di 17. Jun 2014, 23:02

wir haben bei marcel getriebe ol erwecheld,,aber wir fahren jetz in der afrika,,jetz haben wir temparaturen rund um der 30 grad,,aber in mauritanie haben wir 51 grad gehatted,,und keine probleme mit der getriebe,,wir haben sae 30 erin,,alles geht jetz noch gut,,

grusse aus benin,,umgebing contonou am meer :P

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Filly
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Filly » Di 17. Jun 2014, 23:55

SAE 20 und SAE 20W20 ist das gleiche bzw. es hat die gleiche Viskosität bei der Bezugstemepratur 100°C.
Ich hab das einige Jahre gefahren und bin mittlerweile beim SAE 30.

Ein SAE 10 sollte es nicht geben, es müsste SAE 10W heißen (das hatte die Bundeswehr drin).
Oel.jpg
Christoph

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egn
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von egn » Mi 18. Jun 2014, 06:13

Ich fahre schon immer ohne Probleme SAE 10W.

Zur Verwirrung hier noch ein Link zu einem alten Öl Thread.

Wahrscheinlich ist unterschiedliches Getrieöl auch die Ursache warum Andre so unterschiedliches Verhalten mit seiner Wandlersteuerung feststellt.
Gruß Emil

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von special-mechanics » Mi 18. Jun 2014, 18:49

es stimmt das meine steuerung einwenig empfindlicher ist als die originale
einer ihrer funktionen ist das mitschreiben von fehlersituationen
ich habe über 200h logfile eingesehen und festgestellt das bei mindestens 3 der testfahrzeuge fehler abgelegt wurden
einige davon behandeln situationen in denen schlupf festgestellt wurde wo keiner hin gehört
eines der fahrzeuge hat einfach zu viel bums ... ein anderes ist mein eigener kat
dieser hat die eigenart kurz nach dem anwerfen der maschine und start ins strassengeschehen in bergigen situationen probleme
es wird ein schlupf im wandler registriert (kaum messbar , nicht spührbar) ...aber nur bei zu hoher gangwahl (800-1000upm) und gebrücktem wandler
das problem verschwindet nach kurzer zeit ( wandleröl warm)
eigentlich ist dies ein hinweis darauf das die ölqualität damit zutun haben könnte , in afrika trat dieses problem nicht auf
offensichtlich reicht der steuerdruck nicht aus um die WÜK korrekt zu schalten , bekommt die pumpe zuwenig zulauf ??
gemessen hab ich das nicht ... werd ich aber ggf. mal nachprüfen

eigentlich ist mir diese ölgeschichte zu religiös ... jeder glaubt das richtige zu wissen ... bekanntlich liegt die wahrheit irgendwo dazwischen

andere geschichte aus meinem reichhaltigen erlebten als maschinist :

vor kurzem war ich wieder mal unterwegs auf dem afrikanischen kontinent und als technischer trupp für eine bekannte rally tätig
dabei war auch ein recht reichlich mit power bestückter kat , 8x8
dieser hatte mittem im grössten sandkasten der welt paar kleinere probleme und so kam es das meine modWSK begann allerlei fehlermeldungen auszuspucken und zum schluss seinen dienst zu quittieren
nach dem rückrüsten auf das originale steuergerät lief er noch paar minuten
aber dann war klar das was nicht stimmte
merkbar wurde das problem als die WÜK plötzlich nicht mehr schliessen wollte und nach geraumer zeit der wandler selbst nicht mehr korrekt arbeitete
als dann die besatzung dem thema auf den grund ging , stellte man eine extreme hitze im bereich des getriebes fest ....
die temperaturanzeige dafür war jedoch nicht an , was schon bissl seltsam war
da aber im sandkasten weder eine reparatur noch eine korrekte fehlerdiagnose möglich war , wurde im wandlerbetrieb weitergefahren , langsam bis ins camp
dort hatten wir dann die gelegenheit nachzuforschen warum A: das getriebe zu heiss wurde und B: die WÜK nicht mehr schalten wollte

A: simpel .... es gab offensichtlich keinen kühlkreislauf mehr , der kühler war kalt wohingegen das getriebe förmlich vor hitze leuchtete
bescheuert nur wenn der temperaturschalter der für eine warnung zuständig war im kühler verbaut ist . es gab keine meldung !
B: gemessen ebenfalls simpel .... die hydraulik der WÜK wurde nicht oder nur kurz angesteuert

warum das ?
nach paar stunden war es gefahrlos möglich das öl aus dem getriebe zu lassen
es war tiefschwarz und stank atemberaubend
na gut , bei der hitzeentwicklung kein wunder
der filter war jetzt nicht stark verschmutzt aber in ermangelung eines neuen wurde dieser gereinigt
war jetzt nur die religiös angehauchte debatte um das korrekte öl
da wir aber nun in afrika waren und die sorten die es gab sich an einer hand abzählen ließen, blieb uns also nichts weiter übrig als eine der heimischen bar zu verwenden
wir entschieden uns für 40iger hydrauliköl
nach befüllung und probefahrt stellte sich keine andere situation dar als vor der ölpanscherei
kein kühlkreislauf , keine alarmmeldung , keine WÜK aber dafür extreme wärmeentwicklung weit über dem grenzbereich

es gibt eine ölpumpe die direkt vom wandlergehäuse angetrieben aus dem filter ansaugt und den kühlkreislauf antreibt sowie den nötigen steuerdruck für die WÜK bereitstellt
diese pumpe schien also verstorben
was blieb war die entscheidung die 2000km nach hause zu versuchen ... im wandler
nach 600km und dem verlust jeder menge getriebeöl wurde die füllung gegen 15w40 getauscht . mit dem hydrauliköl fuhr das fahrzeug bis auf die ursprünglichen probleme
selbst bei einer derartigen hitzeentwicklung gab das hydrauliköl nicht auf ( vorher mit der originalfüllung 20w zeigten sich bei extremer hitze ausfallerscheinungen ---> kein vortrieb)
nach weiteren 600km zeigten sich erste probleme mit der kupplung . diese pumpte druckluft beim treten ins getriebe woraufhin öl aus den entlüftungsnippeln gedrückt wurde ....viel öl !
nach weiterer strecke ließ sich die kupplung garnicht mehr treten . die manschetten im druckübersetzer waren verbrannt
ich baute also die anlasssperre um und ab sofort wurde mit lastwechsel und viel roher gewalt geschaltet
die modWSK meldete in der zwischenzeit den verlust beider sensoren , ihr schicksal war wohl das gleiche wie das der kupplungsmanschetten

bei km 1500 waren die 40l 15w40 alle und wir füllten ab dann das abgelassene hydrauliköl nach , das öl was kochender weise aus allen ecken und löchern des getriebes strömte war kaum noch aufzuhalten , selbst die simmeringe der ein und ausgangswellen waren geschmolzen
da die menge die aus den entlüftern kam schon recht hoch war , steckten wir schläuche darauf und leiteten das "lecköl" in kanistern

kurzum : das fahrzeug ist angekommen . unglaublich .
knapp 2000 km ohne kühlung , WÜK und zum schluss ohne kupplung
die temperaturen im getriebe waren weit über extrem
und selbst dann gab es vortrieb aus dem wandler mit einem gemisch aus 20W, hyrauliköl und 15w40

da geht öltechnisch viel ....sehr viel
er ist mit all unseren experimentellen ölmischungen gefahren
ob die WÜK geschalten hätte ...weiss man nicht

ich bin beeindruckt . das getriebe ist für simples einbereichsmotorenöl ausgelegt , da kann man aber durchaus anderes öl einfüllen ohne das der kat gleich nicht mehr fährt
wobei die frage ....welche zusätze in mehrbereichsölen schädlich für teile des getriebes sein KÖNNTEN schon mal jemand klären könnte

am ende ist die frage nach dem richtigen öl nicht so kompliziert wie sie vielleicht aussieht :)
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von A N D R E A S » Mi 18. Jun 2014, 19:21

Das Getriebe ist aber jetzt tot oder?
A N D R E A S

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special-mechanics
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von special-mechanics » Mi 18. Jun 2014, 19:31

ööhhmmmm ..... wahrscheinlich :(
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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egn
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von egn » Mi 18. Jun 2014, 20:29

Gab es bei meiner Testfahrt auch irgendwelche Fehler?

Bezüglich Öl kann man sicherlich im Notfall alles einfüllen, aber wenn man will dass der Wandler lange lebt dann sollte man sich meiner Meinung nach an die Empfehlungen des Herstellers halten.
Gruß Emil

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von special-mechanics » Mi 18. Jun 2014, 20:51

egn hat geschrieben:Gab es bei meiner Testfahrt auch irgendwelche Fehler?

Bezüglich Öl kann man sicherlich im Notfall alles einfüllen, aber wenn man will dass der Wandler lange lebt dann sollte man sich meiner Meinung nach an die Empfehlungen des Herstellers halten.
ja ...dein 3. gang hakelt :)
und deine lichtmaschine macht echt fragwürdige sachen ....

zf sagt : einbereichsmotorenöl ..und das war in den 70igern , mittlerweile gibt es durchaus produkte die dem entsprechen oder dies gar übertreffen
mehr wollte ich dazu eigentlich garnicht sagen .
wenn ich eines in meiner schrauberlaufbahn gelernt habe dann dies : "des kunden wille ist ein himmelreich" . jeder darf in sein getriebe "schütten" was er will
gehts schief hat der marcel und seine zunft brot bis zur rente ... wenn nicht ists auch gut :)

wenn ich mal lust und zeit habe werd ich mal nachforschen woher bei meinem kat dieser "temperatureffekt" kommt
ich denke die heisse zone ist die doppelhydraulik zum schalten der WÜK . denn die ist definitiv auf dünnes öl ausgelegt
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von egn » Mi 18. Jun 2014, 21:12

Ich merke nichts vom hakeln. :D

Und bei der Lichtmaschine fehlte ein Keilriemen.

Zf sagt durchaus auch was anders bezüglich der WSK/Getriebekombination. Sie empfehlen Ecofluid M.
Gruß Emil

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von AndreasE » Mi 18. Jun 2014, 22:03

Für die Interessierten:

Bob is the Oil Guy scheint einer der großen Internettreffpunkte zum Thema Öl in Fahrzeugen zu sein. Einfach in die Artikelsektion schauen.
Im Forum hat es zu PKWs mehr als 46.000 Threads mit 800.000 Postings, zum LKW gibt es immer noch beachtliche 2700 Threads mit 33.000 Posts, Zum Getriebe 11.500 Threads mit 140.000 Posts

LG,
Andy

rr83
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von rr83 » Do 19. Jun 2014, 14:26

hallo zusammen,

schonmal danke für die zahlreichen und sehr hilfreichen beiträge! besonders an marcel!toller beitrag mit den bildern!

wie wäre denn der ablauf?

-warm fahren (nicht heiß, nur dass sich auch alles n bissl im öl löst)
-öl an beschriebenen stellen ablassen
-oben 20 liter rein (Getriebeöleinfüllschraube)
-starten (?Standgas oder 1000rpm/wandler geschlossen?)
-und dann an Getriebeöleinfüllschraube so lange nachfüllen bis an kontrollscharube rausläuft?

grüße eric

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Powerkat » Do 19. Jun 2014, 15:28

das wäre der optimale ablauf, jedoch kannst du auch nach dem einfüllen von rund 20 ltr. oben am Wandler dort schließen und den Rest unten an der Kontrollschraube nachfüllen...wichtig ist nur nach dem Ablassen überhaupt oben am Wandler etwas aufzufüllen und nicht nur unten an der Kontrollschraube, denn wenn man das nicht machen würde, würde man den Wandler und das Schaltgetriebe quasi Trocken starten, es würde sehr lange dauern, bis die Pumpe das Öl aus dem Verteilergetriebe zum Wandler pumpt, und erst wenn der voll wäre, bekäme das Schaltgetriebe etwas...

Füllt man also erstmal die größte Menge oben rein, haben alle Baugruppen ihr Öl, dann kann man starten und stellt den richtigen Ölstand an der Kontrollschraube her...dabei etwas gedult, damit sich die ganzen Ölstände nivilieren können, es dauert schon ein paar Minuten bis das Öl jeweils hochgepumpt bzw. innen über läuft und hinten wieder ankommt...

zu der Ölqualitätsdiskusion schreibe ich die Tage noch mal was ausführliches um mal die Märchen auszu räumen, aber dazu hole ich noch ein paar Fakten raus für die letzten ungläübigen... wenn ich schon so eine Scheiße lese wie 20W20 ist das selbe wie SAE 20....(ein SAE 20 ist ein Einbereichsmotoröl, ein SAE 20W20 ist ein Mehrbereichsöl- was das wohl zu bedeuten hat ? schon mal an sowas wie eine Temperaturstabilität,Konstante Gedacht-also sowas was die Viskosität bei verschiedenen Temperaturen regelt-nennen wir es mal ein chemisches Thermostat...eine Viskositätsangabe ist ein Wert für einen definierten Temp. Bereich ). Als erstes sollten manche mal akzeptieren das da draußen rund 70 % der so genannten Öllieferanten,Händler chemisch,physikalisch gar keine Ahnung von Öl haben...nur billige Preise für minderwertige Ware machen...solche geben sich auch nicht mit solchen Nieschenprodukten ab... und verkaufen das was am ehesten passen könnte...sie müssen ja auch nicht mit den Problemen später klar kommen...
Das wäre das selbe als wenn man sagen würde Spargelsuppe ist Spargelsuppe, die Zusätze wie ohne Konservierungsstoffe, Bio etc. haben alle keine bedeutung... stehen nur so da... man kann ja mal die Leute fragen die auf die Konservierungsstoffe alergisch reagieren...und sich ihre Ausschläge und Magenkrämpfe anschauen wenn sie auf Sorbit etc. reagieren...ähnlich verhält es sich mit den Ölen... die Aussagen 20 oder 40 sind nur wie beim Reifen 13 oder 16 Zoll Felgendurchmesser... die Feinheiten ergeben sich aus der Würze, den Zutaten ...div. Legierungen etc. sie Stabilisieren etc. das ist reine chemie... nehmt doch mal eine Dose Nitro-Sprühlack und lackiert eine Stelle nach, die zuvor mit einfacher Kunstharz Farbe lackiert wurde... es geht hoch wie Ribbel Kuchen... war aber beides eine Spraydose mit zB Ral 3000...aber der kleine chemische Unterschied führte zum Chaos ! ähnlich verhält es sich mit dem Wandler...es geht hier nicht um die Zahnräder, Hakeln, Schaltgeschwindigkeiten der Steuerschieber, Lebensdauern von Pumpen oder Betriebstemp. ! es geht nur um ein kleines Bauteil namens Wandler-Überbrückungs-Kupplungs -Lammelenscheibe ! der dort verarbeitete Reibbelag hat eine ganz bestimmte Belagart... und diese kann chemisch aufgelöst werden... es gibt dutzende Belagarten, organisch, anorganisch, Sinter etc. Motorradfahrer kennen das: Die Kupplungsbeläge laufen im Motoröl...sind genauso sensibel...Motorräder bekommen ebenfalls zB ein 10 W40 für Motorräder ! es hat zusätze für nasse Kupplungsbeläge, ein 10W40 Motoröl für PKW hat diese Zusätze nicht ! viele kennen die Ergebisse wenn man hier mal vertauscht...für Achsen der Geländewagen bestimmter Hersteller gibt es zB Achsöle mit einem LS Zusatz=limitet Slip ! dieser ist ganz wichtig wenn sie ein Selbstsperrdiff mit Reibbelägen haben, verwendet man ein normales Achsöl, arbeitet das Diff in kürzester Zeit nicht mehr da die Beläge verschmiert sind...es waren aber beides zB 85W90 Öle...
aber wie gesagt, dazu später mehr...mit Fakten damit dieses Thema ein für alle mal erledigt ist...

Marcel
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von rr83 » Fr 20. Jun 2014, 13:13

Hab nun auch ein paar Problemchen bei der Öl Beschaffung. Mein Öl-Händler spreicht auch von einem Einbereichsöl SAE 20 was er mir anbieten will, dies ist aber laut produktbezeichnung auf gebinde ein 20W20 :?:

Reicht es eigentlich ein einbereichsöl zu nehmen? Haben die dann automatisch nicht die für unsere WÜK schädlichen legierungen drin?

ich hatte mir auch mal das von Weolf95 empfohlene "Divinol Spezial 2000 HD SAE 20" angeschaut. Ist ja im Netz gut zu bekommen. wäre jetzt bisher auch meine 1. wahl.

die werben allerdings ja auch mit:

"DIVINOL SPEZIAL 2000 HD SAE 20 besitzt hohe Leistungsreserven gegen Verschleiß und
Kaltschlammbildung. Es bietet optimale Schmierkraft, selbst unter erschwerten Bedingungen. Ein Öl
mit besonders hoher Alterungsbeständigkeit"

Vermutlich werbeblabla. sofern es aber stimmt, wären dies auch eigenschaften, die mit scharfen legierungszusätzen hergestellt werden.

Grüße Eric

Deutz 4006
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Deutz 4006 » Fr 20. Jun 2014, 19:47

Moin

Auf die Frage von rr83 : die Bw. füllt in die Getriebe : O 1178 = 5W30 - in die Achsen : O 226 = 80W90 in den Motor : O 236 = 15W40


das sagt die Inst.vorschrift.

Gruß : der mit dem Deutz (tanzt)

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urologe
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von urologe » Fr 20. Jun 2014, 20:35

[quote="Deutz 4006" ] die Bw. füllt in die Getriebe : O 1178 = 5W30 - in die Achsen : O 226 = 80W90 - in den Motor : O 236 = 15W40 :!: das sagt die Inst.vorschrift. :!: [/quote]

das ist jetzt wieder eine neue Ansage .... kannst Du das bitte mit einem kurzen Auszug belegen ? !!
Motoröl und Achsöl ist unbestritten - aber Wandleröl jetzt auf einmal Mehrbereichsöl 5W30 ???
Die Tatsache , daß das Ölthema alle Jahre wieder hoch kommt ist sicher auch der Tatsache geschuldet , daß mehr oder weniger gut gegangene Einzelversuche gepostet werden .
Wenn es stimmt , daß die Bw seit Jahren ! auf 5W30 erfolgreich umgeölt hat , wäre das von großer Bedeutung - die Bw macht nichts ohne ZF oder MAN-Freigabe.
Aus diesem Grund bitte eine klare Referenz, daß die Bw diese Empfehlung gibt . Marcel bitte diese Freigabe vielleicht abwarten , bevor Du Dein ausführliches statement abgibst...
LG
Ralf
Vorsorge tut gut - KAT fahren !
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Deutz 4006 » So 22. Jun 2014, 10:59

Moin

Eins mal vorneweg -
Ich kann u. will keinem vorschreiben was er in sein Getriebe zu füllen hat (mach ich auch nicht)
Mein Kenntnisstand ist der von mir gepostete - u. der beruft sich auf den Mitarbeiter einer Instfirma.
Ob bei einer Werksinst. o.ä. die Getriebe/ Überbrückungskupplungen getauscht/geändert wurden entzieht sich meiner Kenntnis.
Stand ist der : Wir fahren unseren 4x4 seit Jahren mit diesem Öl (mitteleuropäische Klimazone) ohne Probleme

Wer Interesse hat - einfach mal lesen http://www.srs-oil.com/coRED/_data/pdf/ ... 281%29.pdf
http://www.tdv2320-011.de/schmier/motorenle.pdf

PS- ich versuch mal meinem Mechanix was schriftliches zu dem Thema zu entlocken bzw. was die TdV hergibt. Aber Versuche gehen immer auf die eigene Kappe - wie beim Lotto - ohne Gewä(e)hr ! ;)

Schönen Sonntag - jetzt gehts aufs Moped !

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von lkw-offroad » So 22. Jun 2014, 18:55

Meine erFahrung:
Shell empfiehlt für ZF Getriebe (Schaltgetriebe + WSK) mit gemeinsamen Ölhaushalt: Rimula R3 20W-20
Habe seit knapp 15 Jahren nun 20W-20 Öl im Auto drin.
Bisher noch keine Probleme gehabt.
Schell sagt, es ist ein Einbereichsöl.
Begründung von denen: Das Viskositätsverhalten ändert sich nicht in der Form wie bei Mehrbereichsölen der Fall ist.
Mit der 20W-20 will man zum Ausdruck bringen das das Öl, je nach Region :-), Sommer wie Winter verwendbar ist.
Das Fließverhalten ist und bleibt SAE 20. Nur das Öl wird auf die SAE Spezifikationen geprüft die ein Winter- und ein Sommer-Öl erfüllen muß.

Nun, eine Wandler+Schalt-Getriebe+VTG Kombination mit gemeinsamen Öl-Kreislauf ist sicherlich nicht das ideale um für alle Komponenten das beste Öl zur Verfügung zu stellen. Da muß leider ein Kompromiss eingegangen werden. Das eine Öl mag für den Wandler besser sein, das andere Öl für das Verteilergetriebe.
Doch wo ist das Optimum :-)
Für den größen Schwachpunkt halte ich die Überbrückungskupplung im Wandler die gerne bei den "falschen" Zusätzen schnell überhöhten Schlupf hat.
"Getriebe-Dicht" und so ein Zeugs ist definitiv der Tod der Überbrückungskupplung.

Mich würde nun interessieren ob nicht- oder "mild"-legierte Öle, meist als Classic-Öle tituliert und mineralisch, teilsyntethische oder vollsyntetische Öle die optimale Wahl für unsere Getriebeeinheit ist.
Wegen der "nassen Kupplung" gibt es im Moped-Bereich tatsächlich spezielle Öle für Motorräder die nur einen Ölkreislauf haben.

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Filly
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Filly » Mo 23. Jun 2014, 00:38

Powerkat hat geschrieben:wenn ich schon so eine Scheiße lese wie 20W20 ist das selbe wie SAE 20....(ein SAE 20 ist ein Einbereichsmotoröl, ein SAE 20W20 ist ein Mehrbereichsöl- was das wohl zu bedeuten hat ?
Das ist keine Scheiße sondern Tatsache.
Es gibt die Winter-geprüften Öle wie 5W, 10W, 20W und die Sommeröle SAE 20, 30 usw.
Die Viskositäten der Winteröle und Sommeröle überschneiden sich bei beim 20er Öl. Deshalb hat ein SAE 20W die gleichen Eigenschaften wie ein SAE 20. Ein 20W-20 ist deshalb kein Mehrbereichsöl, sondern ein Einbereichsöl, das sowohl die Anforderungen von SAE 20W und SAE 20 erfüllt.
lkw-offroad beschreibt das ja auch so.
Und Shell führt beim Einbereichsöl Rimula R3 das 20W-20 in einem Atemzug mit dem 10W und dem SAE 30 auf.
Shell Rimula R3 steht auch auf der Freigabeliste von ZF für das Transmatic Getriebe.

Christoph

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Saarkat
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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von Saarkat » Di 24. Jun 2014, 01:48

Deutz 4006 hat gepostet:
Wer Interesse hat - einfach mal lesen: http://www.tdv2320-011.de/schmier/motorenle.pdf
Diese Liste ist aus dem Jahr 2000 und beinhaltet laut Viskositätsklasse ein Öl SAE 5 W 30

Die Liste aus dem Jahr 2013 (letzte pdf auf folgender Seite) http://www.baain.de/portal/a/baain/!ut/ ... HRQB2F9Ol/ beinhaltet laut Viskositätsklasse ein Öl besser als SAE 5 W 30 im Bezug auf die Kälteeigenschaften.

In der Kurzdatenblättern der standardisierten Betriebsstoffe http://www.baain.de/portal/a/baain/!ut/ ... HRQB2F9Ol/ Seite 31 aus dem Jahr 2013 wird auch beschrieben, dass das Öl mit dem NATO Code O 1178 für den Einsatz in hydraulischen Systemen, Wandlern und Kupplungen geeignet ist.
Und unter Ausweichprodukten steht O 236, also ein SAE 15 W 40 als Notbehelf als Motorenöl. :?

Ist irgendwie schon seltsam, dass Motorenöl für Getriebe genutzt werden soll/kann.

Da soll ein Mensch noch den Überblick behalten :shock: :shock: :shock:
Gruß

Christoph


Gott erschuf das Turboloch, um den Saugern eine Chance zu lassen

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Re: Anleitung zum Wechsel Getriebeöl - welches Öl

Beitrag von egn » Di 24. Jun 2014, 06:39

In der TDv 2320/047-12 steht SAE 10 (O-176) und ich halte mich auch momentan daran.

Das bekommt man noch problemlos im Handel und so lange sich bei mir die Einsatzbedingungen nicht ändern bleibe ich auch dabei.
Gruß Emil

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