Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

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Powerkat
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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von Powerkat » Mo 23. Okt 2017, 20:58

Moin....
Die Diskusion wird doch langsam interessant ...:
Also vom Prinzip her denke ich schon das das Thermische Problem in der Tat nicht unerheblich ist was sich auch aus den Beiträgen zusammenlesen lässt :
vom Prinzip her sind die orginal Kat Dämpfer der 1. Generation wohl noch die beste Wahl ,mit dickeren Kolbenstangen als die neueren und die A1 Varianten (von den Koni reden wir glaub erst garnicht ) halten sie eigentlich egal ob bei Breslau , den Afrika Ralleys erstaunlich lange ...
Der Standart Kat Fahrer, Wohnmobilist ,Hobby-Breslauer braucht hier garnicht mitdenken , er kommt bis auf die natürliche Alterung garnicht in die Grenzbereiche der Dämpfer !
das Hauptkriterium ist meiner Meinung nach
-1. das sie schlicht weg undicht werden ...
-2. das sie bei Überhitzung rapide an Leistung verlieren
-3.sie teilweise nicht ganz überzeugend in div. Leistung /Beanspruchung sind

Bei allen Problemen schließen sich meiner Meinung nach die Kreise : wie alt waren sie ,wie heiß wurden sie ,wie stark war die Beanspruchung ? denn alle Faktoren beeinflussen sich wiederum !
Im normalen Betrieb werden sie nie zu heiß denn da langt ihre Leistung der Energievernichtung im Verhältnis zur Kühlung ....werden sie nun undicht langs in der Regel an überalterten Dichtungen ! wurde der Ralleybetrieb zu extrem werden sie drastisch zu heiß ! die Dichtringe waren deshalb jedoch nicht neuer logisch das sie nicht länger dicht bleiben ...bei den Leistungsverlusten haben sie regelrecht gekocht -außen !!!! aber haben am nächsten Tag wieder funktioniert (im gegensatz zu den neuen Koni Typen -sie erholen sich wohl nach den Thermischen Schocks nicht mehr ) somit kann man wohl davon ausgehen das das Öl einfach überlastet war bedingt durch Thermik ,Alter etc. es zu Gasbildung ,Luftblasen etc. kam ....teilweise werden auch schlicht weg die Anforderungen gnadenlos Überfordert wenn man sieht das mit dem Kat bei Außentemperaturen von über 20 Grad ,in der Sonne , bei heißem Sand (Wüste ) die Dinger meterweit springen müssen , kompl. volle Federwege bis Anschlag ....Waschbrettpisten mit max Geschwindigkeiten am physikalischem Limit !die Außenrohre haben teils gemessen über 200 Grad ! das hier Dichtungen selbst aus Viton eskalieren ist logisch ! wir wissen noch nichtmal die Kerntemp. !
Ein weiteres elementares Problem ist der damalige orginal-Dichtring der Kolbenstange : er wurde von Freudenberg hergestellt , Historie ist Nachvollziehbar jedoch die Dichtung nichtmehr beschaffbar ,die letzten Spuren der Form verlieren sich in England ,demontiert,unvollständig ...
Die Bauform der Dichtringe war ,sagen wir mal,untypisch in ihrer Bauform : Dichtlippe gem. Carsten mit Stahlfeder ,Dichtlippenform gem. Druck beständigen Wedis in kurzer Lippenhöhe ,Viton , aber der Außenmantel zur Aufnahme nicht typisch der Wedi Topfform sondern eher wie eine gummierte Scheibe die beim Einbau "eingeklemmt" wird ,vorgespannt durch das Gewinde der "Kopfmutter"....nix was man im plug and play erneuern kann gem. meinen Recherchen,da einfach nix gescheit passt! ...Ich hatte bereits 4 Dämpfer auf div. verschiedenen Wegen abgedichtet mit - im Hardcoreeinsatz, bis auf einen nicht zufriedenstellenden Resultaten ...meiner Meinung nach, muss das prinzipielle Dichtungskonzept hier überarbeitet werden ...die Massgebung und die Bauart sind meiner Meinung nach derart suboptimal das es besser wäre eine neue Kopfmutter zu konzipieren die plug and play erneuert wird -dann hat man danach eine neue Stangenführung ,Abdichtung und er ist danach reperabel ...innen haben alle Dämpfer damals tip top ausgesehen , Laufflächen ,Kolbenstangen,Membranen,Kolbenringe,Federn ,all das war in super Kondition ! denke ein wenig kann man dann noch mit der Viskosität an Dämpfereigenschafft spielen ...

Meiner Meinung nach haben wir an den Dämpfern die Hausaufgabe ihre Dichtung zu erneuern/optimieren um diese alters und konzeptbedingte Schwäche auszuschalten , reinigen,Flüssigkeit erneuern (was ich da an alter Soße teils abgelassen hatte war erschreckend ) die Kühlung optimieren um die nicht vorgesehene Stresssituation besser unter Kontrolle zu behalten ...Ich glaube schon , das die Druckzunahme unter der Erwärmung eine sehr große Thematik hat , denn wir reden hier nicht um 30 Grad sondern um 150 Grad und mehr ....es ist die Volumenzunahme von der Ölmenge durch erwärmung ,Aufschäumung, und wir haben nur ein relativ kleines Luftvolumen ,bei dem ich mir so ein wenig in Zweifel komme, was mit dem wirklich passiert im Bezug auf Schaum ,Gasen ,Dampf (alte schlechte Ölqualität)etc.

Somit denke ich nutzt es nichts nur in eine Richtung zu denken ,was nutzt der nachträgliche Ausgleichsbehälter wenn der alte ,kurz vor dem Kolaps stehende Dichtring,drin bleibt . Was nutzt es wenn nur besser gekühlt wird wenn Dichtring und schlechtes Öl bleibt ,und all die verbesserungen werden nicht reichen , wenn der Dämpfer einfach bedingt durch die Fahrweise,Fahrzeuggewicht schlicht weg vergewaltigt wird, dann muss die Arbeitsleistung verringert werden -ZB durch einen 2. Dämpfer....

Marcel

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von RIV » Mo 23. Okt 2017, 23:14

Hallo,

@ Hugo: die Dämpfer werden komplett zerlegt und die Außenrohre nach dem Bohren/Schweißen gereinigt, Späne oder sonstige Verschmutzungen sind Gift für eine vernünftige Funktion :naughty:

Das Dichtsystem wird komplett ersetzt - hierfür müssen die Einbauräume angepasst werden, alle Bauteile geprüft, die Einstellung nach Anwendung angepasst und das ganze nach Montage geprüft. Öl wird natürlich gewechselt, wir verwenden ein vollsynthetisches Dämpferöl mit einem hervorragenden Viskositätsindex, daher verhalten sich die Dämpfer auch wesentlich unkritischer bei Erwärmung. Nach dem einmaligen Umbau sind die Dämpfer vergleichbar zu den üblichen Sportdämpfern zu überschaubaren Kosten überholbar indem Dichtungen und Öl gewechselt werden können - vorausgesetzt es liegt kein sonstiger Verschleiß vor.
Die Toleranzen sind teilweise minimal, selbst mit neuen Dichtungen kann es sein dass der Dämpfer keine brauchbare Wirkung mehr hat. Ohne Prüfung/Messung ist es meiner Meinung nach sehr schwierig die Funktion vernünftig zu beurteilen geschweige denn eine Abstimmung zu reproduzieren.
Von den Dämpfern gibt es einige Varianten, von außen alle mehr oder weniger gleich, aber der innere Aufbau stark unterschiedlich. Wir hatten schon Stangen mit 22,28 und 32mm, verschiedene Dichtungssysteme nach außen, unterschiedlicher Aufbau der Drosseln und Ventile. Ich vermute dass es hier mehrere Hersteller gibt und nur die Kriterien Hub/Länge, Einbau, Dämpfungswerte und die Fähigkeit die ausgefederte Achse zu halten vorgegeben sind.
Wie bei vielen Dingen schaut das ganze erstmal einfacher aus wie es letzenendes ist :think:

VG

Carsten

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von egn » Di 24. Okt 2017, 07:58

Powerkat hat geschrieben:
Mo 23. Okt 2017, 20:58
Der Standart Kat Fahrer, Wohnmobilist ,Hobby-Breslauer braucht hier garnicht mitdenken , er kommt bis auf die natürliche Alterung garnicht in die Grenzbereiche der Dämpfer !
Ich bin auch nur ein Wohnmobilist aber ich musste auch schon die schmerzliche Erfahrung machen, dass auf 100ten km Waschbrettstraße bei 70-80 km/h die Stoßdämpfer irgendwann mal zu sabbern anfangen. Deshalb habe ich auch schon mehrere getauscht.

Ich habe mich schon mal nach Alternativen umgesehen aber bisher nicht wirklich gutes gefunden. Jan Velings mit seinem silbernen 8x8 KAT-Monster hatte mal eine Quelle in Finnland und hat sich welche fertigen lassen. Die haben ihm dann 8 Stück speziell für seinen KAT gefertigt und hatten die Hoffnung dass sie später noch mehr an ihn verkaufen. Doch trotzdem er nicht gerade materialschonend unterwegs war haben die Dämpfer viele Jahre problemlos gehalten. Ich habe diesen Weg aber bisher nicht weiter verfolgt.
Gruß Emil

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Re: Stoßdämpfer mit Kühlkörpern.

Beitrag von Powerkat » Di 24. Okt 2017, 19:30

@egn ...
eben , wie ich sagte bis auf die natürliche Alterung ...manche lecken schon auf der Autobahn bei der Überführung

@ riv...
na, das hört sich doch prinzipiel nach einer Lösung an ....Interessant sind die Varianten ....Klar , Protos,A1, US Kanadische etc.sind ja eh die Ausnahme ....

aber bei den alten KAT 1 hab ich eigentlich nur 2 Varianten gesehen , der alte von Boge und der nachfolger von Fu.S /ZF Trading.... von den alten hab ich willkürlich 6 geöffnet , die waren alle identisch ....aber bei 40 Jahren Kultur ist ja vieles denkbar .....von den Verschiedenen Wirkgraden jedoch bin ich auch absolut Überzeugt ....div. Bauteile im unteren Ventilbereich sind ja auch von der Justierung her variabel verbaubar ....

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