Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

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Sandkater
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Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Sa 3. Mai 2014, 18:00

die Dünen zu queren und grab'n fallara,....

Die Wohnkiste wurde ja bekanntlich nicht rechtzeitig fertig,
also muss Plan D reichen: Kühlschrank, Licht, Matratze, geliehene Leiter, Staukisten und viele Spanngurte zur Sicherung der selben müssen reichen.


Freitagsmorgen um 10:00 Uhr Abfahrt. Da es das erste Mal für mich ist, mit einem LKW durch die Schweiz zu fahren nehmen wir uns ein paar Stunden mehr in die Planung.
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Ohne Probleme nach Schaffhausen, dort beim Zoll die Befreiung für die pauschale Schwerlastabgabe abholen. Der Zöllner und ich haben unseren Spass, er findet das alte Auto Klasse und hilft seiner Kollegin, das richtige Wordformular zu finden. 5616 hilft weiter, netterweise gibt es ein ausgefülltes, aber ungestempeltes Exemplar für die Rückreise in Chiasso.
Auf dem Weg zur Autobahn ist auf der Gegenspur viel Stau, alles Schweizer die nach Deutschland zum Einkaufen wollen. Rund um Zürich mehrere Kilometer Stau. Die Ampelanlagen zum tropfenweise einfädeln bringen nichts, die Leute brettern danach wie die Geistesgestörten nach vorn und drücken sich rein. Reissverschlussverfahren scheint unbekannt, oder für Turbobanker gelten andere Regeln. Irgendwann sind wir durch und machen später eine Kaffeepause und Pinkeln für Lina. Eine weise Entscheidung, denn vor dem Gotthard Tunnel stehen 8,5 Kilometer Stau. Schlappe 2 Stunden Stop & Go, dank Wandler relativ entspannt zu machen. Richtig wichtige Mercedes Sprinter Busse, die mit Warnblicker auf dem Seitenstreifen vorbei fahren, verkürzen die Wartezeit. Der Zeitplan ist leicht durcheinander aber noch im Rahmen, gegen 21:00 sind wir in Bellinzona.
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Im Marche wird bereits abgeräumt, man fühlt sich wie ein Störenfried wenn man doch noch etwas essen möchte. Das LKW Nachtfahrverbot nutzen wir zum Schlafen.

Gegen 7:30 fahren wir weiter, in Chiasso durch die Busspur ohne Kontrolle. Vor dem Abstieg nach Genua noch eine Kaffeepause, in Italien schmeckt die braune Flüssigkeit einfach um Längen besser als sonst irgendwo.
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Die Autobahngebühren bleiben im Rahmen, etwa die PKW Tarife vom letzten Mal.
Der Abstieg kostet ein bisschen Profil, mal sehen ob ich noch den Reifendruck anpassen muss.
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Im Hafen tropft es unten aus dem Motor, am Öleinfüllrohr sind die unteren Schrauben locker. Die obere Halterung steht schon auf der 2do Liste für "nach dem Urlaub zu erledigen". Nachziehen hilft, im weiteren Urlaub bleibt es trocken und wackelt auch nicht mehr.
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Mittlerweile habe ich eine Theorie: das Rohr bleibt heil, wenn man zuerst oben und dann die unteren Schrauben anzieht und so Spannungen vermeidet.
(Anmerkung des Autors: erledigt ;)
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Vor dem Einschiffen gibt Karl-Heinz noch einem LKW Starthilfe. Wir werden auf der Rampe bergab geparkt und suchen die Kabine auf. Unser assesori ist glücklich, nach Jahrhunderten des Hungers endlich Futter.
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Die Fähre ist ziemlich ausgebucht. Die Überfahrt verläuft entspannt, ohne großen Seegang.
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Atzimuth
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Re: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Atzimuth » Sa 3. Mai 2014, 18:43

Dann freu ich mich schonmal auf einen langen Bericht.
Viel Spaß und gute, pannenfreie Fahrt.

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Sandkater
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Teil 2: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » So 4. Mai 2014, 10:01

Im Hafen geht es flott durch Border Police und Zoll. Der Weg zwischen Zoll und Fahrzeugeinfuhr ist ziemlich eng, es passt gerade so. Es lebe das runde Schiebedach. Ob die Kollegen mit 4mtr. Höhe und 2,5 mtr. Breite durchpassen?
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Die Fahrzeugeinfuhr verzögert sich, der notwendige Stempel wird nur in einem völlig überlastenten Büro ausgegeben. Nach 1 Stunde habe ich die notwendigen Papiere beieinander.
Beim Ausfahren wird es nochmal eng, die Tunesier parken ziemlich entspannt im Weg herum.

Auf der Fahrt zur Schnellstrasse treffen wir ein Radrennen, das wir gerade noch rechtzeitig überholen können. Was es nicht alles gibt ...
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Die Ausgrabung von Fouchana ist diesmal als Kulturteil vorgesehen. Die GNV kommt deutlich früher als die CTN an mit der die anderen kommen, die Zeit kann man also gut nutzen.
Relativ nah bei Tunis, gut erhalten und die Wasserleitung an der Schnellstrasse ist auch gleich mit dabei.
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Es geht weiter über Schlaglochstraßen nach Zaghuan. Die Müllhalde ist offenbar das Winterparadies der Störche. Wer also demnächst Vater oder Mutter wird sollte evtl. ein Fläschchen Sagrotan bei der Lieferung griffbereit haben ;)
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Anschließend weiter nach Hammamet ins Samaris. Beim Versuch durch den Torbogen zu durchfahren bleiben wir trotz mehrerer begeisteter Einweiser nach 3mtr wegen einer kleinen Bodenwelle stecken. Etwa auf 1 Meter Länge kratzen wir die Farbe am Shelter ab, sonst keine Schäden. Spätestens der Griff zum Aufklettern hätte dran glauben müssen.
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Bei der Kontrolle stellen wir fest, dass die Fixierung den Holperstrecken nicht gewachsen war. Der Koffer ist nach vorn gerutscht und hat fast die Gassteckdose abgeschert.
Wir bauen um: die vordere Verspannung einen Haken weiter nach hinten und zusätzlich Spanngurte die das Vorrutschen verhindern.
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Während des Umbaus kommen die anderen dazu, zudem trifft Nötzli ein, den wir in Italien mit einem klassischen Boxenmanöver an einer Mautstelle überholt hatten. Die Führung mussten wir kurz danach wieder abgeben, obwohl er mehr Zeit bis zum Ablegen hatte als wir. Wir kennen uns aus Ksar Ghilane vor einigen Jahren, damals war er noch mit einem Landrover unterwegs.
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waYne
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Re: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von waYne » So 4. Mai 2014, 22:49

Hui, da habt ihr echt Glück gehabt, das es die Gas-Steckdose nicht erwischt hat!

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Sandkater
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Teil 3: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Mi 7. Mai 2014, 22:37

Am nächsten Morgen ausgiebig Tanken bei Oil Libya: mit einer 1 Dinar Münze wird der Hebel der Zapfpistole fixiert und reichlich Diesel verschwindet im Aufbautank.
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An einer Zahlstelle warten die Schweizer, es geht im Konvoi nach Süden.
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Im Sfax biegen wir nach Westen ab, irgendwo suchen wir für ein verspätetes Mittagessen einen Hammelbräter heim.
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Einer kleine Gebirgsstrasse folgend geht es zu einer Bergoase mit Schwefelquelle.
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Der letzte Kilometer bietet ungewohnte Schräglagen, an der letzten rutsche ich rechts ab und der Unterfahrschutz verhakt sich an einem Felsbrocken.
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Gleich wird der Unterfahrschutz gefaltet
Erst am Lagerplatz fällt es auf, mit einem Spanngurt und Wagenheber wird das Rohr grob gerichtet und dann endgültig hoch gestellt.
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Weiter geht's über Borj Om 'Ali auf der Strasse
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über den Chott el Fedja
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nach Kebili und dann nach Douz.
Bei Oil Libya tanken Günter und ich auf. Kreditkarte würde 4 TD pro 100TD Gebühren kosten, daher bezahlen wir bar. Die Fahrt durch den Markt zum Campingplatz verläuft trotz der Größe erstaunlich einfach.
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Sandkater
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Teil 4: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Do 8. Mai 2014, 21:33

Die Gruppenaufteilung steht: die Schweizer adoptieren Günter und uns, unsere Toyogruppe fährt zu den Sandrosen und will auf direkter Linie gegen den Wind zum See fahren. „In 3 Tagen am See“ lautet die Devise. Wegen des Marktes nehmen wir den Weg durchs Wohngebiet, um ca. 25km nach Osten aus der Stadt zu fahren und Richtung Marabut abzubiegen.
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Luft ablassen ist auch anders als früher. Die Ablassventile lassen viel zu wenig raus, ich leihe mir einen Schlüssel von Christoph um die Ventileinsätze heraus zu schrauben. 2,0 bar sind ein guter Startwert, mal sehen wie weit wir damit kommen.
Runter von der Piste und ab in den Sand. Anfangs kleine, nervige Dünen.
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Im Laufe des Tages werden sie etwas höher und die Strecke wird anspruchsvoller.
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Der Kater ist erstaunlich wendig und geht fast überall durch.
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Gegen Abend erreichen wir das Marabut und umkreisen es dreimal gegen den Uhrzeigersinn. Das bringt angeblich Glück, wenn nicht dann schadet es wenigstens nicht.
In der Dämmerung bekommen wir noch Besuch: nahezu unhörbar zieht eine Dromendarherde vorbei.
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Bis zur Hauptpiste am nächsten Morgen dauert es nur ein halbes Stündchen. Nach ein paar Kilometern biegen wir nach Süden ab und steigen Richtung El Mida in die Dünen ein. Es wird anspruchsvoller.
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Der Unterschied zwischen LKW und Geländewagen wird sichtbar: einfach geradeaus und drüber gegenüber der Fähigkeit, lange Anstiege mit Schwung zu nehmen und einfach hoch zu kommen.
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Re: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Do 8. Mai 2014, 22:36

Bei El Mida machen wir Mittagspause, eine Gruppe Wüstenwanderer rastet dort ebenfalls. Von Camp Zmela nach Douz in 10 Tagen teilweise reiten oder laufen. Der Unterschied ist schon krass: ruhebedürftige Wanderer mit warmem Wasser und wir entspannt, mit voller Ausrüstung und kühlen Getränken.
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Bei den durstigen Dromedarbullen am Brunnen zu duschen ist keine gute Idee.
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Dieser Herr zeigt ziemlich deutlich, was er davon hält.
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Die Beisserein untereinander sind nicht zu unterschätzen.
Einige Kilometer geht es noch weiter Richtung Süden.
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zu wenig Schwung (eigentlich: keine Ahnung wie Kick down funktioniert)
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Wir übernachten in einem Dünengürtel, der zwei Täler von einander trennt.
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Es gibt Bratwürste vom Grill mit Bratkartoffeln. Hier kann man auch die zusätzliche Sicherung des Koffer sehen, sie hat sich gut bewährt.
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Bis zum See sind es rund 30km: Luftlinie.

Es geht weiter, oder auch mal nicht.
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Mit der Winde kein Problem, bei einem früheren Urlaub hat ein sensibler Steyr Fahrer in einer ähnlichen Situation mit einem Seil fast die Hinterachse raus gerissen.
Es lebe die 3 Punktlagerung für Aufbau und Fahrerhaus
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10km vor dem See wird es anstrengend: wir suchen lange einen LKW tauglichen Weg aus einem Kessel. Auf der Südseite geht es steil runter, meine erste Abfahrt mit dem KAT. Das Adrenalin schwappt aus dem Ohren.
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Mehrere heftige Dünengürtel folgen, so langsam gewöhne ich mich an die Abfahrten.
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Gegen 17:00 treffen wir am See ein.
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Baden, das warme Wasser geniessen und später noch einen Kouskous essen.
Die Toyos sind noch nicht da. Mittags hatten wir Kontakt, da waren sie noch etwa 30km entfernt.
Zum Übernachten stellen wir uns etwas abseits.
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bertel
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Re: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von bertel » So 11. Mai 2014, 23:04

ein toller bericht.......danke.

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Teil 6: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » So 18. Mai 2014, 21:51

Am nächsten Tag: Power Chilling am Teich.
Morgens und mittags ein bisschen Baden
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und einer Nomadenfamilie beim Waschen und Wasser holen zu sehen. Die Nomaden kommen aus Algerien und werden bald, mit dem Einsetzen der Sommerhitze, dorthin zurück kehren. Tunesische Nomaden gibt es kaum noch.
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Die Dromedare werden gut überwacht, die Ziegenherde und die Esel laufen frei herum.
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Nachmittags treffen die Toyos ein und fahren zum Baden.
Wir genießen die Ruhe und den Sonnenuntergang.
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Nachts wache ich auf, die Wolken vor dem Mond sehen einfach Klasse aus.
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Re: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von supi532 » Mo 19. Mai 2014, 09:24

bertel hat geschrieben:ein toller bericht.......danke.

Ja, dem muss ich zustimmen.......top...weiter so...

lg

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Sandkater
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Teil7: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Do 22. Mai 2014, 22:45

Irgendwann ist auch das beste Power Chilling vorbei.
Abfahrt gegen 8:30, wir funken die Toyos an und dann geht es mit Zuschauern in die Dünen.
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Die Hirten sind ebenfalls Richtung Norden gezogen, wir treffen sie in einem Tal. Lina scheucht den kleinen Hund durch die Gegend und die Kinder heulen los. Alles geht gut aus, danach ist Frieden.
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Wir fahren ein paar Täler gemeinsam mit den Toyos.
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In einem Fech-Fech-Feld fährt sich Günter fest, 20 Zuschauer mit Fotoapparat und Handycamera beim Freischaufeln. Die Schaufeln waren alle vaporisiert..... :roll:
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Mit der Winde ziehe ich ihn raus, dann geht es weiter.

Wir sind zu weit östlich, daher biegen wir nach Westen ab während sich die Toyos nach Osten aufmachen.
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Irgendwann unterschätze ich eine Düne. So schnell wie das dokumentiert wird: BILD ist lahm dagegen. Ein KAT der sich fest gefahren hat. :oops: Das größte Problem: wieder hinter das Steuer kommen.
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Mit Christoph als Ankerpunkt ist es in 5 Minuten erledigt.
Nach der Mittagspause treffen wir auf die Piste beim Tinsouane und folgen ihr Richtung Tembaine. Etwas weiter geht ein Sandsturm los, Günter ziehen wir mit der Winde von einer Düne im Sturm herunter.
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Im Windschatten des Tembaine finden wir etwas Schutz vor dem Wind und machen dort das Nachtlager.
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Der Wind ist für das Aufstellen der Dachzelte zu heftig, im Fahrerhaus schlafen Danny und Diddy.
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Dario hat im Fahrerhaus des Mutterschiff Aysl bekommen.
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Teil 8: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Sa 24. Mai 2014, 23:16

Am nächsten Morgen hat der Wind hat etwas nachgelassen, wenig Sand in der Luft und wir nehmen die Strecke an der Südgrenze des Parks entlang nach Ksar Ghilane. Die Fahrerei über die kleinen Dünen ist nervig, trotzdem es geht überraschend gut voran.
Wir kommen am östlichen Rand des Parks wieder auf die Piste nach Ksar Ghilane und pumpen die Reifen auf.
15km vor Ksar Ghilane bleibe ich stehen, der Separfilter sitzt zu. Umschalten auf den Zusatztank, ein paar Hübe mit der Pumpe und weiter geht’s.
Die Einfahrt in die Oase wird zum Suchspiel mit den Lastern. Christoph biegt nach Süden ab und findet irgendwo eine Gasse. Wir drehen nach Norden ab und umrunden die Ranch, die Neubauten und etliche Meter Stacheldraht um schliesslich auch am Teich anzukommen.
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Mit Baden und Essen geht es entspannt weiter. Abends gibt es noch Würste vom Gasgrill.

Der nächste Vormittag beginnt mit einer Schneisenaktion. Beim Einfahren in die Oase hingen einige, teilweise dicke Äste in die Fahrspur und haben kräftig am Aufbau entlang gestreift. Bei der Ausfahrt würden sie die Gasanlage mindestens verbeulen wenn nicht abreißen. Am Abend zuvor hatte ich sie angesägt, damit beim Ausfahren ein einfacher Bruch ausreicht um Platz zu schaffen.
Rückwärts aus der Oase, den Ast vorspannen und nach zwei Sägehüben bricht der Ast komplett weg. Roland und Berni haben uns begleitet, sie nehmen sie Säge in Empfang und reichen sie an einen Tunesier weiter, der die Reste abtrennt und auf die Seite räumt.
Im Sand vor dem westlichen Rand stellen wir uns so auf, das die rechte Seite im Schatten liegt und reinigen den Sparfilter.
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Es kommt reichlich Schlonz aus dem Schauglas,
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der Feinfilter ist von Altölresten durchsetzt.
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Danach lasse ich den Tank ab,
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etwa 50ltr. landen in den Kanistern. Während des Ablassen blasen wir mit Pressluft in die Saugleitung um den Diesel aufzurühren.
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Mit viel Geduld und genauso vielen Zewatüchern filtern wir den Diesel.
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Schlonz kommt merkwürdigerweise nicht zum Vorschein, nur Motorölreste lagern sich im Papier ab. Dafür gibt es Sonnenbrand auf dem oberen Rücken, die Sonne war schneller da als wir fertig.
Trotzdem bleibt es merkwürdig: der Diesel aus dem Zusatztank ist gelb wie eine Urinprobe, nach dem Umschalten auf den Haupttank kommt wieder schwarze Brühe.
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Während wir aufräumen und die Spritreste abbrennen, umkreist uns Jeannette mit einem breiten Grinsen mit dem KAT.
Zum Essen geht es nochmals in die Oase, duschen natürlich vorher um das spezielle Aroma zu entfernen.
Auf dem Weg nach Douz bleiben wir nochmals mit verstopftem Filter stehen. Umschalten, Pumpen und weiter.
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Teil 9: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Mo 26. Mai 2014, 21:52

Nachgereicht: das breite Grinsen
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der Führerschein kann kommen.

Beim Ausfahren vom Campingplatz zur Strasse bleiben wir wieder stehen: falscher Tank... :oops: . Bei Total füllen wir rund 100ltr in den Haupttank und machen den Zusatztank komplett voll. Dann geht es auf einer sandigen Piste nach Nordosten aus Douz mit vollem Luftdruck heraus.
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Abgelassen wird erst, als wir uns fest fahren. Weiter nach Nordosten, auf alten steinigen Pisten. Mittagspause an einer Solartränke, ich esse den Cheeseburger den mir die Kollegen beim letzten Stellenwechsel für meine Reise geschenkt haben. Fachgerecht aufgewärmt auf dem Ölkühler.
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Fotodokumentation für die Spender muss natürlich sein:
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Dann geht es nach Norden auf einer alten Römerstraße. Beim Durchfahren eines Flussbetts rumst es kräftig, die Trittstufe unter dem Batteriekasten hat auf einem Stein aufgesetzt.
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Wir folgen der Strasse bis auf die Passhöhe, der Ausblick ist gigantisch.
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Am Auto stellt Jeannette fest, das das hintere Kennzeichen fehlt. Wir fahren zurück bis wir das Kennzeichen an der Stelle finden, wo die Stufe aufgesetzt hat. Offensichtlich war es dort enger als gedacht. Günter hat es dokumentiert aber nichts gesagt :roll:
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Es dauert noch 1,5 Stunden und viele holprige Kilometer, bis wir bei Radouan auf die Straße nach Gabes treffen.
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Wir fahren auf den Campingplatz: Es gibt einen neue Mannschaft, aber die Duschen und Toiletten sind immer noch nicht besser. Dafür wurde der Platz ein bisschen gerodet und gemäht. Wir müssen ordentlich in der Ecke parken, obwohl sonst niemand da ist.
Zum Essen gehen wir in die Stadt,
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es gibt an einem Schnellimbiss mit Rastamusik Escolap im Baquette mit Pommes.
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Getränke beim Laden nebenan, dann noch ein bisschen schlendern und einen Kaffee in einer Bar, die nicht von Fußballfans komplett blockiert ist.
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In der Moschee gibt es sogar Mofa Ständer....
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Teil 10: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Sandkater » Mi 28. Mai 2014, 22:08

Frühstück mit Baquette auf dem Campingplatz. Auf dem Platz der schon bekannte angebundene Esel und sein Hundekumpel.
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Wie immer taucht auch der Fellverkäufer mit seinem klapprigen Mofa auf und preist seine Lammfelle an. Günter kann sowieso eines gebrauchen und nach einer Weile des Feilschens wandert es in den Magirus.
Bei Total Volltanken, mißtrauisch geworden schaue ich mir den Strahl an. Schön gelb, wie es sich gehört. Auf dem Weg nach Norden die übliche Kaffeepause am Strand von Mahres. Dabei fallen mir Spritzer an der Hinterachse auf.
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Als Ursache stellt sich der vordere Wellendichtring am VTG heraus.
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Also noch etwas für die 2do Liste nach dem Urlaub.Die Suche nach SAE 20 Öl hätte ich mir sparen können, alle Teilehändler und Tankstellen haben so etwas nicht im Angebot.
Am Beginn der Ringstrasse um Sfax eine kleine Havarie mit Ziegelsteinen. Jeannette meinte später, besonders begeistert seien die Herren über das Foto nicht gewesen.
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Kein Problem, das lässt sich toppen. Am Ende der Autobahn war einTrucker mit seinem Auflieger voller Birnen zu schnell und hat einen Überschlag gemacht. Was zur Folge hatte das auch die Einfahrt in Gegenrichtung voller begeisteter Plünderer oder Havariekunden (so genau konnte ich es nicht auseinander halten) zugeparkt war und nur ein kräftiger Druck auf die Hupe für ausreichend Platz zur Weiterfahrt sorgt.
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Um 16:00 treffen wir in Hamamet ein, tanken und versuchen nochmals Motoröl oder Hydrauliköl für das Getriebe zu bekommen. Genauso erfolglos wie schon am Vormittag, aber 40er Öl für den Notfall nehme ich mit. Während wir noch einen Kaffee trinken brummen die Schweizer an uns vorbei auf dem Weg ins Samaris. Sie haben den Weg ab Douz über den Chott El Jerid, Rommelpiste und Tamersa genommen.
Im Hafen treffen wir Jörg und Karl-Heinz wieder, Check-In ist diesmal wieder im Terminalgebäude. Warum auch nicht, bei GNV muss man halt ein bisschen suchen.
Während wir auf die Öffnung des Tores warten bemerkt Jeannette einen blinden Passagier der aufs Auto klettert. Sie pfeift ihn an, er springt dann links vom Auto herunter.

@Sunny: das Auto scheint wie gemacht dafür, danke für den Tipp.

Zoll und Ausreise gelingen unproblematisch, insgesamt 3 Mal werden wir gefilzt. Nur Karl-Heinz' Pass ist während des Urlaubs abgelaufen und er braucht die Freigabe des Polizeischefs damit er wieder ausreisen darf.
Gegen 21:00 sind wir auf dem Schiff. Wir essen etwas, treffen noch Stefano, einen Italiner aus Neapel der in den USA geboren wurde und mit 3 Hunden unterwegs ist.
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Die Weiterreise am Karfreitag kann sofort nach dem Verlassen des Hafen beginnen, nach 22:00 Uhr ist für LKW das Fahrverbot aufgehoben. In der Nähe von Mailand beginnen heftige Gewitter, die Scheiben beschlagen und die Heizung springt erst nach dem dritten Versuch an. Wahrscheinlich war sie durch das Ablassen des Sprits in der Wüste leer gelaufen und musste zuerst die Leitung wieder füllen.
Alle Autobahnparkplätze sind voll geparkt, den LKW Parkplatz in Como finden wir nicht und schlafen bei Dauerregen auf einer Parkbucht vor einem Zementwerk.

Um 5:00 geht es weiter, vorbei am 3km langen LKW Stau an der Grenze. Das Blankoformular hilft gewaltig, dem müden Zöllner die Arbeit zu erleichtern.
Bei der Ausreise aus Schaffhausen nochmals Kontakt mit dem deutschen Zoll. "Passports please", als könnte ich kein Deutsch. "Bitte fahren sie rechts ran" und er verschwindet mit den Pässen. Zum Anfahren muss ich Gas geben, die Wolke im Häuschen war leider nicht vermeiden. :mrgreen: Später intensive Befragung, wo wir herkämen (wozu hat er die Pässe mit genommen?) was wir in der Schweiz gekauft hätten (nur Frühstück am Gotthard) und das man ab 10 000€ diese anmelden müsse. Mein Hinweis, für 10 000€ hätte ich viele tolle Ideen das Auto umzubauen trifft seine Erwartung nicht, die Frage ob ich auch 10 000 $ anmelden müsste verkneife ich mir lieber.

Gegen 14:00 sind wir wieder zu Hause.

Fazit:
geile Karre, man kommt überall hin, wenn auch anders als mit Toyo & Co.
Eine feste Hütte ist bei Regen super und der Platz im Shelter müsste für uns reichen. Der Ausbau kann weiter gehen.

Kleiner Exkurs:
der undichte Wellendichtring geht auf das Konto der High Performance Schrauber der BW Instandsetzung oder ZF zurück. Die alte Ausführung besteht aus 2 Ringen: einem, der verhindert das Dreck eindringt (schwarz, im Bild rechts) und einem der das Öl im Getriebe hält und evtl. durchgesickertes Öl zurück pumpt (rot, im Bild links). Dafür sind in Drehrichtung kleine Lamellen auf dem Dichtring vorhanden.
Mit einer Chance von 50 zu 50 (eigentlich weniger, da unterschiedliche Farbe) kann man sie vertauscht einbauen. Also Ölring nach aussen und Dreckring nach innen. Damit wird der Sand wunderbar in den Zwischenraum gefördert und schleift dabei die Öldichtlippe ab. Der Dreckring hält Öl nur minimal zurück und das Unheil nimmt seinen Lauf, Sandreste siehe Kreis.
P5200689.JPG
Auf der Rückseite waren die Ringe wahrscheinlich früher schon undicht geworden, denn dort war der neue einteilige Dichtring (im Bild unterhalb des Ölrings)) eingebaut. Allerdings kam beim Ziehen des Flansches die Ringfeder gleich mit. Beim Einbau des Flansches haben sie ihn damals wohl gleich runter gewuppt. Also gut, das gleich beide Seiten erneuert worden sind. Die Wellenoberflächen der Flansche waren noch ok, sonst wäre es ziemlich teuer geworden.
Im Laufe der Heimfahrt haben sich so etwas mehr als 5 ltr verflüchtigt, wie man hier gut sehen kann.
P5200694.JPG
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

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Atzimuth
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Re: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von Atzimuth » Do 29. Mai 2014, 10:15

:D schön das Du uns hast daran teilnehmen lassen, stellenweise hätte man denken können man ist dabei.

holger
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Re: Im Rohbau nach Tunis wir fahr'n fallara, ....

Beitrag von holger » Fr 30. Mai 2014, 11:27

Atzimuth hat geschrieben::D schön das Du uns hast daran teilnehmen lassen, stellenweise hätte man denken können man ist dabei.
ich möchte dir auch noch danken für den schönen Bericht, Atzimuth hat es sehr treffend formuliert, man ist dabei gewesen :-)
danke!!!!

liebe Grüße
holger

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