Kabinenlagerung

alle Tips und Fragen, die bei der Neuanschaffung eines KAT anfallen

Moderator: D-Platoon

Antworten
Bernhard
Beiträge: 2
Registriert: Mo 19. Feb 2018, 20:11

Kabinenlagerung

Beitrag von Bernhard » Di 20. Feb 2018, 23:04

Hallo an alle
Hab eine Frage zur Wohnkabinenlagerung muss man die beim kat auch auf einen Zwischenrahmen montieren wegen der Verwindung
Grüsse
Bernhard

midlifecrisis
Beiträge: 477
Registriert: Di 18. Jul 2017, 12:38

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von midlifecrisis » Mi 21. Feb 2018, 01:36

Ich - der gerade seine erste Kabine baut und keine Ahnung davon hat was er da eigentlich so tut - sagt NEIN.

1. Hat ein bekannter Ausbauer hier aus dem Süden das auch schon gemacht.

2. Habe ich letztens einen KAT gesehen der schon 18x Paris/Dakar gefahren ist. Bei dem ist auch alles fest dran getackert.

3. Hugo Vogelsang meinte hier mal: "Wenn der Koffer das bisschen Verschränkung nicht aushält ist es der falsche Koffer für das Auto"

MFG!
Markus

Benutzeravatar
Lake4200
Beiträge: 120
Registriert: Di 25. Apr 2017, 17:17

Kabinenlagerung

Beitrag von Lake4200 » Mi 21. Feb 2018, 14:38

Der Koffer muss genauso befestigt sein, wie die original Pritsche.

Zudem muss ein Rahmen verwendet werden, der mindestens 140mm über dem Fahrzeugrahmen liegt. Ohne Radhäuser und Auschsnitt für das Getriebe sogar 290mm.
Die hinteren Befestigungen können Starr verschraubt werden. Dort ist -kaum- Verwindung im Rahmen. In höhe des Getriebes muss eine Federlagerung, wie bei der originalen Pritsche, verwendet werden. Dort hat der Rahmen minimal Verwindung.

Komplett steif geht nicht, wenn man die Pritsche abbaut und einen Zwischenrahmen konstruiert.


Gesendet von iPad mit Tapatalk

Benutzeravatar
egn
Beiträge: 1245
Registriert: Di 3. Apr 2012, 19:11

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von egn » Do 22. Feb 2018, 08:00

Fahre mal einen 6x6 oder 8x8 KAT noch mit Originalpritsche mit maximaler Last so auf ein Hindernis dass die diagonalen Radpaare maximal verschränkt sind und schaue Dir die Form der Pritsche an - dann entscheide.

Eine Kabine braucht minimal die gleiche Lagerung wie die Originalpritsche und mindestens die gleiche Belastungsfähigkeit.

Ich habe eine Vierpunktlagerung mit einem in der Bodenplatte ein laminierten Zwischenramen, weil ich nicht riskieren wollte dass wegen einer Ersparnis von 1 -2 % des Gesamtpreises irgendwann Risse in der GFK Kabine entstehen, und das Fahrzeug zum teuren Sanierungsfall wird.

Ich würde allenfalls bei einem Seecontainer aus Stahl auf eine spannungsfreie Lagerung verzichten.
Gruß Emil

midlifecrisis
Beiträge: 477
Registriert: Di 18. Jul 2017, 12:38

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von midlifecrisis » Fr 23. Feb 2018, 12:37

Lake4200 hat geschrieben:
Mi 21. Feb 2018, 14:38

Zudem muss ein Rahmen verwendet werden, der mindestens 140mm über dem Fahrzeugrahmen liegt.
Damit die HA beim durchfedern nicht die Luftanschlüsse der Bremszylinder zusammenreist?
Stimmt, kann mal aber ändern - bei Emil ist das meines Wissens seit 10 Jahren so
Ohne Radhäuser und Auschsnitt für das Getriebe sogar 290mm.
Sehe ich auch so, bei 14er Rädern bin ich auf auch auf 30cm gekommen.

Komplett steif geht nicht, wenn man die Pritsche abbaut und einen Zwischenrahmen konstruiert.
Warum nicht?
Entweder der Koffer macht das bisschen Torsion mit, oder der KAT hebt etwas früher ein Beinchen.

Ersteres verlangt etwas Verformbarkeit vom Aufbau ab und letztes schränkt die Geländegängigkeit ein.
Die ca. 4° die der Rahmen bei Maximalverschränkung tordiert sollte ein 5-7m langer Koffer abkönnen wenn er nicht gerade aus Glas und Schiefer gebaut ist. Da der Fest verschraubte Hilfsrahmen den KAT in dieser Extrem Situation vorher ein Rad ausheben lässt wird die Torsion wohl eher bei 1-3° liegen. So stark tordiert vermutlich auch ein Koffer mit 3-Punkt oder Rautenlagerung auf einem "normalen" Fahrgestell da selbst der beste Hilfsrahmen nicht absolut steif sein kann.

Die Einschränkung der Geländegängikeit - in den Fall wo der KAT das Rad ein bisschen früher hebt - dürften bei einem Reisefahrzeug irrelevant sein.

Benutzeravatar
Lake4200
Beiträge: 120
Registriert: Di 25. Apr 2017, 17:17

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von Lake4200 » Fr 23. Feb 2018, 21:22

Warum sollte man dieses Risiko eingehen? Es ist das einfachste der Welt vorne links und rechts die Federaufnahmen zu verwenden. Dann werden in den Koffer kaum Kräftw übertragen und die der Rahmen kann flexen. Hinten darf ja ruhig alles fest sein.


Gesendet von iPhone mit Tapatalk

midlifecrisis
Beiträge: 477
Registriert: Di 18. Jul 2017, 12:38

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von midlifecrisis » Fr 23. Feb 2018, 22:53

Lake4200 hat geschrieben:
Fr 23. Feb 2018, 21:22
Warum sollte man dieses Risiko eingehen? Es ist das einfachste der Welt vorne links und rechts die Federaufnahmen zu verwenden. Dann werden in den Koffer kaum Kräftw übertragen und die der Rahmen kann flexen. Hinten darf ja ruhig alles fest sein.


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
Das stimmt - diese einfache Federlagerung ist kein Hexenwerk. Einfach längere Schrauben und zwei Federn. Andere Lösungen wie sie bei nahezu allen anderen LKW erforderlich sind sind schon ein gewisser Aufwand.

Benutzeravatar
manny
Beiträge: 1415
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 21:23

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von manny » Mo 17. Jun 2019, 22:25

Moin,

falls doch jemand meint er braucht unbedingt eine Lagerung für verwindungsweiche Rahmen, habe ich hier mal ein Bild wie es meiner Ansicht nach ordentlich gemacht ist...

Das Fahrzeug ist ein MB Zetros der BW. Er hat vorne und hinten jeweils ein Lager zur Querachse des Fahrzeugs und genau über der Achsaufhängung der HA an beiden Seiten des Rahmens ein massives Lager zur Längsachse...
Dateianhänge
IMG_5042.JPG
IMG_5041.JPG
IMG_5040.JPG
Wer später bremst ist länger schnell...

Mein Fuhrpark:
BMW 320D Touring E46 Bj 2003
KTM EXC 500 Six Days 2018
MAN KAT 7t Mil GLw 462
MAN KAT 5t Mil GLw (ex461)Kipper
MAN F2000 19.604FLT Bj 99

HugoVogelsang
Beiträge: 657
Registriert: Di 10. Apr 2012, 22:20

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von HugoVogelsang » Mi 26. Jun 2019, 16:49

Leute,

Sowas kommt auf ein blattgefedertes Auto, bei dem der Rahmen die Verwindungsarbeit übernehmen muss.

Die BW baut die teuersten Waffensysteme steif und so fest wie möglich direkt auf den Rahmen......

Ich auch.

Wozu kauft ihr denn einen Kat, wenn ihr den behandelt wie einen 1017?

Ihr habt doch keine Chane, einen Zwischenrahmen auch nur annähernd so verformungsfrei hinzubekommen, wie ein Kat-Rahmen, wenn er nur auf 3 Punkten liegt und ansonten selbst tragen muss.

Klar, ein wenig Elasizität sollte die Kabine schon mitbringen. Aber nicht wegen der Rahmenverwindungen beim Kat sondern wegen den Vibrationen auf der Wellblechpiste.

Diese komischen Federn bei der Pritschenbefestigung sind bestimmt Altlasten aus irgend welchen anderen Fahrzeugen und beim KAT nicht nötig.

Gruss Hugo

Benutzeravatar
manny
Beiträge: 1415
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 21:23

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von manny » Do 27. Jun 2019, 08:03

Ich bin ganz bei dir Hugo!

Ich habe die Bilder nur deshalb eingestellt, weil die Diskussion ja immer wieder hoch kommt und man dann -meiner Ansicht nach- nicht wirklich durchdachte Lagerungen von Kabinenherstellern findet die ganz viel Freiheitsgrade und ganz viel Punktlast für die Kabine mitbringen.

Das System habe ich nur mal gepostet weil es meiner Ansicht nach wenigstens durchdacht ist, d.h. große Auflageflächen ordentliche Befestigung am Rahmen die auch die Wankstabilität nicht verschlechtert! -Wenn ich mich recht erinnere kommt der Zetros -Aufbau vom EMPL...
Wer später bremst ist länger schnell...

Mein Fuhrpark:
BMW 320D Touring E46 Bj 2003
KTM EXC 500 Six Days 2018
MAN KAT 7t Mil GLw 462
MAN KAT 5t Mil GLw (ex461)Kipper
MAN F2000 19.604FLT Bj 99

Benutzeravatar
Powerkat
Händler
Beiträge: 1190
Registriert: Sa 24. Sep 2011, 08:51
Kontaktdaten:

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von Powerkat » Do 27. Jun 2019, 12:31

moin..

Ja, prinzipiell sehe ich das auch so ...jedoch erkläre ich das Federpaket mal als nicht ganz so sinnfrei...

das kompl. hintere Rahmenpaket sehe ich auch als Verwindungsfrei,vom Heck bis an die vordersten Längslenkeranlenkung/Getriebeanfang dort sind ja auch überall die Querrohre für die Torsionskräfte verschweißt ...ebenso das vordere Rahmenstück unter dem Fahrerhaus ....
jedoch arbeitet der Rahmen im bereich Motor bis Ende Getriebe bei max. Verschränkungen auch am Kat ein wenig ! dort sind ja auch auf rund 2 m keine Querrohre !
Bestätigt bekam ich diese Theorie mehrfach bei div. max. Verschränkungstests bei denen ich in erster Linie die Radfreiheit sehen wollte ,welche ja viel mehr unterschätzt wird ,gerade von den meisten nahmhaften großen Aufbauern ...hier zeigt sich dann aber auch , das die vorderen Aufbauecken in der Tat die min. Verwindung des Hauptrahmens dokumentieren ! ebenso sieht man bei max. Verschränkung im Gelände auf den ersten Blick, wie oftmals Aufbau und Fahrerhaus verschränkt zu einander stehen ,obwohl das Fahrzeug nahezu gerade steht -nur eben max. verschränkt ...
Zugegeben , die Verschränkung in diesem mittleren Bereich ist min. im Gegensatz zu klassischen U-Fahrzeugrahmen ,aber Verwindungsfrei würde ich das nicht bezeichnen ...
Denke das weitere mehr oder weniger problematische entscheidet die Konstellation : wird ein Aufbau direkt aufgebaut ohne stabilen Rahmen und der Aufbau ist in sich wenig "flexibel" und "schwach" dürfte er in Zukunft Probleme bekommen ....
Ich denke daher das die orginale Methode der Pritschenbefestigung eigentlich recht clever und einfach aber sinnvoll war : der kompl. hintere Teil wurde fest verbunden da hier auch keine Verwindung stattfindet ....auf dem evtl. verwindenden vorderen Teil verwendete man die Federpakete so das die mehr oder weniger belastete Pritsche eben etwas mitverwindet ,aber wird zB ein steifer Shelter drauf "gezogen" oder div. anderen Systeme die doch eher steif sind , kann die Pritsche sich vorne die 1-3 cm aus den Federn ziehen um Spitzenkräfte zu vermeiden ...da das ganze aber bei normaler Fahrt doch quasi fest ist , entsteht auch keine "Eigenwackelei" auf freien Drehpunkten/Wippen ....
Verschränkung 012.jpg
Verschränkung 008.jpg
Getriebeumrüstung 040.jpg
Marcel
http://www.kley-mobile-werkstatt.de
Die Werkstatt für den KAT , Beratung-Reparaturen-Umrüstungen-Teile

Benutzeravatar
Lake4200
Beiträge: 120
Registriert: Di 25. Apr 2017, 17:17

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von Lake4200 » Di 2. Jul 2019, 12:23

Hallo Marcel, danke für die hilfreichen Bilder. Hast Bilder von der Traverse über dem Tank im unverschränkten/normal Zustand?

Ich habe hier 10cm eigeplant

Schöne Grüße,
Jan


Gesendet von iPad mit Tapatalk

Benutzeravatar
Powerkat
Händler
Beiträge: 1190
Registriert: Sa 24. Sep 2011, 08:51
Kontaktdaten:

Re: Kabinenlagerung

Beitrag von Powerkat » Di 2. Jul 2019, 19:05

moin...
Das Bild würde dir nichts nutzen ,es kommt immer auf die Gesamtsituation und Konstruktion an ...4x4,6x6,8x8 verhalten sich anders,art und Stabilität und Befestigungssystem des Hilfsrahmens wiederum beeinflusst ebenfalls das Verhalten des Hauptrahmens ...somit solltest du dich nicht an Einzelpunkte anderer Projekte orientieren wenn du wiederum den Rest nicht übernimst ...
Bei diesem Rahmenprojekt kam noch ein weiterer großer Konstruktionsfehler mit hinzu ,es war kein klassisches Leiternprinzip sondern eine V förmige Geschichte ...mir ging es jetzt hier nur um die Taatsache das ein Hauptrahmen ebenfalls eine verschränkende Bewegung durchläuft und nicht Verschränkungsfrei ist ...nur extrem "-arm" im vergleich zu klassisch zivilen Farianten ...

Marcel
http://www.kley-mobile-werkstatt.de
Die Werkstatt für den KAT , Beratung-Reparaturen-Umrüstungen-Teile

Antworten